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Fehlanzeige: Di Tizio-Frey jubelte vermeintlich über eine EM-Medaille

Geraldine Di Tizio-Frey of Switzerland reacts during the women's 100 meters final at the European Athletics Championships, in the Alexander Stadium, Birmingham, United Kingdom, Monday, August 10, ...
Geraldine Di Tizio-Frey verpasste eine EM-Medaille um eine Hundertstel.Bild: keystone

Fehlanzeige sorgte bei Di Tizio-Frey für einen vermeintlichen Medaillenjubel

Für Géraldine Di Tizio-Frey ist Platz 4 im 100-m-Final an der EM in Birmingham doppelt frustrierend. Sie verpasst in 11,07 Sekunden Bronze um einen Hundertstel, nachdem sie auf der Anzeigetafel im Stadion zunächst auf Platz 3 aufleuchtet.
11.08.2026, 07:0111.08.2026, 07:01

Salomé Kora, die ebenfalls den Final bestritt, umarmte ihre Teamkollegin bereits, beide hüpften auf der Bahn. Doch die Freude währte nur kurz: Der Name Di Tizio-Frey wurde noch von Delphine Nkansa, der Überraschungsfrau aus Belgien, um eine Position nach unten geschoben.

«Es tut weh», sagte die Frau aus Zug, die ohne Tränen vor das SRF-Mikrofon trat. «Ich hätte es in den Beinen gehabt. Am Schluss habe ich mich leicht verkrampft.» Dies war ihr im Halbfinal, den sie in 11,02 Sekunden als Zweitbeste locker durchzog, noch nicht passiert. «Man spürt vor einem Final schon, dass es nun um mehr geht», fügte sie an.

Die Fehlanzeige der Organisatoren wollte die 29-Jährige nicht ausführlich kommentieren. «Ich habe mich schon gefreut», sagte sie nur. Ihren Blick will sie nach vorne richten. Mit der Frauen- und der Mixed-Staffel stehen noch weitere Rennen an. Di Tizio-Frey konnte dem Montag gleichwohl positive Seiten abgewinnen. «Die Zeiten waren durchaus okay», hielt sie fest.

Gleiches gilt für Salomé Kora, die in 11,12 Sekunden als Achte in den Final vorstiess und im Endlauf den Start verstolperte. Nach den ersten paar Schritten konnte sie die Vorlage ihres Oberkörpers nicht mehr halten. «Im Final will man es unbedingt besser machen», sagte die St. Gallerin.

Lobalu spricht von Eigenfehler

«Am Samstag werde ich diesen Fehler nicht mehr machen», betonte Dominic Lobalu nach Platz 7 im 5000-m-Lauf. Über 10'000 m will sich der Titelverteidiger im Griff halten und nicht für Tempo sorgen.

Lobalu hatte in Runde 7 das Bummeln satt und sorgte an der Spitze für Tempo. Die späteren Medaillengewinner hatten jedoch kein Interesse an einem Ausscheidungsrennen und hielten sich vornehmlich zurück. Jimmy Gressier, der vor einem Jahr an der WM in Tokio Bronze über 5000 m sowie Gold über 10'000 m geholt hatte, unterstützte Lobalu zeitweise. Doch auch der Franzose ging letztlich leer aus.

«Ich hätte einfach warten sollen. Am Samstag bleibe ich hinten», beteuerte Lobalu nochmals. Ansonsten war er mit seinem Comeback nach muskulären Verspannungen zufrieden. «Es war ein gutes Rennen. Leider keine Medaille, aber das ist Sport.»

Lobalu konnte aus nächster Nähe ein erfolgreiches Comeback beobachten. Nach fast einem Jahr ohne Wettkampf gewann Jakob Ingebrigtsen den vierten Europameistertitel in Folge über 5000 m. Der Norweger, der im Januar an der Achillessehne operiert worden war, überquerte die Ziellinie nach 13:15,29 Minuten und sicherte sich damit seinen siebten EM-Titel. Der 25-Jährige ist zweifacher Weltmeister über 5000 m (2022 und 2023) und zweifacher Olympiasieger (1500 m 2021 und 5000 m 2024). Zu seinen vier EM-Titeln über 5000 m kommen drei über 1500 m. Auf weitere Starts in Birmingham verzichtet er.

Ehammer happy

Am Dienstagabend will Simon Ehammer seine Medaillensammlung erweitern. Bei Freiluft-Grossanlässen umfasst diese EM-Silber und -Bronze aus den Jahren 2022 (Zehnkampf) und 2024 (Weitsprung) sowie WM-Bronze 2022 (Weitsprung). Seine Taktik: «Lächeln aufsetzen und das Publikum mitnehmen. Ich lebe von dem», sagte er im SRF-Interview.

«Die Erleichterung ist da», gestand Ehammer, der nach einer auskurierten Zerrung im Oberschenkel und einer längeren Wettkampfpause am Montag in der Qualifikation zurückgekehrt war. «Ich bin froh über die drei Versuche in der Qualifikation. Das hilft mir, den Rhythmus zu finden.» Vor Birmingham hatte er keinen einzigen Trainingssprung mit vollem Anlauf gemacht. «Ich bin nur gesprintet, um zu schauen, ob der Anlauf passt, bin dann aber nicht abgesprungen», präzisierte er. Er denke aber, dass er dank der Arbeit an den Basics kaum an Leistungsfähigkeit eingebüsst habe.

Die Verletzung scheint überwunden zu sein, sie war auch im SRF-Interview kein Thema mehr. Ehammer ist zuversichtlich, dass er dem Wettkampfjahr 2026, das er mit einem Hallen-Weltrekord im Siebenkampf und hochkarätigen Schweizer Rekorden im Weitsprung und im Zehnkampf geprägt hat, eine weitere Krone aufsetzen kann. (riz/sda)

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