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0:3 bei Tottenham – Dortmunds Champions-League-Abenteuer ist so gut wie zu Ende.
0:3 bei Tottenham – Dortmunds Champions-League-Abenteuer ist so gut wie zu Ende.Bild: EPA/EPA

Bürki schlägt nach CL-Pleite Alarm – diese Probleme muss der BVB in den Griff kriegen

Aus im DFB-Pokal, Rückschläge in der Bundesliga und jetzt dieses 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur. Borussia Dortmund steckt in der Krise, die Probleme sind offensichtlich.
14.02.2019, 08:3814.02.2019, 12:25

Borussia Dortmund hat seine Leichtigkeit verloren, die Überfliegermannschaft des Herbsts ist ins Straucheln geraten: Das 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel bei Tottenham ist wettbewerbsübergreifend das vierte sieglose Spiel in Serie für den BVB und bedeutet wohl das Aus in der Königsklasse.

Die Mannschaft von Lucien Favre braucht im Rückspiel ein veritables Wunder, um doch noch in den Viertelfinal einzuziehen. So wie sich der BVB in den letzten Wochen präsentiert hat, deutet nur wenig darauf hin. Der angezählte Bundesliga-Tabellenführer, der in London auf die verletzten Marco Reus, Paco Alcacer, Lukasz Piszczek und den kranken Julian Weigl verzichten musste, kriegt seine offensichtlichen Probleme einfach nicht in den Griff.

Gegentore nach Flanken

Drei Flanken in den Strafraum, drei Gegentore: Sieben Treffer in Serie hat der BVB nun nach Flanken oder Standardsituationen kassiert – eindeutig zu viele. Dass viele Bälle von den Aussenbahnen in den Strafraum fliegen, nimmt Favre in Kauf. Das gehört quasi zu seiner Spielphilosophie. Der 61-jährige Trainerfuchs vertraut der Statistik, dass Tore im Anschluss an hohe Hereingaben eher unwahrscheinlich sind.

Die drei Dortmunder Gegentreffer:

47. Minute: Flanke Vertonghen, Son trifft zum 1:0.Video: streamja
83. Minute: Flanke Aurier, Vertonghen trifft zum 2:0.Video: streamja
86. Minute: Eckball Eriksen, Llorente trifft zum 3:0.Video: streamja

Das sagt Bürki:

«Schon mehrere Wochen hintereinander bekommen wir jetzt die Gegentore durch Standards und Flanken. Wir haben einfach zu schwach verteidigt. Wir setzen uns zu wenig durch. Es kann nicht sein, dass wir in den letzten Wochen so viele Standard-Gegentore bekommen. Das müssen wir rigoros verteidigen. Es fängt schon im Training an. Das müssen wir auf jeden Fall in den nächsten Tagen verbessern.»
Bürki lässt bei DAZN seinen Frust raus.
Bürki lässt bei DAZN seinen Frust raus.bild: screenshot dazn

Dazu muss man allerdings gut verteidigen und genau das macht Dortmund in letzter Zeit nicht mehr. Das verletzungsbedingte Fehlen von Abwehrchef Manuel Akanji ist sicher nicht förderlich. Auch nicht, dass Innenverteidiger-Kollege Dan-Axel Zagadou bei seinem Comeback gleich gegen einen so starken Gegner wie Tottenham wieder ran musste.

Dem BVB fehlte zuletzt in der Defensive schlicht die personelle Konstanz: Favre musste in 32 Saisonspielen insgesamt 15 unterschiedliche Versionen seiner Viererkette aufs Feld schicken. Das soll sich aber bald wieder ändern. Nach der Rückkehr von Zagadou steht auch das Comeback von Akanji vor der Tür, der Schweizer Nationalspieler trainiert schon wieder mit der Mannschaft.

Bei Sons 1:0 kann Bürki rein gar nichts machen.
Bei Sons 1:0 kann Bürki rein gar nichts machen.Bild: AP/AP

Fehlende Robustheit

Es scheint, als gehe dem BVB langsam die Kraft aus. Vor der Winterpause konnte Dortmund auf Rückstände immer wieder reagieren und drehte so manches Spiel dank Favres Händchen bei Einwechslungen noch zu seinen Gunsten. Im neuen Jahr ist das genau umgekehrt. In Frankfurt, zweimal gegen Bremen und zuletzt gegen Hoffenheim verspielten die Schwarz-Gelben Führungen zum Teil fahrlässig. Es scheint, als gehe dem BVB irgendwann die Kraft aus

Mario Götze wird im Zweikampf hart bedrängt.
Mario Götze wird im Zweikampf hart bedrängt.Bild: EPA/EPA

Auch gegen Tottenham hatte Favres Elf zunächst Vorteile: «Dortmund war in der ersten Hälfte besser als wir, aber dann haben sie nachgelassen», erklärte Tottenhams Jan Vertonghen nach dem Spiel. «Auf mich wirkte es nach Sons Treffer, als seien sie zufrieden mit dem 0:1. Deshalb haben wir sie weiter attackiert.»

Die Rückschläge der letzten Wochen scheinen in den Köpfen der Spieler Spuren hinterlassen zu haben. Die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen sind wie weggeblasen und über den Kampf ins Spiel zu kommen, ist sich der eher leichtgewichtige BVB schlicht nicht gewöhnt. Einige Spieler wie Achraf Hakimi oder Jadon Sancho scheinen ausserdem überspielt, doch Favre fehlt wegen den vielen Verletzungen die Breite im Kader, um ihnen in wichtigen Partien eine Pause zu geben.

Das sagt Bürki:

«Immer wenn es gegen robuste Mannschaften geht, haben wir unsere Schwierigkeiten, weil wir nicht dagegenhalten können. Vor allem vorne nicht. Wenn du keinen kräftigen Spieler wie Tottenham beispielsweise mit Llorente oder Son hast, der den Ball halten kann, dann wird es extrem schwierig.»

Das sagt Favre:

«Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, aber das Tor eine Minute nach der Pause war ein Geschenk. Nachher haben wir überhastet gespielt, und es war sehr schwer, Torchancen zu kreieren. Nach der ersten Halbzeit ist es sehr schwierig, das 0:3 zu akzeptieren.»
Die Pressekonferenz mit Lucien Favre nach dem 0:3 im Wembley.Video: YouTube/Borussia Dortmund

Das sagt Sportchef Kehl:

«Wir haben in der zweiten Halbzeit insgesamt nicht mehr dagegengehalten, wir haben keinen Fussball mehr gespielt, hatten kaum Torchancen. Wir haben das Fussballspiel eingestellt und am Ende zurecht verloren. Das macht uns nachdenklich, daran müssen wir arbeiten.»

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