Spektakulärer Trade in der NBA – hier landet Superstar Antetokounmpo
Dieses Trade-Beben ist eines mit Ankündigung: Nicht erst seit dem verfrühten Saisonende der Milwaukee Bucks, die sich nicht für die Playoffs qualifiziert haben, wurde über einen Weggang von Giannis Antetokounmpo gemunkelt.
Der griechische Basketball-Superstar vermied es zwar, öffentlich eine Trade-Forderung zu stellen. Berichte darüber, dass Antetokounmpo intern unter anderem durch seinen Berater aber klar den Wunsch äusserte, die Bucks nach 13 Jahren und einem Titelgewinn zu verlassen, gibt es schon länger. Dieser Wunsch scheint nun in Erfüllung zu gehen.
The Heat are sending to Milwaukee unprotected first-rounders in 2031 and 2033 along with No. 13, a pick swap in 2030 and a 2033 second-rounder, according to sources.
— Shams Charania (@ShamsCharania) June 23, 2026
The trade does not include any additional teams -- it is a one-to-one move, sources said -- but both the Heat… https://t.co/qsxVhBh9gp
Wie der äusserst zuverlässige NBA-Insider Shams Charania von ESPN berichtet, schickt Milwaukee den 31-jährigen Power Forward nämlich per Trade nach Miami. Die Heat geben dafür mehrere Spieler sowie mindestens drei Erstrundenpicks an die Bucks ab. Darunter ist neben Dreierspezialist Tyler Herro auch das Auswahlrecht an 13. Stelle im Draft von der Nacht auf den morgigen Mittwoch.
Während sich die Milwaukee Bucks, die neben dem 26-jährigen Herro auch den 24-jährigen Jaime Jaquez Jr., den 21-jährigen Kel'el Ware – einen sehr talentierten Center – und den 19-jährigen Kasparas Jakucionis erhalten, für die Zukunft wappnen, wollen die Miami Heat sofort Erfolg haben. Nach drei enttäuschenden Saisons, in denen der dreifache NBA-Champion nie über die erste Playoff-Runde hinauskam, wollen die Floridianer wieder um den Titel mitspielen.
Mit Giannis Antetokounmpo ist ein grosser Schritt in der Entwicklung zu einem ernstzunehmenden Titelanwärter getan, doch ist fraglich, ob das reicht. Neben dem zweifachen MVP ist nun Bam Adebayo der grösste Star. Der 28-jährige Center ist ein herausragender Verteidiger und sorgte in der vergangenen Saison mit einem 83-Punkte-Spiel für Aufsehen, ist aber wie Antetokounmpo kein guter Werfer. Zwei solche Spieler unter den Stammspielern zu haben, ist in der modernen NBA ein Problem.
Ausserdem fehlt ein Spielmacher auf Starniveau. Zwar wird Antetokounmpo den Ball häufig in den Händen halten, doch kann auch er nur bedingt Würfe für seine Mitspieler kreieren. So muss sich Miami wahrscheinlich weiter verstärken, wobei es dazu erst noch weitere Spieler loswerden muss, um genügend Raum unter der Gehaltsobergrenze zu haben. Die Buchmacher sehen Miami weiterhin hinter Oklahoma City, San Antonio, Boston, das ebenfalls mit Milwaukee über einen Trade verhandelte, und Titelverteidiger New York.
Antetokounmpo wurde 2013 von den Milwaukee Bucks an der 15. Stelle gedraftet. Jahr für Jahr verbesserte sich der 2,11 Meter grosse Grieche, der sich vom schmächtigen Jüngling zu einem echten Muskelpaket entwickelte, bis er zeitweise der beste Basketballer der Welt war. 2018/19 und 2019/20 wurde er jeweils zum wertvollsten Spieler der Saison (MVP) gewählt, beim zweiten Mal zusätzlich zum besten Verteidiger. Beide Auszeichnungen in derselben Saison erhielten zuvor nur Michael Jordan (1987/88) und Hakeem Olajuwon (1993/94).
In den Playoffs blieb der Erfolg jedoch meistens aus – abgesehen von der Saison 2020/21, in der Antetokounmpo die Bucks zum zweiten Titel der Vereinsgeschichte nach 1970/71 führte. Ansonsten ging es nur einmal in die Halbfinals, fünfmal bedeutete schon die erste Runde Endstation, häufig überraschend und mehrmals gegen Miami. Danach gelang es den Verantwortlichen der Bucks nicht mehr, Antetokounmpo ein titelwürdiges Team zur Seite zu stellen. Wiederholte Verletzungen des Superstars erschwerten dies zusätzlich. Je länger die enttäuschenden Ergebnisse spätestens in den Playoffs anhielten, desto sinnvoller erschien ein Trade für alle Seiten.
Diese dürfte nun erfolgen. Für den Rest seiner Blütezeit versucht Giannis Antetokounmpo sein Glück beim einstigen Angstgegner – der bei ihm zuoberst auf der Wunschliste der Trade-Destinationen gestanden haben soll.
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