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Switzerland's players, from left to right, Morris Trachsler, Matthias Bieber, Dino Wieser, Roman Josi, goaltender Leonardo Genoni, congratulate each other after beating Germany, during the IIHF 2015 World Championship preliminary round game Switzerland vs Germany, at the O2 Arena, in Prague, Czech Republic, Tuesday, May 5, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Elf Silbermedaillengewinner sind auch dieses Jahr wieder an der WM mit dabei. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Wie viel «Stockholm 2013» steckt noch in dieser Schweizer Hockey-Nati?

Mit einem Sieg gegen Lettland wäre der Weg für die Schweizer Hockey-Nati in die Viertelfinals offen. Aber bisher war die Nationalmannschaft nicht Roman Josis Team.

klaus zaugg, prag



Die Silber-WM von 2013 ist und bleibt auf Jahre hinaus das Mass aller Dinge. Nicht die drei Jahre unter Sean Simpson mit den verpassten Viertelfinals (2011, 2012, 2014 WM und Olympia) bleiben im Gedächtnis haften. Sondern das WM-Finale von 2013.

Die Frage ist also: Wie viel «Stockholm 2013» steckt im WM-Team von Prag? Denis Hollenstein war 2013 dabei und er sagt: «Immer noch viel. So ein Erlebnis schweisst zusammen und bleibt ein Leben lang unvergesslich. Wir haben in der Nationalmannschaft seit 2013 eine starke Gruppe und wir können auch hier in Prag weit kommen. Wir haben in Stockholm gleich am Anfang gegen die Grossen gewonnen und das hat uns getragen. Jetzt ist es mit den ersten Spielen hier in Prag natürlich anders.» Roman Josi antwortet auf die entsprechende Frage: «Sieben oder acht Spieler …» Die Stimmung in der Mannschaft sei gut. «Da gibt es kaum einen Unterschied zu Stockholm.»

Switzerland's Roman Josi, 2nd left, celebrates his goal with teammates Raphael Diaz, left, Morris Trachsler, 3rd left, Julian Walker, 2nd right, and Matthias Bieber, right, after scored the 1:0, during the the Gold Medal game between Switzerland and Sweden at the IIHF 2013 Ice Hockey World Championships at the Globe Arena in Stockholm, Sweden, on Sunday, 19 May 2013. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Stockholm 2013: Ein überragender Josi führte die Schweiz zur WM-Silbermedaille. Bild: KEYSTONE

Ganz genau sind es sogar elf Spieler aus der Silber-Mannschaft, die jetzt wieder dabei sind. Reto Berra, Roman Josi, Eric Blum, Robin Grossmann, Andres Ambühl, Morris Trachsler, Matthias Bieber, Denis Hollenstein, Simon Bodenmann, Reto Suri und Julien Walker. Aber es gibt einen ganz grossen Unterschied zu Stockholm 2013. Einen Unterschied, den niemand thematisiert. Aber ein Unterschied, der sehr wohl eine Rolle spielt. Stockholm 2013 war Roman Josis Team. Prag 2015 ist Mark Streits Team.

Streit statt Josi

Roman Josi und Mark Streit sind die überragenden Feldspieler der Neuzeit. Vielleicht sogar die beiden besten Schweizer Spieler aller Zeiten. 2013 war Roman Josi Dreh- und Angelpunkt des Teams, Leitwolf und die Sonne, um die sich unser WM-Universum drehte.

Er dominierte das Spiel wie nie ein Schweizer in der Neuzeit und er ist schliesslich als erster Schweizer zum besten Einzelspieler des WM-Turniers (MVP) und zum besten Verteidiger gewählt worden. In 10 WM-Partien buchte er 9 Punkte (4 Tore/5 Assists). Es war Roman Josis Team. Mark Streit war 2013 in Stockholm nicht dabei.

Switzerland's Mark Streit, right, speaks to his teammate Roman Josi, during a training session of the IIHF 2015 World Championship at the Tipsport Arena, in Prague, Czech Republic, Friday, Mai 1, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Josi und Streit, die beiden Leitwölfe unserer Nati. Bild: KEYSTONE

2015 in Prag gibt es keinen so dominierenden Einzelspieler. Aber es gibt einen Leitwolf. Mark Streit. Er ist erstmals seit 2012 wieder WM-Captain. «Er ist unser Leader. Der Captain ist immer der Leader», sagt Nationaltrainer Glen Hanlon. Mark Streit hat so viel für die Schweiz geleistet, er hat eine so immense Erfahrung und er ist immer noch so gut, dass er ganz automatisch in der Teamhierarchie den ersten Platz einnimmt.

Das sieht auch Roman Josi so und er sagt: «Mark Streit ist unser Leader.» Er ist 13 Jahre jünger als Mark Streit und respektiert sein Vorbild als unbestrittenen Leitwolf. Er würde nie in der Kabine aufstehen und das Wort ergreifen. Dieses Privileg gebührt Mark Streit. Prag 2015 ist Mark Streits Team.

Spielt es eine Rolle, ob Roman Josi oder Mark Streit die Rolle des Leitwolfes spielen? Möglicherweise ja. Mark Streit ist aufgrund seiner Vergangenheit das Alphatier des Teams. Aber er ist es nicht aufgrund seiner gegenwärtigen Leistung. Roman Josi ist das Alphatier der Gegenwart aufgrund seiner Leistung. Wir können das statistisch erkennen. Bisher hat Mark Streit in drei WM-Partien keinen Skorerpunkt gebucht und eine –1-Bilanz. Roman Josi hat nach drei WM-Spielen 1 Tor, 2 Assists und eine +2-Bilanz auf seinem Standplatz.

Roman Josi ist in ähnlich guter Form wie 2013. Aber er konnte bisher das Spiel nicht so dominieren wie 2013. Er ist nicht so präsent wie 2013. Mark Streit beansprucht eben auch viel Eiszeit. Die beiden NHL-Verteidiger hatten bisher in allen drei Partien von allen Spielern die längsten Einsatzzeiten. Im Powerplay spielen sie zusammen an der blauen Linie.

Falsche Powerplay-Taktik von Glen Hanlon

Unerbittlich schickt Nationaltrainer Glen Hanlon seine zwei NHL-Verteidiger bei jedem Powerplay aufs Eis. Deshalb funktioniert unser Überzahlspiel nicht. Unsere Erfolgsquote liegt in diesem Turnier bei 7,14 Prozent und damit steht die Schweiz auf Position 11 aller Teams. Gut ist im Powerplay eine Quote ab 20 Prozent.

Glen Hanlon, head coach of Switzerlands national ice hockey team, speaks to his players Eric Blum, left, Kevin Romy, Reto Suri (#26), Mark Streit (#7) and Roman Josi (#90), during the IIHF 2015 World Championship preliminary round game Switzerland vs Germany, at the O2 Arena, in Prague, Czech Republic, Tuesday, May 5, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Glen Hanlon sollte Streit und Josi nicht gleichzeitig im Powerplay spielen lassen. Bild: KEYSTONE

Es könnte bei gleichzeitigem Einsatz von zwei der besten Powerplayspezialisten aus der besten Liga der Welt nur funktionieren, wenn mit zwei Pucks gespielt würde. Ein Fussballteam funktioniert auch nicht mit zwei Spielmachern im Mittelfeld, die beide den Ball für sich beanspruchen.

Ob die Schweiz ins Viertelfinale oder gar darüber hinaus kommt, hängt auch davon ab, ob es Nationaltrainer Glen Hanlon gelingt, die Einsätze von Roman Josi und Mark Streit so zu dosieren, dass beide ihr bestes Hockey entfalten können. Bisher war es nicht der Fall.

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    Alle Leser-Kommentare
  • qumquatsch 06.05.2015 11:17
    Highlight Highlight stimme im groben zu, dass Streit Josi allenfalls bremsen tut. jedoch die PP aussage stimmt nahc mir nicht. Josi spilet auch bei Nashville mit einem entsprechenden spieler in der defense (Weber) ohne dass dies ein hindernis zu sein scheint.
  • länzu 06.05.2015 08:42
    Highlight Highlight Mark Streits Verdienste für die Nationalmannschaft sind überschaubar. Mag mich nicht erinnern, dass er in den letzten 10 Jahren einmal der wirkliche Leader gewesen wäre. Ausserdem kommt er regelmässig nach einer missratenen Saison seiner Clubs zur Nati. Ich hätte ihn nicht aufgeboten. Josi ist der wahre Leader der Mannschaft. Nur weil Streit älter ist, muss man ihn nicht zum Chef machen. aber, das schnallt Hanlon halt nicht. Hoffentlich stellt er wenistens heute den 1. PP Block um.
  • Dan Rifter 06.05.2015 08:20
    Highlight Highlight Für einmal fast keine Polemik, ist wesentlich angenehmer zu lesen.
    Inhaltlich kann ich nur zustimmen, Streit hat seit er den Sprung in die erweiterte Elite der NHL geschafft hat nie mehr überzeugt an der WM und ist auf dem grossen Eis überfordert.
    Dass das PP mit Josi und Streit so nicht hinhaut, war nach dem 1. Drittel des Austria-Spiels klar.. allerdings muss man Streit insofern in Schutz nehmen, als dass bei Philly im PP halt ganz andere Kaliber vor dem Tor stehen und sich um Screen, Ablenker und Abpraller kümmern.
  • snowball-X 06.05.2015 07:56
    Highlight Highlight "So ein Erlebnis scheisst zusammen und bleibt ein Leben lang unvergesslich." :-)
  • marak 06.05.2015 07:45
    Highlight Highlight Dauernd mit Stockholm vergleichen bringt nichts. Ich war 17 als die Schweiz zum ersten Mal an einer A WM spielte. Nun sind fast immer unter den besten zehn, oft sogar acht. Das heisst aber auch, dass Siege gegen Mannschaften der Ränge 8-14 nie ein Spaziergang sind. Leichte und hohe Siege werden noch lange die Ausnahme bleiben. Noch sind wir gehobene Mittelklasse.
    Luft nach oben gibt es immer. Dauerbrenner: Chancenauswertung. Und ja, das Powreplay ist schwach und Streit könnte man schon nicht neben Josi spielen lassen. Das wäre sicher einen Versuch wert.
  • Calmy 06.05.2015 07:29
    Highlight Highlight Ja so ein WM-Final scheisst sicher unheimlich eng zusammen.. ;) ein Verschreiber der witzigeren Sorte
  • Chr!g! 06.05.2015 07:09
    Highlight Highlight Ein Erlebnis das zusammenscheisst ^^
  • Ceci 06.05.2015 07:07
    Highlight Highlight Hoffentlich kein schlechtes Omen. Im zweiten Abschnitt soll es wohl heißen: "So ein Erlebnis schWeisst zusammen..."
    • PRE 06.05.2015 08:24
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis. Der Tippfehler ist korrigiert.
    • marak 06.05.2015 16:10
      Highlight Highlight Solche Schweissfehler kommen in den besten Häusern vor.

Die Schweiz ist «B-Weltmeister» – der erstaunlichste Reifeprozess aller Zeiten

4:1 gegen Norwegen. Vier Siege zum WM-Auftakt hatten wir auch schon. Aber noch nie auf diese Art und Weise. Die grosse Frage lautet nun: Wie weit kommt die «neue» Schweiz?

Kehren wir ein wenig in die Vergangenheit zurück, um die Leistungen der Schweizer hier in Bratislava einzuordnen. Die Vergangenheit hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen.

Also: Im letzten Jahrhundert mit der alten Ordnung des «Kalten Krieges» war auch die Hockeywelt überschaubar. Eingeteilt in eine A-, B- und C-WM. Die A-WM als oberste Stufe umfasste bloss 6 und später 8 Nationen. Und nicht 16 wie heute.

Die Schweiz gehörte mit Ausnahme von zwei schmachvollen Jahren in der C-WM (1969, …

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