«Argentinien spielte mit zwölf Mann»: Die internationale Presse zum umstrittenen Nati-Aus
Argentinien hat sich ins Halbfinale der Fussball-Weltmeisterschaft gezittert. Das Team um Lionel Messi bezwang die Schweiz mit 3:1 nach Verlängerung – auch ohne Treffer seines Superstars. Das schreiben die internationalen Medien dazu:
🇦🇷 Pagina12
«Herzlich willkommen, ihr Torschützen, wir haben schon auf euch gewartet. Eine Mannschaft, die nicht weiss, wie man gewinnt, ohne ein ganzes Land leiden zu lassen. Es war ein sehr schlechtes Spiel, in dem sich jedoch alle neun Spieler von ihrer besten Seite zeigten, als alles auf ein Elfmeterschiessen hindeutete. Am Mittwoch gegen England, nicht weniger.»
🇦🇷 La Nación
«Der Platzverweis für Embolo war wie ein Skalpell, das das Spiel in zwei Hälften teilte. Es wurde bereits geschrieben, dass auch diese argentinische Mannschaft von dem lebt, was von oben kommt, von dem, was ‹vom Himmel fällt›. So lässt sich die rote Karte für den Schweizer Mittelstürmer beschreiben, der Opfer der neuen strengen Regelauslegung wurde und wegen einer unbedeutenden Schwalbe im Mittelfeld seine zweite gelbe Karte erhielt.»
🇦🇷 Clarin
«Argentinien besiegt die Schweiz in Kansas City mit viel Leiden 3:1. Das Spiel schien auf ein Elfmeterschiessen hinauszulaufen, als Julián Álvarez und Lautaro Martínez auf den Plan traten.»
🇦🇷 Buenos Aires Herald
«Es war Stürmer Julián Álvarez, der in der 112. Minute der Verlängerung schliesslich den Bann brach. Das ehemalige Wunderkind von River Plate nahm den Ball am Strafraumrand an und erzielte eines der schönsten Tore des Turniers, als er einen unhaltbaren Schuss in die rechte obere Ecke des Tores versenkte.»
🇦🇷 Diario Popular
«Im Viertelfinalspiel der Weltmeisterschaft 2026 zwischen Argentinien und der Schweiz spielte der VAR die Hauptrolle. Bei einem Stand von 1:1 entschied Schiedsrichter Joao Pinheiro nämlich, Breel Embolo vom Platz zu stellen, nachdem er zuvor eine Gelbe Karte gegen Leandro Paredes wegen einer Schwalbe des Schweizer Spielers zurückgenommen hatte.»
🇦🇷 La Capital
«In einem weiteren Marathonspiel gelang es Argentinien, den Widerstand einer Schweizer Mannschaft zu brechen, die sich die Niederlage teuer verkauft hat. In der Verlängerung fühlten sich die Scaloneta auch im dunkelsten Sturm wieder wie ein Fisch im Wasser. Und nun steht England im Halbfinal am kommenden Mittwoch in Atlanta auf dem Programm. Durchhalten, Herz, durchhalten.»
🇩🇪 Bild
«Beim 3:1-Verlängerungs-Sieg der Argentinier gegen die Schweiz brachte Breel Embolo (29) mit einer völlig unnötigen Aktion die Vorentscheidung zuungunsten seiner Mannschaft. Der Stürmer war schon gelbverwarnt und leistete sich dann im Zweikampf mit Leandro Paredes eine dreiste Schwalbe.»
🇩🇪 Sportschau
«Der folgenschwere Platzverweis für den Schweizer Breel Embolo hat zwei Aspekte: eine unnötige Schwalbe und eine Regeländerung, die die FIFA auf eigene Art auslegt.»
🇩🇪 Die Zeit
«Der Platzverweis für Embolo gab dem Spiel eine andere Richtung. Es gibt ja nie einen guten Zeitpunkt für sowas, aber dieser hier war besonders ungünstig. Zwei Minuten zuvor hatte die Schweiz das 1:1 erzielt. Ein toller Abschluss aus spitzem Winkel von Dan Ndoye, der schon vorher auf seiner Seite für etliche gefährliche Situationen sorgte.»
🏴 Daily Mirror
«England trifft im Halbfinale der Weltmeisterschaft auf Argentinien, nachdem sich der Titelverteidiger in Kansas dank eines Traumtores von Julian Alvarez gegen die Schweiz durchgesetzt hat.»
🏴 The Sun
«Argentinien besiegte mit zwölf Mann die auf zehn Mann reduzierte Schweiz, sicherte damit Lionel Messis WM-Karriere fort – und sorgte für ein Duell mit England. Zumindest werden das die Verschwörungstheoretiker behaupten, nachdem der Schweizer Stürmer Breel Embolo nach einer VAR-Überprüfung wegen einer Schwalbe die zweite Gelbe Karte erhalten hatte.»
🏴 The Guardian
«Argentinien bleibt im Rennen. Die Mannschaft ist seit dem Turnier 2022 in Katar in bemerkenswerten 12 WM-Spielen ungeschlagen, und ihr Traum, als erste Mannschaft seit Brasilien 1962 zweimal hintereinander Weltmeister zu werden, lebt weiter. Alles, was vor diesem Spiel gesagt wurde – dass dieser Spielstil zwar für spannende Dramatik und fesselnde Geschichten sorgt, aber auch seine Schwächen hat -, scheint nach dieser Partie nach wie vor zuzutreffen.»
🇪🇸 AS
«Argentinien hat neun Leben, einen VAR, der ihm immer zu Hilfe eilt, eine Legende wie Messi und nun auch noch die Spinne – das Insekt, das schon eine Weile nicht mehr zugeschlagen hatte und genau dann auftauchte, als es am dringendsten gebraucht wurde. Ein atemberaubendes Tor von Julián Álvarez – ein teuflischer Schuss, der sich in den oberen Winkel schmiegte – bewahrte den Titelverteidiger vor dem Elfmeterschiessen und sicherte ihm den Einzug ins Halbfinale, wo er auf keinen Geringeren als England trifft. Das Spiel hatte alles: Kontroversen, Spannung und eine Entscheidung in der Verlängerung, aus der die Albiceleste erneut als Sieger hervorging.» (Der Spitzname von Alvarez ist die Spinne, d.Red.)
🇪🇸 Marca
«Dritter ‹Matchball›, den Argentinien noch abwehrt. Der Weltmeister, der ein eher schwaches Spiel zeigte, kam wieder ins Spiel, auch wenn er nach einer doppelten Gelben Karte gegen Embolo in der 72. Minute in die Verlängerung musste. Die Partie war langweilig und bot auf beiden Seiten wenig Spielfluss.»
🇮🇹 Gazzetta dello Sport
«Embolo patzte mit einer Schwalbe und sah dafür die zweite Gelbe Karte, doch die Partie wurde schliesslich in der Verlängerung entschieden.»
🇮🇹 Corriere dello Sport
«Argentinien, Lauf und Tränen: Julian Alvarez und Lautaro schicken Messi nach 120 Minuten ins Halbfinale.»
🇫🇷 L'Équipe
«Wieder am Abgrund, aber immer noch da. Argentinien hat sich nicht den einfachsten Weg ausgesucht, doch es geht weiter und der Traum vom Double lebt.»
🇺🇸 The Athletic
«Vielleicht wollte es Messi zu sehr. Oder vielleicht – und das ist wahrscheinlicher – war es einfach zu viel verlangt von einem 39-Jährigen, der vor acht Tagen 120 Minuten in einem K.-o.-Spiel absolviert hatte, am Dienstag weitere 90 Minuten und hier erneut 120 Minuten, um Argentinien wieder einmal zum Sieg zu führen. So oder so lebt sein Traum von der Weltmeisterschaft weiter.» (car/sda/dpa)
