Der Sieg gegen Kolumbien ist nicht auf Platz eins: Die 8 grössten Nati-Erfolge der Neuzeit
Nations League 2018: Legendärer Haris «Tres»ferovic
Die Nations League ist bei vielen Fans nicht der beliebteste Wettbewerb, aber 2018 sorgte die Schweiz für ein unvergessenes Spiel: Im letzten Ligaspiel lag die Schweiz gegen die damalige Weltnummer 1 Belgien früh mit 0:2 zurück. Um die Final Four zu erreichen, brauchte die Schweiz einen Sieg mit zwei Toren Differenz und dies schien nach 17 Minuten nicht mehr möglich zu sein.
Doch Haris Seferovic hatte was dagegen und hatte mit einem Hattrick einen grossen Anteil am 5:2-Sieg über die «Roten Teufel». Auch Xherdan Shaqiri bewies sich als herrlicher Assistgeber.
Im Halbfinal der Final Four scheiterten die Schweizer dann aber an Cristiano Ronaldos Portugal. Auch das Spiel um den dritten Platz ging gegen Engländer verloren. In Erinnerung bleibt aber die legendäre Aufholjagd gegen die «Roten Teufel».
WM 2006: Schweizer defensive Perfektion
Bei der WM 2006 in Deutschland profitierte die Schweizer Nati im zweiten Gruppenspiel gegen Togo praktisch von einem Heimspiel. Das Stadion in Dortmund war praktisch ganz in Rot gehüllt. Alex Frei und Tranquillo Barnetta führten die Schweiz mit ihren Treffern zum 2:0-Sieg und die Nati schloss die Vorrunde noch vor Frankreich als Gruppensieger ab.
Was das Turnier zu einem historischen Ereignis machte: Die Schweiz schied als erste und einzige Nation in der WM-Geschichte ohne Gegentor aus. Im Achtelfinal verloren die Schweizer im Elfmeterschiessen gegen die Ukraine. Kein Schweizer Schütze konnte den Ball im Tor versenken.
WM 2018: 🦅🦅
Es gab wohl wenige solch emotionale Spiele an einer Weltmeisterschaft: In der Gruppenphase traf die Schweiz auf Serbien – das Spiel konnte die Nati in der Nachspielzeit mit 2:1 für sich entscheiden.
Für weltweite Schlagzeilen sorgte jedoch nicht das Spiel, sondern die Doppeladler-Geste von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Der Jubel ist ein stets politisch aufgeladenes Zeichen mit Bezug zu ihren albanischen Wurzeln – dass sie mit der Schweizer Nationalmannschaft so jubelten, sorgte für monatelange Debatten. Sportlich war es ein enorm wichtiger Sieg auf dem Weg in den Achtelfinal. Dieser ging dann gegen Schweden verloren.
WM 1994: Das Erwachen nach 40 Jahren
Das 4:1 gegen Rumänien stürzte die ganze Schweiz in eine grosse Jubelfeier. Die Nationalmannschaft spielte in Detroit wie in einem Traum: Alain Sutter, Stéphane Chapuisat und ein Doppelpack von Adrian Knup fegten den favorisierten Gegner vom Platz. Erstmals seit 1954, also nach ganzen 40 Jahren, überstand die Schweiz damit wieder die Gruppenphase einer WM. Ein Erfolgserlebnis, welches auch in den Städten gross gefeiert wurde.
WM 2010: Sieg gegen den späteren Weltmeister
Eine der grössten Sensationen der Nati-Geschichte: An der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bezwang die Schweiz den späteren Weltmeister und damaligen Europameister Spanien mit 1:0.
Gelson Fernandes stocherte den Ball in der zweiten Halbzeit ins Tor. Weil Diego Benaglio einen fantastischen Tag hatte, reichte dieser Treffer für den Sieg. Dass ausgerechnet das später so übermächtige Spanien nur gegen die Schweiz verlor, macht diesen Erfolg bis heute so speziell. Die WM endete trotzdem bereits in der Gruppenphase. Der Sieg gegen Spanien bleibt aber ewig in den Gedanken.
EM 2024: Die Demontage des Europameisters
Selten konnte unsere Schweizer Nati so dominant sein in einer K.-o.-Phase: Im Achtelfinal der EM 2024 in Deutschland fegte die Schweiz den damaligen Europameister Italien mit 2:0 vom Platz – Remo Freuler und Ruben Vargas schossen die Schweiz zum Sieg.
Es war eine der überzeugendsten Leistungen der jüngeren Geschichte: mutig, überzeugt und über die gesamte Spielzeit verdient. Erst im Viertelfinal scheiterte die Schweiz ganz knapp im Elfmeterschiessen an England. Der Sieg über Italien und das Fest darauf bleiben aber noch lange in Erinnerung.
WM 2026: Endlich wieder WM-Viertelfinal
Der Fluch ist gebrochen! 72 Jahre musste die Schweiz darauf warten, sich mal wieder für einen WM-Viertelfinal zu qualifizieren: Im Achtelfinal trotzte die Nati einem starken Kolumbien – und das vor einem vollen Stadion mit fast nur gegnerischen Fans, die das Stadion in ein gelbes Meer verwandelten.
Ohne den verletzten Youngster Johan Manzambi fehlte ein Wirbelwind in der Offensive, nichtsdestotrotz überstand die Nati die reguläre Spielzeit. Da auch in der Verlängerung kein Treffer fiel, musste das Elfmeterschiessen entscheiden. Dort wurde Torhüter Gregor Kobel zum grossen Helden, bevor Ruben Vargas den entscheidenden Elfer zum 4:3 verwandelte. Pure Freude herrscht! Nun wartet der erste WM-Viertelfinal seit 1954 – gegen Lionel Messis Weltmeister Argentinien.
EM 2021: Sommer hält! Sommer hält!
Kein Sieg hat die Schweiz je so euphorisiert. Im EM-Achtelfinal von Bukarest lag die Nati gegen Weltmeister Frankreich schon 1:3 zurück – und drehte in einer irren Schlussphase das Spiel. Mario Gavranovic glich in der 90. Minute zum 3:3 aus und rettete die Schweiz in die Verlängerung. Im Penaltyschiessen hielt Yann Sommer dann den entscheidenden Versuch von Superstar Kylian Mbappé und schrieb Geschichte. Die Bilder feiernder Fans im ganzen Land gingen an diesem Abend um die Welt. Eine Sternstunde des Schweizer Fussballs.
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