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11 Wenden, die (fast) so episch waren wie das Schweizer 0,4-Sekunden-Drama

So, so, soooo wenig fehlte der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der WM in der Slowakei, um in die Halbfinals einzuziehen. 0,4 Sekunden vor dem Ende gelang Kanada der Ausgleich und dann in der Verlängerung der Siegtreffer. Ein kleiner Trost: Das passierte auch schon anderen.



23. Mai 2019: WM, Viertelfinal, Finnland – Schweden 5:4 n.V.
Wenige Stunden nach dem Schweizer Ausscheiden liegt Finnland gegen Schweden erst 1:3 zurück und dann 3:4. Ohne Goalie gleichen die Finnen 89 Sekunden vor Schluss erneut aus und in der Verlängerung schiesst Sakari Manninen die Finnen in den Halbfinal.

1. März 2008: Fribourg-GottéronBern 2:1 n.V.
In den Playoff-Viertelfinals hat der Achte Fribourg bei Qualifikationssieger Bern verloren und in Spiel 2 führt der SCB lange mit 1:0. Aber 17 Sekunden vor dem Ende gelingt Benjamin Plüss der Ausgleich. Glauben alle. Doch Berns Goalie Marco Bührer hat das Tor minim verschoben, der Treffer zählt nicht. Stattdessen: Penalty für Fribourg. Julien Sprunger behält die Nerven und gleicht aus. In der Verlängerung schiesst Plüss den Siegtreffer und Fribourg wird die Serie gegen den Erzrivalen mit 4:2 gewinnen.

3. Januar 2009: U20-WM, Halbfinal, Kanada – Russland 6:5 n.P.
150 Sekunden vor dem Ende gehen die jungen Russen erstmals in diesem Spiel in Führung. Aber fünf Sekunden vor dem Ende gelingt Jordan Eberle der Ausgleich. Die Kanadier drehen das Spiel noch einmal, Eberle versenkt den entscheidenden Penalty. Die «Ahornblätter» holen danach im Final gegen Schweden den WM-Titel.

19. Januar 2009: St.Louis Blues – Boston Bruins 5:4 n.P.
Weniger als eine Sekunde ist auf der Uhr, als der Puck in Baseball-Manier ins Netz gedroschen wird. Nach fünfminütiger Diskussion entscheiden die Schiedsrichter: Der Treffer von David Backes ist regulär. Zuvor rettet Feldspieler Barrett Jackman im Stil eines Goalies vor dem leeren Tor, was den Blues überhaupt erst die Chance aufs 4:4 aufrecht erhält. Im Penaltyschiessen gewinnen sie dann gar noch den Match.

19. April 2004: Calgary Flames – Vancouver Canucks 3:2 n.V.
Spiel 7 der ersten Playoff-Runde, Calgary führt mit 2:1. Da gelingt dem Canuck Matt Cooke sechs Sekunden vor dem Ende doch noch der Ausgleich zum 2:2. Aber letztlich vergeblich: Martin Gelinas schiesst die Flames in der Verlängerung eine Runde weiter weiter.

28. Januar 2011: Servette – Biel 3:4 n.P.
Bis zur 55. Minute führt das Heimteam sicher mit 3:0. Sicher? Gianni Ehrensperger, Ahren Spylo und 18 Sekunden vor dem Ende Curtis Brown gleichen tatsächlich noch aus. Die Bieler Wende ist perfekt, als sie im Penaltyschiessen gewinnen.

» Zum SRF-Matchbericht

Geneve-Servette's Richard Park, of U.S.A., left, confronts to Biel's goaltender Reto Berra, right, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and EHC Biel-Bienne at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Friday, January 28, 2011. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bild: KEYSTONE

4. Januar 2007: Dallas Stars – Edmonton Oilers 6:5 n.V.
Dallas-Spieler Patrik Stefan verfehlt das leere Tor der Oilers aus einem Meter – die Chance für einen allerletzten Angriff. Tatsächlich gelingt Ales Hemsky noch der Ausgleich zum 5:5. Immerhin: Die Stars gewinnen dann in der Overtime doch noch.

5. April 2007: New York Rangers – Buffalo Sabres 1:2 nV.
In der Playoff-Serie steht es 2:2, die Rangers sind kurz vor dem dritten Sieg. Aber Chris Drury erzwingt acht Sekunden vor Schluss die Verlängerung und in dieser schiesst Maxim Afinogenow die Sabres zum Sieg. Die Serie gewinnt Buffalo dann im Spiel darauf mit 4:2.

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Video: YouTube/NHL

24. April 2010: Nashville Predators – Chicago Blackhawks 4:5 n.V.
Die Predators können in den Playoff-Achtelfinals mit 3:2 in Führung gehen. Aber Patrick Kane gleicht die Partie in Unterzahl kurz vor der Sirene aus. In der Verlängerung kehrt Marian Hossa von der Strafbank zurück und erzielt gleich darauf den Siegtreffer. Nun beginnt Chicagos Lauf, der schliesslich im Stanley-Cup-Triumph gipfelt.

5. März 2009: Servette – Kloten 5:6 n.P.
Der EHC Kloten kann die Viertelfinalserie in Genf entscheiden, wenn er auch das vierte Spiel gewinnt. Es sieht gut aus für die «Flieger», sie führen bis zur 55. Minute mit 5:2. Tony Salmelainen, Jean-Pierre-Vigier und sechs Sekunden vor Schluss Thomas Déruns gleichen aber noch zum 5:5 aus. In der Verlängerung fallen keine Tore, im Penaltyschiessen holt Kloten doch noch den vierten Sieg im vierten Spiel und ist weiter.

Les Zurichois laissent eclater leur joie, lors du quatrieme match des quarts de finale des play-off du championnat suisse de hockey sur glace LNA, entre le Geneve-Servette HC and EHC Kloten Flyers, ce jeudi 5 mars 2009 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Photopress/Martial Trezzini)

Bild: PHOTOPRESS

10. April 1982: Los Angeles Kings – Edmonton Oilers 6:5 n.V.
Die Oilers um Wayne Gretzky und Mark Messier führen ​bis zur 43. Minute mit 5:0. Dann drehen die Kings die Partie tatsächlich noch, Steve Bozek gleicht sie fünf Sekunden vor dem Ende aus und in der Verlängerung gelingt Daryl Evans der Siegtreffer. Die Kings gehen in der Serie 2:1 in Führung, am Ende gewinnen sie diese mit 3:2.

Bonus

17. April 2012: SC BernZSC Lions 1:2
Dieses Tor ganz kurz vor Schluss sorgt nicht dafür, dass es eine Verlängerung gibt – dafür entscheidet es eine Meisterschaft. 2,5 Sekunden vor Schluss gelingt Steve McCarthy auswärts im siebten Finalspiel beim SC Bern der entscheidende Treffer, der die ZSC Lions zum Meister macht.

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Video: streamja

(ram)

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12 Kommentare
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tinolito
24.05.2019 10:16registriert February 2014
Vergessen wurde hier das legendärste. Rappi gegen Zug am 15. November 1995. Von 6:3 zu 6:6 zwischen 59:29 und 59:58. Das erste Spiel vom Doug Gilmour.
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