UEFA will Infantino endgültig stürzen – und nimmt deshalb die Klub-WM ins Visier
Im letzten Sommer fand die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft erstmals mit 32 Teilnehmern statt. Der Wettbewerb wurde neu ins Leben gerufen und das ursprünglich als Klub-WM bezeichnete Turnier Ende Jahr mit den Gewinnern des jeweils höchsten kontinentalen Wettbewerbs wurde umbenannt.
Für FIFA-Präsident Gianni Infantino war das in den USA ausgetragene Turnier ein echtes Prestigeprojekt. Auf grosse Gegenliebe stiess es aber weder bei Fans noch Spielern. Und jetzt nimmt die UEFA die Klub-WM ins Visier – um Infantino so endgültig den Garaus zu machen.
Der europäische Kontinentalverband möchte die Gunst der Stunde nach dem gescheiterten Plan, die WM-Rechte teilweise an private Investoren zu verkaufen, angeblich für einen Angriff auf ein weiteres Infantino-Projekt nutzen. Wie TalkSport berichtet, will UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sich beim europäischen Supercup zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa mit PSG-Besitzer Nasser Al-Khelaifi treffen, um den von einem Boykott der Klub-WM 2029 zu überzeugen. Der Katarer sitzt auch der Vereinigung der europäischen Fussballklubs (EFC) vor.
Klubs warten noch auf Zahlungen der Klub-WM
Ceferin bezeichnete das Projekt Infantinos bereits 2018 als «egoistisches Unterfangen». Al-Khelaifi und die Klubs unterstützten dieses grösstenteils hingegen – ihnen wurde schliesslich auch viel Geld versprochen. Über ein Jahr nach dem Ende der Klub-WM seien die Solidaritätszahlungen, die den nicht teilnehmenden Klubs von der FIFA versichert wurden, jedoch vielerorts noch immer nicht eingegangen. Deshalb haben die europäischen Klubs sich mit dem Weltfussballverband noch nicht über eine Teilnahme an der Klub-WM 2029 geeinigt. Es wäre aktuell also gar kein Boykott nötig, um dem Wettbewerb fernzubleiben.
Noch fehlen für die zweite Ausgabe von Infantinos Schöpfung auch ein Austragungsort, Sponsoren oder ein Format. Schliesslich würde der FIFA-Präsident die Klub-WM ähnlich wie die Weltmeisterschaft der Länder gerne auf 48 Teilnehmer erweitern. Ebenso ist unklar, wie das Turnier finanziert werden sollte.
Das Interesse hielt sich im letzten Sommer in Grenzen. Die Stadien waren bei zahlreichen Spielen mindestens halbleer, die Übertragungsrechte konnten am Ende nur für eine Milliarde Dollar an DAZN verkauft werden, weil ein saudi-arabischer Investmentfonds für diesen Betrag Anteile am Streaminganbieter gekauft haben soll.
UEFA-Präsident Ceferin wolle PSG-Boss Al-Khelaifi nun davon überzeugen, öffentlich klarzustellen, in Bezug auf die Klub-WM nicht mehr mit der FIFA zusammenzuarbeiten, solange Infantino im Amt bleibe. Der Slowene und die Europäische Fussball-Union erhoffen sich dadurch das endgültige Ende des 56-jährigen Wallisers als FIFA-Präsident.
FIFA-Präsident soll weniger Macht haben
Mehrere nationale Verbände aus Europa haben Infantino bereits die Unterstützung für die Wahl im nächsten März entzogen. Die UEFA forderte einen freiwilligen Rücktritt und kündigte rechtliche Schritte gegen Infantino an. Noch fehlt aber ein Gegenkandidat. Wenn es nach Ceferin geht, könnte dies Al-Khelaifi sein, der kürzlich aber erklärte, kein Interesse daran zu haben. Als möglicher Infantino-Gegner gilt auch CONCACAF-Präsident Victor Montagliani.
Wie es in dem Bericht ebenfalls heisst, könnte die Macht des Präsidenten des Weltfussballverbands in Zukunft etwas beschnitten werden. So fordern einige FIFA-Verantwortliche angeblich, dass die Rolle in Zukunft eher der eines Vorsitzenden ähnele. Dieser würde dann von einem Rat unterstützt, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Gremien zusammensetzt. So würde mehr gegenseitige Kontrolle geschaffen werden.
Das gescheiterte Infantino-Vorhaben könnte ihn also nicht nur sein Amt kosten, sondern auch gleich grosse Umwälzungen für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin nach sich ziehen.
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