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Bayern Munich's coach Josep Guardiola reacts during the Champions League group E soccer match against Manchester City, in Munich September 17, 2014.                                REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER)

Mit seiner Mannschaft nur selten zufrieden: Bayern-Trainer Pep Guardiola. Bild: MICHAELA REHLE/REUTERS

Überraschendes Geständnis

Pep Guardiola: «Tiki-Taka ist Scheisse, eine Ersatzhandlung»

Tiki-Taka, das so erfolgreiche spanische Kurzpassspiel. Untrennbar ist es mit dem Namen Pep Guardiolas und seinen 14 Titel mit dem FC Barcelona verbunden. Nun überrascht der Erfolgscoach mit einem so nicht erwarteten Geständnis.



«Ich hasse dieses ewige Tiki-Taka! Lasst mich mit dem Tiki-Taka zufrieden. Tiki-Taka ist Scheisse, eine Ersatzhandlung: sich den Ball zuspielen, um sich den Ball zuzuspielen, ohne jede Absicht oder Drang nach vorne. Nichts! Nichts! Ich werde es nicht zulassen …»

Bayern-Trainer Pep Guardiola sitzt nach dem nicht gerade überragenden 2:0-Derbysieg gegen Nürnberg zu Beginn der Saison 2013/14 mit Marti Perarnau in einem Restaurant und isst genüsslich seine Kartoffelcrèmesuppe, als dem Bayern-Trainer diese Worte über die Lippen kommen. Nachzulesen auf Seite 213 der eben erst erschienenen Biographie «Herr Guardiola. Das erste Jahr mit Bayern München».

MUNICH, GERMANY - OCTOBER 04:  Josep Guardiola, head coach of Muenchen looks on prior to the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Hannover 96 at Allianz Arena on October 4, 2014 in Munich, Germany.  (Photo by Lennart Preiss/Bongarts/Getty Images)

Pep Guardiola und seine Fussball-Philosophie sind in Marti Perarnaus Biographie «Herr Guardiola» eindrücklich nachzulesen. Bild: Bongarts

Die Aussage Guardiolas überrascht, war es doch er selber, der Tiki-Taka mit dem FC Barcelona zwischen 2008 und 2012 zum Mass aller Dinge im europäischen Klubfussball gemacht hat. 14 Titel gewann der Katalane in diesen vier Jahren mit der «Blaugrana». Warum also diese Kritik?

Es ist der Selbstzweck, der Guardiola ärgert. Der Fussball-Lehrer will kein ödes Ballgeschiebe. «Die Spieler müssen sich selbst sein. Von dem Moment an, wenn sie zusammen ins Mittelfeld vorrücken, möchte ich, dass sie sich lösen, dass sie ihre DNA freisetzen, dass sie laufen, sich befreien. Darin sind sie wie Monster. Das lieben sie. Und ich liebe es, wenn sie das tun.»

Bild

«Dass sie rennen. Dass sie über die Aussen das Spiel öffnen und nach innen flanken. Nicht um direkt aufs Tor zu schiessen, das geht nicht sofort, sondern um den gegnerischen Abwehrversuch auszunutzen und den zweiten Angriff zu starten, den wirklich gefährlichen. Wenn wir gemeinsam angreifen, kommt der abgewehrte Ball wieder zu uns, und dann werden wir der Abwehr wirklich weh tun, weil wir sie auf dem falschen Fuss erwischen.» So lässt der Autor Perarnau den Trainer Guardiola dessen Fussball-Philosophie erklären.

«Am wichtigsten Tag habe ich mich selbst verraten»

Die komplette vergangene Saison hat Perarnau die Bayern und seinen neuen Trainer aus Spanien begleiten dürfen. Guardiola gewährte dem Autor einen exklusiven Einblick in die innersten Dynamiken seiner Arbeit. «Herr Guardiola» überschreite zwar bisweilen die Grenze zur Heiligenverehrung, meint der «Tagesspiegel». Dennoch sei das Buch äusserst lesenswert.

Bayern head coach Pep Guardiola watches  the Champions League semifinal second leg soccer match between Bayern Munich and Real Madrid at the Allianz Arena in Munich, southern Germany, Tuesday, April 29, 2014. (AP Photo/Matthias Schrader)

Pep Guardiola muss bei der 0:4-Niederlage gegen Real Madrid im Champions-League-Halbfinal machtlos zusehen. Bild: AP

Eindrücklich beschrieben werden auch die Verwandlung von Philipp Lahm vom Aussenverteidiger zum defensiven Mittelfeldspieler sowie das Halbfinal-Aus gegen Real Madrid in der Champions League. «Ich habe mich geirrt, Mann. Ich habe mich total geirrt. Das ist eine grosse Scheisse. Die grösste Scheisse, die ich als Trainer je gemacht habe», ärgert sich Guardiola über das 0:4 im Rückspiel. «Am wichtigsten Tag des Jahres habe ich mich selbst verraten.»

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