Schweiz
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Kurdische Demonstranten werden von einem grossen Polizeiaufgebot eingekesselt vor der Tuerkischen Botschaft an der Weinbergstrasse in Zuerich, am Montag, 8. Februar 2016. Zahlreiche Demonstranten wurden verhaftet nachdem sie mit Steinen gegen Polizisten geworfen haben. Die Stadtpolizei Zueich setzte mehrfach Reizstoff und Gummischrot ein, als verschiedene Protestierende den Polizeikordon durchbrechen wollten. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Das Polizeiaufgebot vor dem türkischen Konsulat war enorm.
Bild: KEYSTONE

Steine gegen türkisches Konsulat, Gummischrot gegen kurdische Demonstranten – sechs Verhaftete in Zürich



Rund 300 kurdische Aktivisten haben am Montag vor dem türkischen Generalkonsulat in Zürich gegen die Zustände in der Türkei demonstriert. Die Polizei setzte Tränengas und Gummischrot ein. Sechs Männer wurden festgenommen.

Gemäss Angaben der Stadtpolizei besammelten sich kurz vor 16.30 Uhr vor dem türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse rund 100 Personen zu einer unbewilligten Demonstration. Dabei seien Fahnen, Steine und andere Wurfgegenstände gegen das Konsulat geworfen worden.

Kurdische Demonstranten werden von einem grossen Polizeiaufgebot eingekesselt vor der Tuerkischen Botschaft an der Weinbergstrasse in Zuerich, am Montag, 8. Februar 2016. Zahlreiche Demonstranten wurden verhaftet nachdem sie mit Steinen gegen Polizisten geworfen haben. Die Stadtpolizei Zueich setzte mehrfach Reizstoff und Gummischrot ein, als verschiedene Protestierende den Polizeikordon durchbrechen wollten. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Sechs Personen wurden verhaftet.
Bild: KEYSTONE

Kurz nach 19 Uhr sei die Protestaktion nach polizeilicher Abmahnung teilweise aufgelöst worden, teilte die Stadtpolizei am Abend mit. Während der gesetzten Frist habe ein Grossteil der inzwischen rund 300 Demonstrierenden die Weinbergstrasse verlassen.

video: facebook/tsüri.ch

Insgesamt sind laut Polizei sechs Männer festgenommen worden. Ihnen werden Gewalt und Drohung gegen Beamte, Landfriedensbruch und Hinderung einer Amtshandlung vorgeworfen. Gemäss Mitteilung versuchten etliche Demonstrierende, den Abtransport der Festgenommenen durch einen Sitzstreik zu verhindern.

Reizstoff und Gummischrot

Die Polizeiaktion dauerte am Abend noch an, kurz vor 20 Uhr befanden sich laut Polizei noch rund 100 Personen vor dem Konsulat.

Kurdische Demonstranten werden von einem grossen Polizeiaufgebot eingekesselt vor der Tuerkischen Botschaft an der Weinbergstrasse in Zuerich, am Montag, 8. Februar 2016. Zahlreiche Demonstranten wurden verhaftet nachdem sie mit Steinen gegen Polizisten geworfen haben. Die Stadtpolizei Zueich setzte mehrfach Reizstoff und Gummischrot ein, als verschiedene Protestierende den Polizeikordon durchbrechen wollten. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Bild: KEYSTONE

Bereits am Morgen hatten mehrere kurdische Aktivisten auf der Gemüsebrücke protestiert. Gegen 9 Uhr marschierten rund 50 Personen vom Rathaus zum türkischen Konsulat. Dabei kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, wie die Polizei schreibt.

Die Polizei sperrte die Weinbergstrasse ab Leonhardstrasse bis Ottikerstrasse ab. Der Tramverkehr der Linien 7 und 15 musste umgeleitet werden. Als verschiedene Demonstranten versuchten, den Polizeikordon zu durchbrechen, wurde mehrfach Reizstoff und Gummischrot eingesetzt, wie es in der Mitteilung heisst. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Plebs 09.02.2016 08:09
    Highlight Highlight Wird nun schon ein Schritt in Richtung der Polizei als Versuch, die Barrikade zu durchbrechen geahndet und mjt Pfefferspray beantwortet?
  • malu 64 09.02.2016 00:56
    Highlight Highlight Man kann in Ankara schon demonstrieren. Man muss aber
    damit rechnen, dass man dabei
    erschossen wird. In den Medien
    steht dann, dass gefährliche Terroristen die Polizei angegriffen
    hätten.
    Die Kurden machen nur auf ihre
    schwierige Lage im Nordirak auf
    merksam und das die Welt tatenlos zuschaut, wie die Türken
    gegen die Peschmerga Milizen
    vorgehen. Diese Milizen bekämpfen die IS Gruppen massiv
    und erfolgreich. Es ist sehr merkwürdig, dass die türkische
    Armee gegen die Kurden vorgeht.
    Wird die Türkei eventuell zu einem
    Kalifat nach Vorbild des IS? Mit
    Erdogan als dem grossen Kalifen?
    Den notwendigen Palast dazu hat
    er ja schon.
    • WeischDoch 09.02.2016 08:52
      Highlight Highlight Korrektur: Die Türkei geht nicht gegen die peshmerga vor...kriegen ja auch Öl aus dem Nordirak. Im Nordirak werden hauptsächlich gebirge bombardiert um pkk bewegungen zu erschweren. Sie gehen aber massiv gegen Kurden in der Türkei vor und provozieren mit täglichen Schüssen die Kurden in Syrien da die ein grosses Problem für die Türkei darstellen könnten, wenn Sie die gesamte Grenze kontrollieren.
  • Smart as hell 08.02.2016 22:46
    Highlight Highlight Und. Brauchen wir den scheiss? Also ich nicht. Und so benimmt man sich nicht wenn man in einem fremden Land zu Gast ist. Es ist unanständig. Ich gehe auch nicht in Ankara demonstrieren wenn mir hier etwas nicht passt.
    • WeischDoch 09.02.2016 00:13
      Highlight Highlight Ich verstehe ihre Aufregung Smart as hell. Versuchen Sie auch, diese Menschen zu verstehen. Wer in der Türkei demonstriert wird eingebuchtet (im westen) oder erschossen (im osten). Lassen Sie diese Menschen wenigstens hier demonstrieren. Was die Schweiz damit zu tun hat? Wir schicken Waffen und Munition an Länder, welche es dem IS zuschicken, die gegen die Kurden vorgingen. Die Türkei, bekannter Staat der den IS unterstützt, geht ebenfalls gegen die Kurden vor...und zwar massiv und durch Kriegsverbrechen. Ich hoffe wirklich nicht, dass Sie in diese Situation kommen müssen, um es zu verstehen.
    • Donaldo Perez 09.02.2016 00:25
      Highlight Highlight Nein, Sie gehen nicht nach Ankara demonstrieren. Sie werden aber auch nicht in Ihrer Heimat verfolgt, gefoltert und getötet wie es das kurdische Volk von der Türkei wird.
    • Murky 09.02.2016 08:45
      Highlight Highlight Wer sagt denn dass diese Kurden hier zu Gast sind? Vielleicht sind sie ja einfach hier Zuhause?
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