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YB's Cedric Zesiger, left,in action against Cluj

Für diesen Einsteigen von Cluj-Keeper Cristian Balgradean gegen YBs Cedric Zesiger gab es in der Nachspielzeit den entscheidenden Penalty. Bild: keystone

Was für ein Drama! YB überwintert dank spätem Penalty-Geschenk europäisch

Mit grösster Mühe haben die Young Boys die K.o.-Phase der Europa League erreicht. Sie errangen im letzten Gruppenspiel im Wankdorf gegen den rumänischen Meister Cluj einen 2:1-Sieg. Nach 91 Minuten hiess es noch 0:1.



Der Ausdruck «Zitterpartie» wird bei knappen Resultaten immer wieder verwendet. Für den entscheidenden Match in Bern ist es aber wohl der einzig treffende Begriff. Die Young Boys, die für das Weiterkommen ein Unentschieden benötigten, zitterten sich buchstäblich über die 100 Minuten.

Nachdem die Rumänen nach 84 Minuten durch den eingewechselten Stürmer Gabriel Debeljuh - eine Offsideposition des Torschützen wurde nicht geahndet - in Führung gegangen waren, spielte sich alles Wesentliche in der zehnminütigen Nachspielzeit ab.

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Debeljuh bringt Cluj in der 84. Minute in Führung, stand dabei aber wohl leicht im Abseits. Video: streamable

Wegen eines angeblichen Schlags gegen den Kopf von Cedric Zesiger wurde Clujs Goalie Cristian Belgradean mit Rot des Feldes verwiesen. YB bekam einen fragwürdigen Penalty zugesprochen, den Jean-Pierre Nsame zum 1:1 versenkte. Die Rumänen protestierten wild. Zuletzt wurde ein weiterer Spieler wegen Reklamierens mit Rot ausgeschlossen. In der Zwischenzeit hatte auch Nsame – er wegen eines taktischen Fouls – Rot gesehen.

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Der Penaltypfiff und der 1:1-Ausgleich durch Nsame. Video: streamable

Die Rumänen suchten die neuerliche Führung mit allen Mitteln. Gegen die völlig entblösste Abwehr konnten Meschack Elia und Gianluca Gaudino in der 95. Minute mit einem Konter auf den Clujs Ersatztorhüter ziehen. Der Deutsche musste nur noch einschieben. Damit haben die Berner letztlich sogar einen Sieg errungen – was der Super League für den UEFA-Koeffizienten ein wenig weiterhilft.

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Gaudino macht in der 96. Minute mit dem 2:1 alles klar. Video: streamable

YB steht mithin zum ersten Mal seit der Saison 2014/15 in den Sechzehntelfinals des zweiten europäischen Klubwettbewerbs.Die Berner fanden lange Zeit nicht zum gewohnten und erhofften Spiel. Sie wirkten - vielleicht spielte eine gewisse Nervosität mit - ungewohnt statisch, unbeweglich, bisweilen gelähmt. Von einer Leichtigkeit, wie sie die Berner in der Meisterschaft besonders in den Heimspielen auszeichnet, war lange Zeit nichts zu sehen. Sie gewährten dadurch dem Gegner im Aufbau und vor dem Strafraum zu viel Platz.

Die Stimmen zum Spiel

Gerardo Seoane:

«Es war in turbulentes Spiel, es war aber auch viel Druck dabei. Beim Penalty hatte ich das Gefühl, dass Zesiger am Ball war und dann getroffen wurde. Rot für den Cluj-Keeper ist aber sicherlich zu hart. Zu hart war auch die Rote Karte gegen Nsame. Das war Gelb oder vielleicht dunkelgelb.»

Silvan Hefti:

«Wir sind sehr glücklich, dass wir es geschafft haben. Es war fast logisch, dass wir noch ein Tor bekommen werden. Natürlich war am Ende dann grosses Glück dabei, aber das nehmen wir heute gern. Wir haben sicher kein gutes Spiel gezeigt, da müssen wir selbstkritisch sein. Dass wir es aber noch gedreht haben, ist super. Die Schlussphase war dann ziemlich chaotisch mit den Toren und den vielen Roten Karten.»

Michel Aebischer:

«Das war gar kein einfaches Spiel. Wir wollten voll auf Sieg spielen, aber natürlich war im Hinterkopf, dass wir mit einem Unentschieden auch weiterkommen. Darum haben wir heute wohl auch nicht unser bestes Spiel gemacht. Wir kamen nach dem Rückstand glücklich zu einem Penalty, den Nsame souverän verwandelt hat. Wir blieben dann cool und freuen uns nun über das Weiterkommen.»

In der zweiten Halbzeit bekam die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane alles ein bisschen besser in den Griff. Ausnahme waren die Szene, die zum 0:1 führte sowie ein vorgängiger Angriff der Rumänen, bei dem es abermals eine bravouröse Parade von Von Ballmoos brauchte.

Young Boys

Der Berner Jubel nach dem Schlusspfiff. Bild: keystone

Ein Spektakel für die Fernsehzuschauer war bei der Bedeutung des Spiels nicht zu erwarten. Die Rumänen konnten nur mit einem Sieg weiterkommen, trotzdem bauten sie ihr Spiel weitgehend auf die Defensive und auf mögliche Konter auf. Gerade dank der Defensive waren sie überhaupt so weit gekommen, denn in den ersten fünf Spielen der Gruppenphase hatten sie nur drei Tore erzielt, zwei davon zum Auftakt in Sofia.

Da der verletzte Fabian Lustenberger und der gesperrte Ali Camara nicht zur Verfügung standen, bildeten wie schon im Super-League-Spiel in Luzern Nicolas Bürgy und Jordan die Innenverteidigung. Eine Leitungseinbusse war in weiten Teilen des Spiels zu merken.

Das Telegramm:

Young Boys - Cluj 2:1 (0:0)
SR Bastien (FRA).
Tore: 84. Debeljuh 0:1. 93. Nsame (Foulpenalty) 1:1. 95. Gaudino (Elia) 2:1.
Young Boys: Von Ballmoos; Hefti, Bürgy, Lefort, Garcia; Sulejmani (58. Gaudino), Aebischer, Rieder (58. Martins), Moumi Ngamaleu (82. Zesiger); Mambimbi (62. Elia), Nsame.
Cluj: Balgradean; Manea, Burca, Vinicius, Camora; Djokovic, Hoban; Deac (92. Sandomierski), Paun-Alexandru (74. Debeljuh), Pereira (87. Susic); Rondon.
Bemerkungen: Young Boys ohne Camara (gesperrt), Lustenberger, Fassnacht, Sierro, Spielmann, Lauper und Petignat (alle verletzt). Cluj ohne Chipciu (gesperrt), Ben Yousseff, Omrani und Cestor (alle verletzt). Rote Karten: 91. Belgradean (Foul), 95. Nsame (Foul), 100. Djokovic (Reklamieren). Verwarnungen: 71. Paun-Alexandru (Foul), 88. Maier (YB/nicht auf dem Platz/Reklamieren). 89. Burca (Foul), 99. Camora (Reklamieren). (pre/sda)

Die Tabelle:

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