LASK verabschiedet Kalajdzic feierlich – nach zwei Wochen kehrt er zurück
Fussballprofis benötigen nach einem Transfer bisweilen Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Bei Sasa Kalajdzic dürfte das ausfallen: Denn bei ihm trifft die Redewendung zu, dass es einem vorkam, als wäre er nie weg gewesen.
Denn Kalajdzic unterschrieb zwei Wochen nach seiner Verabschiedung einen neuen Vertrag beim alten Klub: LASK Linz.
Das ist ungewöhnlich und wirft die Frage nach dem Warum auf. Kalajdzic war in der vergangenen Saison von Wolverhampton ausgeliehen. In England hatte sich der zwei Meter lange Stürmer aber nie durchsetzen können. Schuld daran hatten gewiss auch zwei Kreuzbandrisse, die er in der Zeit auf der Insel erlitten hatte.
Viel erfolgreicher war Kalajdzic dann beim LASK: Mit den Linzern wurde er überraschend Meister und Cupsieger. So gelang dem 29-Jährigen auch die Rückkehr in die Nationalmannschaft, für die er ein jetzt schon legendäres Tor erzielte: Sein Treffer zum 3:3 in der 96. Minute gegen Algerien brachte Österreich an der WM eine Runde weiter.
Nach dem Turnier ging es zurück nach Wolverhampton, wo man für ihn aber keine Verwendung hatte. Dem LASK gelang in dieser Zeit dagegen ein Fussball-Wunder: Nach zwischenzeitlichem 0:4-Rückstand gelang es den Linzern, sich gegen Celtic Glasgow für die Champions League zu qualifizieren.
Und weil man sich im Leben immer zweimal sieht, kommt es nun zur Wiedervereinigung. Was letzte Saison passte, soll auch in dieser Saison und in der Königsklasse passen: Sasa Kalajdzic unterschrieb beim LASK bis 2029.
«Nach allem, was ich in den letzten Jahren erlebt habe, waren Stabilität und Konstanz ausschlaggebend für meinen nächsten Schritt», sagte er. Entscheidend sei für ihn auch gewesen, dass Trainer Didi Kühbauer seinen Vertrag verlängert habe. Er kenne seine Geschichte, habe ihm Vertrauen geschenkt, um wieder in seinen Rhythmus und in Form zu kommen. «Das schätze ich sehr und ich möchte unbedingt daran anknüpfen und das zurückzahlen.»
Nach den langen Absenzen wegen Verletzungen ist Kalajdzic diese Stabilität wichtiger als das Geld. Lukrativere Angebote aus der Bundesliga und der Serie A lehnte der frühere Stürmer des VfB Stuttgart ab. «Er hat deutliche Abstriche gemacht und sich für den sportlichen Weg entschieden – für eine Mannschaft, die er kennt, für ein Umfeld, in dem er zu alter Stärke zurückgefunden hat, und nicht zuletzt für die Champions League. Diese Entscheidung sagt viel über Sasa aus», sagte LASK-Sportdirektor Dino Buric.
Wolverhampton liess Kalajdzic ablösefrei ziehen. Der LASK musste dafür den Kompromiss eingehen, bei einem nächsten Wechsel die Hälfte der Ablöse nach England zu überweisen. Ob es zu einem solchen kommen wird, ist offen: Sasa Kalajdzic scheint erkannt zu haben, dass es manchmal besser ist, der König in der Provinz zu sein als der Bettler in der Stadt.
Dem LASK läuft es auch in dieser Saison wieder gut. In der Bundesliga führt der Titelverteidiger die Tabelle mit dem Maximum von zwölf Punkten aus vier Spielen gemeinsam mit Rapid Wien an. Beim 3:0-Heimsieg am Samstag gegen Altach war Kalajdzic noch nicht dabei.
