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Trainer Murat Yakin und die Klubführung des FC Basel 1893 haben sich gemäss Communiqué «gemeinsam entschieden, die erfolgreiche Zusammenarbeit in der kommenden Saison 2014/2015 nicht fortzusetzen». Yakin hatte sein Amt im Oktober 2012 angetreten.
Dieser Abgang ist zwar überraschend, kommt aber nicht ganz aus heiterem Himmel: Der FC Basel und sein Meistertrainer gehen getrennte Wege. Nur zwei Tage nach dem Gewinn des Meistertitels mit dem Sieg über den FC Aarau in der vorletzten Runde hat sich die FCB-Führung nach beiderseitigem Einvernehmen entschlossen, die Ära mit dem früheren Spieler zu beenden.
FCB-Präsident Bernhard Heusler sah offensichtlich keine Zukunft mehr mit Yakin. Bild: KEYSTONE
FCB-Präsident Bernhard Heusler im Interview vor fünf Tagen aargauerzeitung.ch
Gemäss der Medienstelle des FC Basels befanden sich Murat Yakin und der FCB in den vergangenen Wochen «im permanenten Austausch über die sportliche und atmosphärische Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Unter Berücksichtigung aller Umstände sind dabei beide Seiten zum Schluss gekommen, die Zusammenarbeit auf jeden Fall bis Ende der laufenden Saison 2013/14 fortzuführen.»
Und weiter: «Übereinstimmend war man der Meinung, dass mit dem so abgesprochenen Vorgehen das wichtigste Ziel der Saison, der Gewinn der Schweizer Meisterschaft, nicht beeinträchtigt würde, was sich – nicht zuletzt dank der Professionalität und Loyalität des Trainers – erfreulicherweise so bestätigt hat», teilt die Basler Führung mit. Über die Konditionen der vorzeitigen Auflösung des Vertrages haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.
Heusler im Interview vor fünf Tagen aargauerzeitung.ch
Das Damoklesschwert hing schon seit längerem über dem polarisierenden Trainer. Der 39-Jährige hatte offensichtlich bei einigen Spielern einen schlechten Stand. So gab es trotz sportlichem Erfolg immer wieder Spieler, die unzufrieden mit der Art und Weise waren, wie der charismatische, aber auch eigenwillige und unnahbare Yakin die Mannschaft führte. Des weiteren trug die teilweise doch defensive Spielweise nicht dazu bei, Kritiker zu besänftigen.
Erstmals Unruhe rund um den St.-Jakob-Park war im vergangenen Herbst aufgekommen, als sich Spieler öffentlich über den Trainer und dessen Kommunikationsstil beklagten. Anfang Jahr wurde Yakins Vertrag schliesslich angepasst und neu eine feste Laufzeit bis 30. Juni 2015 mit Option für ein weiteres Jahr hineingeschrieben. Zuvor war die Vertragsdauer bis Sommer nächsten Jahres an gewisse Bedingungen geknüpft gewesen. Die Stimmung zwischen Vorstand und Yakin galt jedoch auch nach dieser Vertragsmodifikation als unterkühlt.
Als Folge der Vertragsauflösung ist Murat Yakin ohne jede Bindung oder Verpflichtung gegenüber dem FCB frei, seine Karriere als Trainer fortzusetzen. Der FCB steht in diesem Sommer, nach fünf Meistertiteln in Serie, vor der neuerlichen Herausforderung, einen gewissen Umbruch im Team vornehmen zu müssen. Ganz zuoberst auf der Traktandenliste: Ein neuer Trainer.
Vor zwei Tagen wurde Murat Yakin noch gefeiert. Bild: Daniela Frutiger
Murat Yakin
Yakin hatte die Mannschaft des FCB im Oktober 2012 von Heiko Vogel übernommen, in der Folge zu zwei Schweizer Meistertiteln und je einmal in den UEFA-Europa-League-Halb- und Viertelfinal geführt.
Ausserdem qualifizierte er sich mit seinem Team für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2013 und erreichte zweimal den Final im Würth Schweizer Cup. Sein Vertrag wäre noch bis zum Ende der Saison 2014/15 gültig gewesen (mit einer Option auf Verlängerung um ein Jahr). «Es war eine erfolgreiche, intensive und schöne Zeit», bilanzierte Yakin, der vom FCB im Umfeld der letzten Meisterschaftspartie gegen Lausanne-Sport morgen Sonntag verabschiedet werden wird.
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Auf seiner Homepage bedankt sich der FCB ganz herzlich bei Murat Yakin, «der als ehemaliger Spieler und Captain und nun auch noch als Trainer tiefe Spuren in der Vereinsgeschichte des FC Basel 1893 hinterlassen hat.»
Ein Nachfolger für Yakin steht noch nicht fest, die Verantwortlichen werden in den kommenden Tagen eine diesbezügliche Evaluation vornehmen und die Öffentlichkeit informieren, wenn eine Wahl getroffen sein wird. (syl/si)