«Thema für nach dem Turnier»: Infantino schliesst eine WM mit 64 Mannschaften nicht aus
Es sind strenge Tage für Gianni Infantino. Während der Weltmeisterschaft ist der FIFA-Präsident eigentlich jeden Tag bei mindestens einem Spiel zu sehen. «Ich gehe an ein bis zwei Spiele pro Tag. Es ist wichtig, dass ich so viele Mannschaften wie möglich sehen kann. Dass ich in jeder Host City bin. Denn die Leute in diesen Städten leisten so viel, damit ein Spiel organisiert werden kann», erklärt der Walliser im Interview mit blue Sport und auf die Frage, ob er mit Erschöpfung zu kämpfen hat, stellt Infantino klar: «Wenn man so spektakulären Fussball sieht wie selten zuvor, kann man nicht müde werden. Das ist nicht möglich.»
64er-WM ein Thema
Für Infantino ist die Erhöhung auf 48 teilnehmende Nationen ein grosser Erfolg. Es ist ihm wichtig, alle Mannschaften einzubeziehen und ihnen auch eine Möglichkeit zu geben.
Immer wieder wird auch darüber geredet, ob nicht vielleicht noch 16 Teams mehr an der Weltmeisterschaft teilnehmen sollen. Infantino schliesst eine 64er-WM nicht aus: «Es ist ein Thema, welches wir nach dieser Weltmeisterschaft anschauen müssen. Es ist wichtig, dass die ganze Welt dabei ist.» Infantino stellt klar, dass die Qualität auf dem gesamten Planeten immer grösser wird. Es sei wichtig, dass so viele Teams wie möglich eine Chance erhalten, an der WM teilzunehmen, da ansonsten der Ansporn verloren gehe.
Sehr zufrieden ist Infantino mit den neu eingeführten Regeln wie der viel kritisierten Hydration Break. Der 56-Jährige ist der Meinung, dass die drei Minuten Pause den Spielern nochmals neue Kräfte geben und es so auch zu einer intensiveren Schlussphase kommt. «In den letzten 20 Minuten sehen wir unglaubliche Spiele und es gibt keine Spielunterbrechungen mehr», schwärmt Infantino, der betont, dass die FIFA mit den Trinkpausen keinen Rappen verdient.
Der grosse Abwesende am bisherigen Turnier ist US-Präsident Donald Trump. Bei keinem Spiel war Trump im Stadion zu sehen. Trotzdem sei der 80-Jährige begeistert vom bisherigen Event. «Trump gefällt die WM super. Wir sind fast täglich in Kontakt. Er freut sich und schaut alle Spiele im Fernsehen», erklärt Infantino und hat auch eine Begründung für seine bisherige Abwesenheit: «Er hat andere Dinge zu tun, denke ich. Die Leute würden sich wohl fragen, warum er ins Stadion geht, wenn auf der Welt so viel passiert. Wir sind auch mit seiner Regierung in Kontakt, welche wirklich super arbeitet.»
Die beiden sind sehr gut befreundet und Trump erhielt bei der WM-Gruppenauslosung den erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis.
Beim Final, der in etwas mehr als zwei Wochen stattfindet, wird Trump aber ziemlich sicher vor Ort sein. Denn ihm kommt die Ehre zu, den WM-Pokal gemeinsam mit Infantino an das Gewinnerteam zu überreichen. (riz)
