Premier League spricht Manchester City in allen Punkten schuldig
Die Premier League teilt am Dienstagabend mit, was bereits vermutet wurde. Manchester City wird in allen Anklagepunkten im Zusammenhang mit den Verstössen gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig befunden. Die Finanzen wurden zwischen 2009 und 2018 durch Scheinverträge mit Sponsoren aufgebessert. Dadurch wurden die Einnahmen des Vereins künstlich in die Höhe getrieben und Manchester wollte so Kosten senken.
Die Premier League hatte ManCity im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt, die durch die Enthüllungen der «Football Leaks» im «Spiegel» ausgelöst worden waren.
Der Verein, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, wies die Vorwürfe immer wieder zurück. Klubchef Khaldoon Al Mubarak schrieb an die Fans, die Zuversicht, die Unschuld des Klubs zu beweisen, sei ungebrochen. Er sieht City im Visier von Gegnern: Es gebe «noch immer viele, die den Aufschwung unseres Klubs untergraben wollen».
Die unabhängige Kommission, welche den Fall untersucht hat, hat gemäss einer Mitteilung der Premier League folgende Verstösse festgestellt:
- Manchester City hat Scheinverträge mit einer Reihe seiner kommerziellen Partner abgeschlossen, welche die tatsächliche Vereinbarung zwischen den Parteien falsch darstellten.
- Falsche Jahresabschlüsse wurden eingereicht und somit der wahre Stand der eigenen Finanzen verschwiegen.
- Die Ausgabenobergrenzen der Premier League und der UEFA wurden erheblich verletzt.
- Während der Untersuchung der Premier League hat der Verein mehrfach gegen seine Pflichten zur Zusammenarbeit und zum Handeln in bestem Glauben gegenüber der Liga verstossen. Von vier mutmasslichen Verstössen wurden drei bestätigt.
Premier-League-Geschäftsführer Richard Masters wird wie folgt zitiert: «Dieser Disziplinarfall und diese Entscheidung sind die bedeutendsten in der Geschichte der Premier League. Einige Aspekte des Falls sind noch ungeklärt.» Dazu gehört auch, wie Manchester City bestraft wird. Möglich sind eine Busse, Punktabzug, Zwangsabstieg und Aberkennung der Titel, welche zwischen 2009 und 2018 gewonnen wurden.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ManCity bestraft wird. Schon 2020 hatte die UEFA den Verein wegen Verstössen gegen das «Financial Fairplay» für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Sperre auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro. (riz/sda/dpa)
