DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tottenham Hotspur v Manchester United, ManU - Premier League - Tottenham Hotspur Stadium Tottenham Hotspur players confront referee Chris Kavanagh after a foul on Heung-min Son right during the Premier League match at the Tottenham Hotspur Stadium, London. Picture date: Sunday April 11, 2021. EDITORIAL USE ONLY No use with unauthorised audio, video, data, fixture lists, club/league logos or live services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xAdrianxDennisx 59131132

Tottenham-Spieler reden auf Schiri Kavanagh ein, während Son sich vor Schmerz am Boden krümmt. Bild: www.imago-images.de

Solskjaer lästert über «Schauspieler» Son: «Ohne Znacht ins Bett!»

Manchester United darf sich noch ganz leise Hoffnungen auf die Meisterschaft machen, Tottenham Hotspur erleidet im Kampf um die Champions League einen Rückschlag. Nach dem 3:1-Sieg der «Red Devils» gibt aber vor allem eine Szene viel zu reden: Ein Treffer, der nach VAR-Konsultation nicht zählt.



Eigentlich könnte Ole Gunnar Solskjaer einfach nur glücklich sein. In einem attraktiven Spitzenspiel der Premier League gewinnt er mit Manchester United auswärts bei Tottenham Hotspur mit 3:1. Acht Verlustpunkte beträgt der Rückstand auf Leader Manchester City noch, sechs Runden sind ausstehend. Auch wenn das Meisterrennen entschieden scheint: Möglich ist es noch für United. Schliesslich war die Ausgangslage 2012 genau gleich, als sich City im dramatischen Endspurt noch am Stadtrivalen vorbeischob und den Titel holte.

Doch Schlagzeilen macht nicht die Situation an der Tabellenspitze. Sondern ein Tor von Manchester United, das nicht gezählt hat.

Das war passiert

Nach rund einer halben Stunde ging Manchester United vermeintlich in Führung. Doch der VAR meldete sich bei Schiedsrichter Chris Kavanagh. Er hatte gesehen, wie vor Edinson Cavanis Treffer ManUtd-Spieler Scott McTominay den Spurs-Star Heung-Min Son mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. Das führte dazu, dass das Tor annulliert wurde:

abspielen

Cavanis Treffer zum 1:0 zählt nicht. Video: streamable

Die Schiedsrichter-Organisation der Premier League, die PGMOL, lieferte auch schnell eine Begründung des Entscheids: «Es war nicht Teil von McTominays natürlicher Laufbewegung und es war unvorsichtig von ihm.»

So ärgerte sich Solskjaer

Der norwegische Trainer von Manchester United war trotz des 3:1-Siegs auch nach der Partie noch hässig über den Entscheid der Unparteiischen. Ole Gunnar Solskjaer warf Heung-Min Son bei der BBC übertriebene Schauspielerei vor:

«Wenn das mein Sohn wäre und er nach so einer Szene liegen bleiben würde und die Kollegen benötigte, um aufzustehen, müsste er ohne Znacht ins Bett, weil das einfach nur peinlich ist.»

Solskjaer regte sich generell darüber auf, wie der Video-Schiedsrichter (VAR) den Fussball verändert hat. «Die Schiedsrichter sind von Son reingelegt worden. Leider hat der Schiedsrichter entschieden, dass wir nicht Fussball spielen, oder wahrscheinlich hat das der VAR entschieden. Ich bin absolut schockiert, wenn das ein Foul war.»

abspielen

Mourinho und Solskjaer über Heung-Min Son. Video: YouTube/Sky Sports Football

So konterte Mourinho

Tottenhams Trainer José Mourinho gilt auch nicht als grosser Fan des VAR. Gestern sagte er: «Ich verstehe gar nichts mehr. Manchmal gilt etwas, manchmal nicht. Es ist für alle schwierig: für uns, für die Spieler, für die Schiedsrichter. Es gibt viele Widersprüche und Entscheidungen, die man nicht gut nachvollziehen kann. Das ist nicht mein Problem, ich kann das nicht lösen.»

Was Mourinho allerdings kann, ist seine Spieler verteidigen. So gab er seinem Berufskollegen Solskjaer Gegensteuer:

«Sonny hat grosses Glück, dass sein Vater ein besserer Mensch ist als Ole. Ich bin auch Vater. Ich denke, als Vater muss man seine Kinder immer ernähren, ganz egal, was sie tun. Wenn du klauen musst, um deine Kinder zu ernähren, dann klaust du.»

Es ist nicht Mourinhos Saison:

Das sagte McTominay

Vermutlich dank des 3:1-Siegs gab sich Scott McTominay versöhnlich. Der Schotte meinte:

«Ich persönlich bin kein Fan des VAR, aber er ist nun mal ein Teil des Spiels geworden. Es war offensichtlich ein Tor und der Schiedsrichter hat offensichtlich einen Fehler gemacht, aber das passiert, jeder macht Fehler im Leben. Es war eine totale Ungerechtigkeit für uns, aber man muss weiterspielen und darf sich davon nicht so aus dem Konzept bringen lassen wie wir gegen Ende der ersten Halbzeit.»

Denn ausgerechnet Son hatte Tottenham wenige Minuten nach dem Zwischenfall in Führung gebracht. Nach der Pause drehte ManUnited die Partie dank Treffern von Fred, Cavani und Mason Greenwood.

Die Tränen von Son

Der Südkoreaner hatte feuchte Augen, als er nach der Partie zum Interview antrat. Son war nach der 1:3-Niederlage niedergeschlagen und rang nach Worten, nachdem Tottenham nun sechs Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz hat:

Zur umstrittenen Szene wurde Son vom Klub-TV der Spurs nicht befragt. Auch sonst ist keine Reaktion von ihm dazu überliefert.

Tottenham leitete noch gestern Abend rechtliche Schritte gegen Rassisten ein, die Son auf diversen Plattformen «abscheulich rassistisch» beleidigten.

Das meinten die Experten

Roy Keane, ManUtd-Legende und TV-Experte bei «Sky»:

«Ich bin wirklich erstaunt. Wenn das ein Foul ist, sollten wir alle nach Hause gehen, das ist wirklich bizarr. Für einen Spieler von der Klasse Sons ist es peinlich, so herumzurollen.»

Gary Lineker, Torschützenkönig der WM 1986 und BBC-Moderator:

«Bemerkenswert, wie lächerlich der VAR geworden ist. Es sind nicht nur die vielen Fehler, sondern auch die Tatsache, dass er dem Spiel sein Leben aussaugt. Man kann sich gar nicht mehr richtig über ein Tor freuen.»

Jamie Redknapp, 17-facher englischer Nationalspieler und TV-Experte bei «Sky»:

«Was soll man machen? Mit den Armen nach unten laufen? Die Arme sind beim Fussball immer draussen. Son versucht, McTominay zu packen, also schiebt er ihn einfach weg und ‹schlägt› ihn dabei irgendwie. Das ist niemals ein Foul, lächerlich.»

Micah Richards, 13-facher englischer Nationalspieler und TV-Experte bei «Sky»:

«Es ist peinlich, das ist kein Fussball mehr. Das verdirbt unser Spiel, ich kann es nicht mehr erkennen. Eine absolut lächerliche Entscheidung.»

Mark Halsey, Premier-League-Schiedsrichter von 1997 bis 2013, in der «Sun»:

«Für mich war das kein Foul. Es war eine leichte Berührung mit der Hand, wie man das in jedem Spiel sieht, und es war nicht annähernd genug, um Son auf den Boden zu zwingen. Der VAR hätte sich nicht melden dürfen, weil es kein klarer und offensichtlicher Fehler des Schiedsrichters war, die Partie laufen zu lassen. Als er sich die Szene nochmals anschaute, hätte Kavanagh mental stark genug und bei seinem ursprünglichen Entscheid bleiben müssen.»

Clinton Morrison, 35-facher irischer Nationalspieler und Experte beim BBC Radio:

«Das ist auf gar keinen Fall ein Foul. Er hat ihn erwischt, aber ich glaube nicht, dass das etwas für den VAR ist. Ich kann es nicht glauben. Als Spieler muss man die Arme benutzen, um vorwärts zu rennen.»

Rio Ferdinand, 81-facher englischer Nationalspieler und langjähriger Verteidiger von Manchester United:

«Mein TV liegt gleich in hundert Stücken auf der Terrasse. Hört auf mit dem VAR, was für ein Durcheinander!»

Was Ferdinand nicht versteht: Wie diese Aktion im gestrigen Spiel zwischen Burnley und Newcastle (1:2) im Gegensatz zu McTominays Schlag kein Foul war:

abspielen

Video: streamable

Das meinst du

Wie fällt dein Urteil aus?

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sprücheklopfer José Mourinho

1 / 32
Die besten Sprüche von José Mourinho
quelle: epa pa / andrew parsons
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dieser Fondue-Plausch ging nach hinten los

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UEFA verbietet Regenbogen-Arena

Die Münchner EM-Arena sollte im letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Ungarn in den Regenbogen-Farben erstrahlen. Dies als Zeichen der Toleranz, da in Ungarn Homosexuelle kriminalisiert werden. Das Parlament hatte unter anderem kürzlich ein Gesetz beschlossen, welches es verbietet, in den Schulen über Homosexualität aufzuklären.

Wie die «Bild» berichtet, hat die UEFA die geplante Regenbogen-Arena nun aber verboten. Die Begründung: Die elf Stadien sollen nur in den Farben der UEFA und der …

Artikel lesen
Link zum Artikel