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Bianchis Unfall und politsche Unruhen – dunkle Schatten über Putins Prestigeprojekt

Die Stimmung vor dem GP von Russland ist im Formel-1-Lager etwas angespannt.
Die Stimmung vor dem GP von Russland ist im Formel-1-Lager etwas angespannt.Bild: Getty Images Europe
Vor dem Formel-1-GP von Russland

Bianchis Unfall und politsche Unruhen – dunkle Schatten über Putins Prestigeprojekt

Beim Formel-1-GP von Russland sollte Sotschi noch einmal im Olympia-Glanz erstrahlen. Die politischen Unruhen im Schwarzmeer-Raum und Bianchis Horror-Unfall drücken jedoch arg auf die Partystimmung. 
11.10.2014, 13:5111.10.2014, 15:45
Corsin Manser
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Nach viel Planung und grossem Aufwand ist es dieses Wochenende endlich soweit: Der Formel-1-Zirkus macht zum ersten Mal halt im 260 Millionen Euro teuren «Sotschi Autodrom». Die neu errichtete Rennstrecke führt mitten durch die Spielstätten der olympischen Winterspiele von 2014 und soll dem Schwarzmeer-Kurort wieder etwas Glamour vermitteln. 

Im Moment scheint die Formel 1 die Leute in Russland aber noch nicht gerade vom Hocker zu reissen. Ursprünglich waren für das Rennen in Sotschi 100'000 Zuschauerplätze geplant. Gebaut wurden aber lediglich 45'000. Die Wahrscheinlichkeit, dass der 16. Grand Prix des Jahres trotzdem nicht ausverkauft sein wird, ist sehr gross. 

Grand Prix von Russland ist Chefsache

Die finanzielle Rentabilität dürfte kurzfristig auch gar nicht so wichtig sein. Vielmehr geht es darum, Putins Prestigeprojekt Sotschi acht Monate nach den Olympischen Spielen wieder in den Medienfokus zu rücken. Der russische Staatspräsident erklärte den GP von Russland zur Chefsache und unterschrieb am 14. Oktober 2010 die Verträge mit Bernie Ecclestone gleich selber, was ziemlich ungewöhnlich ist.

Putin setzte sich bei Ecclestone höchstpersönlich für den Grand-Prix von Russland ein.
Putin setzte sich bei Ecclestone höchstpersönlich für den Grand-Prix von Russland ein.Bild: RIA Novosti/REUTERS

Laut dem Abkommen sollen in Russland bis mindestens im Jahr 2020 Formel-1-Rennen stattfinden. Motorsport-Experte und Ecclestone- Vetrauter Christian Sylt hält gegenüber n-tv.de fest: «Jedes dieser Rennen, die staatlich unterstützt werden - und dieses hier wird ganz besonders stark vom Staat gefördert - ist auf die Zuschauereinnahmen nicht angewiesen.»

Putins Engagement ist durchaus nachvollziehbar: Nach den gigantischen Winterspielen gleicht Sotschi teilweise einer richtigen Geisterstadt. Die Kaffees sind leer, die Hotels schreiben tiefrote Zahlen. Bis zu 40'000 freie Hotelbetten sollen regelmässig frei sein. Auch über die zukünftige Nutzung der Olympia-Stätten herrscht Unklarheit. Im Rahmen des Formel-1-Grand-Prix soll nun nochmals mächtig die Werbetrommel gerührt und Sotschi noch einmal positiv ins Rampenlicht gerückt werden.

Wie soll das Olympiastadion von Sotschi in Zukunft genutzt werden? Noch gibt es keine konkrete Vorschläge. 
Wie soll das Olympiastadion von Sotschi in Zukunft genutzt werden? Noch gibt es keine konkrete Vorschläge. Bild: SRDJAN SUKI/EPA/KEYSTONE

Während es für Vladimir Putin vor allem um Prestige geht, stehen für die «Formula One Group» durchaus wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Unter der Leitung von Bernie Ecclestone wird versucht, neue Märkte für den Formel-1-Sport zu erschliessen. Neben Sotschi werden im Jahr 2015 in Mexiko und im Jahr 2016 in Aserbaidschan zwei weitere Strecken in den Rennkalender aufgenommen. 

Getrübte Feststimmung

Ob Sotschi durch den Grand Prix eine Aufwertung erhält, bleibt jedoch höchst fraglich: Aufgrund der politischen Unruhen, welche seit einiger Zeit im Schwarzmeer-Raum stattfinden, hat Russlands Image in der westlichen Welt arg gelitten. Zumindest der Tourismus dürfte nach wie vor einen schweren Stand haben.

Über der Box von Marussia prangt der Name von Jules Bianchi. 
Über der Box von Marussia prangt der Name von Jules Bianchi. Bild: Getty Images Europe

Hinzu kommt, dass die Formel-1-Welt in Gedanken nach wie vor stark beim verunfallten Jules Bianchi ist. Feierlaune und Partystimmung wird definitiv keine aufkommen, zumal der Verunfallte auch noch für den einzigen russischen Rennstall «Marussia» unterwegs war. Gut möglich also, dass der GP von Russland schnell wieder in Vergessenheit gerät; ein Prozess, den Putin eigentlich mit aller Macht verhindern wollte. 

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