Haaland nimmt Norwegen huckepack: «Mein Leben ist das Toreschiessen»
Lange steht es im WM-Achtelfinal zwischen Brasilien und Norwegen 0:0. Dann schlägt Erling Haaland zu – und zwar gleich doppelt.
In der 79. Minute wuchtet er einen Kopfball nach einer Flanke von Andreas Schjelderup ins Tor. Elf Minuten später zimmert er den Ball vom Strafraumrand fast ansatzlos ins untere rechte Eck. Brasilien-Goalie Alisson kann dem Ball zweimal nur hinterhergucken.
Zwar verkürzt der fünffache Weltmeister in der Nachspielzeit noch, doch reicht es nicht zu mehr. So steht Norwegen erstmals in seiner Geschichte in einem WM-Viertelfinal, nachdem es seit 1998 nicht einmal mehr dabei war. «Das ist verrückt», sagt ein sprachloser Haaland direkt nach dem Spiel. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Aber Norwegen ist weiter und ich bin ziemlich glücklich.»
Der Stürmer von Manchester City erzielte beim 2:1-Sieg gegen Brasilien bereits seine WM-Tore sechs und sieben. Damit steht er gleichauf mit Kylian Mbappé und Lionel Messi an der Spitze der Torschützenliste. Es ist also schon jetzt eine überaus gelungene WM-Premiere für Haaland, der sich seinen eigenen Erfolg selbst kaum erklären kann. «Mein Leben ist das Toreschiessen», erklärte er nach dem historischen Erfolg, «ich weiss nicht wirklich, was ich mache. Ich bin einfach so.» Er versuche einfach vor jeder neuen Herausforderung fokussiert zu bleiben und sein Bestes zu geben.
So nimmt er eine ganze Nation huckepack, wie er es nach seinen beiden Toren jeweils mit seinen Mitspielern gemacht hat. Norwegen darf dank Haaland gar von noch Grösserem träumen. Im WM-Viertelfinal treffen die Wikinger auf England. Gegen Brasilien haben sie ja schon gezeigt, auch mit den grossen Nationen mithalten zu können.
«Well, well, well», schrieb Erling Haaland danach auf Instagram unter ein Bild aus der Kabine. Damit will er wohl sagen: «Ich hab's euch doch gesagt.» In seinen Augen wurde Norwegen gegen die Seleçao womöglich zu Unrecht als Aussenseiter gesehen. Was er damit genau meint, ist aber offen.
Nach dem Erfolg in New Jersey wurde selbstverständlich auch wieder gerudert. Dieses Mal gab nicht Captain Martin Ödegaard den Takt an der Trommel vor, sondern Matchwinner Haaland. Mit seinen langen Haaren und der bulligen Statur passt diese Rolle ohnehin fast besser zu ihm als zum schmächtigen Mittelfeldregisseur.
Und so sehr, wie es ihm gefallen hat, dürfte er alles dafür geben, nach dem Viertelfinal erneut die Trommelschlägel in die Hand zu nehmen. Aber eine Zusatzmotivation zum Toreschiessen hat Erling Haaland gar nicht nötig.
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