Sport
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Franz A. Zoelch, NL Praesident der Geschaeftsfuehrung des Schweizerischen Eishockeyverbandes, eroeffnet am Freitag, 17. Juni 2005, in Giubiasco (TI) die 6. ordentliche Gesellschafter Versammlung. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Franz A. Zölch im Juni 2005. Bild: KEYSTONE

Analyse

Berns «Hauptmann von Köpenick» und ein Lehrstück über die wahre Berner Art

Er war hoher Offizier, Hochschuldozent, Starjurist und Partylöwe. Jetzt ist er wegen Betrugs angeklagt. Welch eine Ungerechtigkeit des Schicksals. Franz A. Zölch (70) hat den Bernern ja nur ein wenig den Spiegel vorgehalten. Von ihm lernen wir mehr über die Eigenart der Berner als von Jeremias Gotthelf und Rudolf von Tavel zusammen.



Die «Berner Zeitung» hat daraus die Titelgeschichte gedrechselt: Franz A. Zölch wegen Betrugs angeklagt! Was für ein Ereignis!

Stark vereinfach gesagt: Der flotte Franz hat bei Freunden und Fremden Darlehen aufgenommen und nicht mehr zurückbezahlt.

Um diese Geschichte und die Berner zu verstehen, müssen wir kurz zurückblenden. In den 1990 Jahren ist Franz A. Zölch einer der bekanntesten Berner der Zeitgeschichte. Brigadier, Gatte der Regierungsrätin und SVP-Prinzessin Elisabeth Zölch, Starjurist, Hochschuldozent und Präsident der Eishockey-Liga.

Damals haben sich unsere Wege zum ersten Mal gekreuzt. Denn er war ja ab 1995 bis 2006 der Boss der Hockey-Klubbosse. Und fortan waren wir uns in herzlicher Abneigung zugetan, einen Gang vor Gericht inklusive. Denn nach zehn Minuten war mir klar: Franz A. Zölch ist Berns Hauptmann von Köpenick. Und ich habe mich jahrelang gewundert, warum niemand darauf gekommen ist. Oder besser: ich habe dank Franz A. Zölch einen noch tieferen Einblick in die wahre Mentalität der Berner gewonnen.

Bild

Friedrich Wilhelm Voigt, besser bekannt als Hauptmann von Köpenick, auf einem undatierten Polizeifoto. Bild: Wikipedia

Kurz eine Erklärung zum Hauptmann von Köpenick: Friedrich Wilhelm Voigt (1849 – 1922) war ein Schuhmacher. Er wurde als Blender unter dem Namen Hauptmann von Köpenick weltberühmt. Durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Köpenick bei Berlin, in das er am 16. Oktober 1906 als Hauptmann verkleidet mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten eindrang, den Bürgermeister verhaftete und die Stadtkasse plünderte. So ist der blinde Glaube an Uniform und Autoritäten der Deutschen wohl nie entlarvt worden.

Nun denken wir: So etwas Ähnliches wäre in der Schweiz oder gar in Bern unmöglich. Falsch. Es war möglich. Franz A. Zölch ist der Hauptmann von Köpenick der Berner.

Tief in der DNA der Berner schlummert das «Ancien Régime». Die stolze Arroganz einer kleinen Elite, die Bern in den 1600er und 1700er Jahren zum mächtigsten Stadtstaat Europas machte und die von sich sagte: «Uns schaudert es, wenn wir daran denken, wie reich und vornehm wir sind.»

Die Rats- und Geschäftsherren unterhielten beste Beziehungen zu allen Höfen Europas, ihre Söhne dienten als hohe Offiziere oder Diplomaten den Kaisern und Königen.

Vor Uniformen, hohen Regierungsämtern verbeugen sich die Berner innerlich immer noch so tief sie es vermögen. Und Franz A. Zölch hat die Berner entlarvt.

Diese Herrlichkeit ist zwar mit dem Einfall der Franzosen 1798 hinweggefegt worden. Seither ist auch der Staat Bern eine Demokratie, in der vor dem Gesetz und auch sonst alle gleich sind.

Nur wer die Berner besser kennt, wer Zwischentöne vernimmt, spürt nach wie vor das stolze, alte Bern. «Ja, im Himmel sind wir alle gleich. Aber hier in Bern ist noch Ordnung.» Das sagte die legendäre, 1980 verstorbene Louise Elisabeth de Meuron-von Tscharner, besser bekannt als Madame de Meuron zu einem Gottesdienstbesucher, der mit dem Hinweis, vor Gott seien alle gleich, ihr im Münster nicht Platz machen wollte.

Bild

Madame de Meuron. Bild: Wikipedia

Vor Uniformen, hohen Regierungsämtern verbeugen sich die Berner innerlich immer noch so tief sie es vermögen. Und Franz A. Zölch hat die Berner entlarvt.

Dabei war es so einfach, ihn zu durchschauen. Er galt in Bern einst als hoch angesehener «Fürsprecher». Das ist die alte bernische Bezeichnung für einen Anwalt.

Aber er war zweimal durch die Anwaltsprüfung geflogen. Nach Praktika beim berühmten Hans W. Kopp in Zürich. Franz A. Zölch war tatsächlich ein «Fürsprecher». Er sprach immer und ausschliesslich für sich selbst. Als ich sein fehlendes Anwaltspatent 1995 in einem ersten Portrait über den neuen Boss der Hockey-Bosse enthüllte, begann unsere herzliche Abneigung. Sie hält bis heute an.

Es gibt schon berühmte Berner, die ihn früh durchschaut haben. Ein Hockey-Manager, dessen Name mir soeben entfallen ist, pflegte auf meine Fragen, warum er denn gegen die Spesen-Exzesse des Liga-Präsidenten bei der Ligaversammlung nichts unternehme, händeringend zu sagen: «I cha doch nid – wägem Lisebethli!». («Ich kann doch nicht – wegen der Elisabeth.») Gemeint war Franz A. Zölchs damalige Gattin Elisabeth Zölch, Regierungsrätin und lange Zeit SVP-Bundesratskandidatin.

Die Berner Regierungsraetin und Volksdirektorin Elisabeth Zoelch aeussert sich am Montag, 5. September 2005, an einer Medienkonferenz in Bern zu den Leistungen des Kantons Bern zu den Unwetterschaeden. Der Regierungsrat bereitet einen ersten Rahmenkredit zur Bewaeltigung der Schaeden vor. (KEYSTONE/ oshiko Kusano)

Elisabeth Zölch-Balmer im September 2005. Bild: KEYSTONE

Wohl war. Es wäre schwierig, ein grosses Hockey-Unternehmen im Bernbiet zu managen, wenn man die einflussreichste Regierungsrätin gegen sich hat.

Franz A. Zölch war, soweit ich ihn kennengelernt haben, kein Betrüger. Sondern eine charmante, eloquente und freundliche bernische Ausgabe des Hauptmannes von Köpenick.

Er nützte schlau den Respekt vor Amt und Uniform. Es kam ab und an vor, dass er eine Ligaversammlung in der Uniform des Brigadiers leitete. Oder sonst in diesem schmucken militärischen Ehrengewand auftrat. Es war jeweils zu spüren, wie selbst tüchtigste Hockeypräsidenten innerlich die Hand an die Hosennaht legten. Ein Brigadier! Den Dienstgrad hatte Franz A. Zölch allerdings «nur» als Armee-Informationschef. Ein entsprechendes Truppenkommando hat er nie geführt. Aber Brigadier ist Brigadier. Punkt.

Seine Spesen-Abenteuer sind nachgerade legendär. Pro Fotokopie verrechnete er beispielsweise schon in den 1990er Jahren dem Hockeyverband einen Franken das Stück. Und er fotokopierte sozusagen im Akkord. Er hat unzählige Arbeitsgruppen gebildet und Projekte und Studien im Hockey verfasst, die nichts als die Luft erwärmten. Aber immer legal. Seine Anträge pflegte er bei der Ligaversammlung charmant mit einem Nebensatz zu beenden: «Miner Herre – äs choschtet de öppis.» («Meine Herren – es kostet dann etwas»).

Suisse Hockey-Nationaltrainer Ralph Krueger, rechts, beobachtet von Ligapraesident Franz Zoelch, links, aeussert sich an der Saisonmedienkonferenz, am Dienstag, 30. August 2005 in Bern, zu den Saisonzielen der Nationalmannschaft. (KEYSTONE/PHOTOPRESS/Lukas Lehmann)

Zölch beobachtet als Ligapräsident den damaligen Nationaltrainer Ralph Krüger. Bild: KEYSTONE

Als genialer Machiavellist manövrierte er seine Gegner aus. Der Gatte der einflussreichsten Berner Regierungsrätin pflegte zu den Granden der Berner Politik beste Beziehungen und während er freundlich lächelnd einen Kritiker begrüsste, hatte er längst «obiche» die Sache in seinem Sinne geregelt.

Da er kein Anwaltspatent hatte, konnte er seine Klienten nicht vor Gericht vertreten. Er spezialisierte sich darum Kraft seiner exzellenten Beziehungen auf juristische Beratungen, Konzepte, Arbeitsgruppen im Bereich Medien, Werbung, Verwaltung, Militär und Sport. Zudem war er Hochschuldozent für Medienrecht – alles einträgliche Mandate.

Die Zeit der lukrativen Mandate ist vorbei. Der Hauptmann von Köpenick hat keine Uniform mehr. Und Geld verdienen ist ohne Anwaltspatent halt auch schwieriger als mit.

Diese herrlichen Zeiten sind längst Vergangenheit. Seine Gattin liess sich 2005 scheiden und stieg 2006 aus der Politik aus. Seither steht Franz A. Zölch ohne politische Protektion da, als Kaiser ohne Kleider quasi. Die Zeit der lukrativen Mandate ist vorbei. Der Hauptmann von Köpenick hat keine Uniform mehr. Und Geld verdienen ist ohne Anwaltspatent halt auch schwieriger als mit.

Also soll Franz A. Zölch in den letzten Jahren bei Freunden und Bekannten immer wieder Darlehen aufgenommen haben. Mit der Versicherung, das Geld gleich wieder zurückzuzahlen. Ich gehe davon aus, dass er eigentlich gerne zurückgezahlt hätte. Wenn er dazu in der Lage gewesen wäre.

Viele haben ihm vertraut. Wenn man einem ehemaligen Regierungsratsgatten, Hochschuldozenten, Brigadier und persönlichen Bekannten von Adolf Ogi im Bernbiet nicht mehr glauben und vertrauen kann – wem dann noch!

Bundesrat Adolf Ogi (links) unterhaelt sich waehrend der Delegiertenversammlung mit der Berner Regierungsraetin Elisabeth Zoelch (rechts.) An der SVP-Delegiertenversammlung in Muttenz BL fassten die Delegierten am Samstag, 22. August 1998, die Parolen fuer zwei der drei Vorlagen, ueber die am 27. September abgestimmt wird. Neben der Leistungsabhaengigen Schwerverkehrsabgabe stand auch die Volksinitiative 'fuer die 10. AHV-Revision ohne Erhoehung des Rentenalters' zur Diskussion. Bereits frueher hatten die SVP-Delegierten mit einer Gegenstimme die Nein-Parole fuer die Kleinbauern-Initiative beschlossen. (KEYSTONE/Markus Stuecklin)

Adolf Ogi und Elisabeth Zölch an der SVP-Delegiertenversammlung 1998. Bild: KEYSTONE

Allerdings haben ihn viele durchschaut. So soll er einem hohen Hockeyfunktionär telefoniert und ihn um Geld gebeten haben. Er müsse in Genf eine Millionensumme eines arabischen Geschäftsfreundes heute noch herauslösen und sei dummerweise gerade nicht flüssig. Der kluge hohe Hockey-Funktionär, im Hauptberuf Weinhändler, hatte eine wunderbare Ausrede. «Ich würde Dir gerne helfen Franz. Aber ich habe zufälligerweise grad heute ein Auto gekauft und bin auch nicht flüssig…»

Die in der «Berner Zeitung» aufgeworfene Frage, wo denn das Geld von Franz A. Zölch geblieben sei, ist einfach zu beantworten. Nichts ist teurer als die laufende Renovierung von Luftschlössern. Das Bild des Franz A. Zölch von Welt, den Brigadier, den Starjuristen, kurzum die hohe soziale Stellung zu wahren, kostet halt viel, viel Geld. Und seit der Scheidung ist seine hoher sozialer Status nur noch ein Luftschloss.

Der wahre «Hauptmann von Köpenick» ist seinerzeit vom Kaiser begnadigt worden. Seine Majestät soll herzlich gelacht haben.

Interessant ist die Frage, ob als Jurist ohne Anwaltspatent eine ähnliche Karriere auch ausserhalb des Bernbietes möglich gewesen wäre. Meine Antwort: auf diese Art und Weise mit ziemlicher Sicherheit nicht. Erst die Kombination aus tiefem bernischen Respekt vor staatlichen Autoritäten und militärischen Graden und dem Beziehungsnetz in den staatlichen und halbstaatlichen Administrationen – in Bern sind Beziehungen in den Verwaltungen das, was in Zürich das Geld ist – hat Berns «Hauptmann von Köpenick» möglich gemacht.

Der wahre «Hauptmann von Köpenick» ist seinerzeit vom Kaiser begnadigt worden. Seine Majestät soll herzlich gelacht haben.

Noch gilt für Zölch die Unschuldsvermutung, aber ob die Berner Richter am Ende auch lachen werden, ist noch nicht sicher.

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rim 07.07.2019 18:59
    Highlight Highlight Amüsant geschrieben und wohl deshalb eine Verkürzung? Selbstverständlich gibt es unter Bernern (genau so wie überall sonst) in allen "Schichten diese "mehr Schein als Sein" Typen. Eine universelle Spezies sozusagen, die aber nur "erfolgreich" funktionieren kann, wenn sie unter ihresgleichen "agiert". Selbstredend, die von Zaugg geschilderte Szene in Brigadier Uniform. Das Publikum liess sich davon "beeindrucken". (Echter,aufgeklärter, liberaler Bernergeist würde dies lächerlich finden) Die Gruppe war also- wie Zölch - Teil der universalen Trash- Gemeinschaft. So Trash as Trump can;-)
  • Peter Beutler (1) 07.07.2019 10:52
    Highlight Highlight Als ich vor 50 Jahren hin und her überlegte, zu dissertieren , sagte mir ein Professor: Das empfehle ich dir. Gescheiter wirst du damit nicht, aber im Staate Bern musst du, um etwas zu gelten, entweder ein hoher Stabsoffizier sein oder mit Doktor angeredet werden. Am besten natürlich beides. Den Doktor schaffte ich: 4 zusätzliche Jahre, sozusagen ohne Lohn. Stabsoffizier wurde ich nicht, stattdessen Gymnasial- und Seminarlehrer. Die Kollegen ohne Titel verdienten ordentlich, gleich viel wie ich. Briefe mit der Anschrift Herr Dr. B... sind selten und ich ein gewöhnlicher Berner geworden.
  • Jüre51 07.07.2019 10:29
    Highlight Highlight Der Franz war 1971 mein Korporal in der Panzerrekrutenschule in Thun und schon sehr abgehoben und mit viel Dünkel behaftet! Aber damals machten genau solche Typen in der Armee ihre Karriere…

  • manolo 07.07.2019 06:19
    Highlight Highlight Zaugg meint sicher nur die Stadtberner! Wir Bieler sind von anderem Holz und möchten uns mit ihnen nicht vergleichen lassen!
    • MARC AUREL 07.07.2019 12:08
      Highlight Highlight Von anderem Holz?😂 Biel = Sozialfall...
    • Baron Swagham IV 07.07.2019 17:07
      Highlight Highlight Amen Bruder/Schwester!
  • Traumdeuter 07.07.2019 00:42
    Highlight Highlight Sind denn nicht vor allem die Geldgeber selber schuld, wenn sie Riesensummen leihen ohne Garantien? Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Wenn sie jetzt nach Jahren klagen, macht sie auch nicht mehr reicher. Prestigedenken zahlt sich selten aus. Personen gehobenen Kreises zu unterstützen in der Hoffnung, dass die Krone winkt, ist sehr naiv. Zoelch hat juristisch wohl alles "richtig" kalkuliert. Nur ist sein Leben seit Jahren wohl unerträglich geworden. Persönlich kenne ich FZ aus gemeinsamen Diensttagen. Er hat dort mit seiner zuvorkommenden Art gepunktet. War wohl auch nur Show.
  • c_meier 06.07.2019 22:54
    Highlight Highlight das gab es sehr wohl auch in anderen Regionen, sucht mal nach Ernst Brunner, der in Luzern ab 1950 mit seiner eigenen Bank mit hohen Zinsen lockte (11 bis 18 % Zins) und über diverse eigene Firmen mit Geld jonglierte und so besonders 1960-1970 das öffentliche Leben in Luzern mit Empfängen, Banketten, Musik usw in seiner Villa prägte.
    1970 machte er kurz vor einer Sonderrevision Selbstmord, zurück blieb ein Schaden von etwa 12 Millionen CHF und seine Firmen mussten alle liquidiert werden...
  • Dani B. 06.07.2019 22:00
    Highlight Highlight Ja, aber irgrndwodüre dänken i auwä mängisch es gäbi haut doch zwei Siite u würd mer beidi berücksichtige, äsoo vu Hinde halt, wärs doch viellich schläuer, mer seiti gar nüüt.
    • Hierundjetzt 06.07.2019 23:17
      Highlight Highlight Also hat er die Darlehen jetzt zurückbezahlt oder nicht? Also.
  • karl_e 06.07.2019 21:59
    Highlight Highlight "Vor Uniformen, hohen Regierungsämtern verbeugen sich die Berner innerlich immer noch so tief sie es vermögen" schreibt Herr Zaugg. Als Träger eines echt bernischen Namens muss er das wohl aus eigener Erfahrung wissen. Ich bin zwar auch Berner, aber vor Uniformen und hohen Regierungsleuten verbiege ich mich nicht.
  • Gustav.s 06.07.2019 20:18
    Highlight Highlight Natürlich wäre es auch anderswo möglich gewesen. Z.b in Aarau so ähnlich einfach kleiner und in Zürich nicht mit Parteizugehörigkeit aber viel gewaltiger über den Geldadel.
  • Widmer 06.07.2019 20:03
    Highlight Highlight Die Geschichte ist süffig geschrieben. Aber der Autor hat kräftig übertrieben, mit Floskeln, zu vielen Plattitüden und etlichen Ungenauigkeiten um sich geworfen. So stimmt es auch nicht, dass die Ehe vor dem Rücktritt seiner Frau geschieden worden sei. Wie sachlich ein Text herauskommt, wenn der Autor und der Franz A. Zölch sich über Jahre hinweg angefeindet haben, mögen die Leserinnen und Leser beurteilen.
    • wasps 07.07.2019 10:08
      Highlight Highlight Der Richter wird’s richten.
  • Baron Swagham IV 06.07.2019 19:16
    Highlight Highlight Der Baron ist immer etwas verwirrt wenn es um "Berner" geht. Meint es die Wesensart der Stadtberner/Patrizier oder die der Bewohner vom ganzen Kanton. Ich glaube zu wissen dass ein Winzer vom Bielersee aus anderem Holz gemacht ist als ein Bauer nahe der Grenze zum Entlebuch
    • Against all odds 06.07.2019 21:39
      Highlight Highlight Ein Herzchen von einem Bieler.
    • Baron Swagham IV 06.07.2019 21:51
      Highlight Highlight Oh ein quasi Landsmann🖐😁
  • Ein Freund von Petr E. Cycling (aka Blitzsammler) 06.07.2019 19:06
    Highlight Highlight Persönliche Abrechnung?

    Scheint mir plausibler. Mit ein paar zusätzlichen und eher wild zusammengefwürfelten historischen Faken gleich auf das Berner Wesen zu schliessen, wirkt jetzt grad etwas vermessen.

    Wer etwas weiter recherchiert, findet ziemlich schnell raus, dass Blender überall, meist aber zeitlich begrenzt, Erfolg haben. Oder würde der Artikelverfasser auch von Dieter Behring gleich auf die Basler Art schliessen?
  • Hagelhans im Blitzloch 06.07.2019 18:03
    Highlight Highlight Dem Chronisten gönne ich den Sprung in die Klischeekiste und mir die Unterhaltung, die daraus entsteht. Allerdings beschreibt Gotthelf die Eigenarten der Menschen im Allgemeinen, nicht die der Berner im Speziellen; so besagt es doch ein, wie ich finde, zutreffendes Klischee. Einen Blender und Angeber finden wir etwa in der Figur des Baumwollhändlers im "Ueli der Knecht".
    • Sherlock_Holmes 06.07.2019 23:45
      Highlight Highlight Oh... ein Freund Gotthelfscher Literatur – fürwahr ein genauer Beobachter und Chronist seiner Zeit. 🧐

      Und bis heute aktuell.

      Mit freundlichem Gruss
      eines mit Leiden und Freuden vertrauten Schulmeisters 😅
    • Hagelhans im Blitzloch 07.07.2019 09:56
      Highlight Highlight Danke und grüsse freundlich zurück. Freude an Gotthelf weiterzugeben an Menschen im Schulalter stelle ich mir recht herausfordernd vor.

      Bin tatsächlich ein Freund seiner Literatur und mehr noch ihm dankbar zugetan. Auf freundliche Weise hat er mir Demut beigebracht. Ich dachte, ich könne schreiben, bis ich anfing Gotthelf zu lesen. Folgendes Gotthelf-Wort trifft zu (auf seine Rede und mein Gemüt zumindest): "Was ist unsere Rede anders als eine unsichtbare Hand, wunderbar und vielfach gefingert, mit welcher wir fahren über unser Mitmenschen Gemüter."
  • wasps 06.07.2019 17:18
    Highlight Highlight Immerhin kann ihn nun die Stadtberner Burgergemeinde bis ans Lebensende durchfüttern. Mitgegangen, mitgefangen,
    • Hierundjetzt 06.07.2019 19:16
      Highlight Highlight Find ich sehr gut. Er ist ja nicht der einzige Blender der meint als Burger könnte man sich alles erlauben. Und das man immer noch im 1750 leben würde.

      Von Graffenried hat ebenso alles nach Zürich verkauft (Bank, Zeitungen, Radio, TV usw usw), weil er mit Geld nicht umgehen konnte.

      Bern ist daher die einzige Stadt der Schweiz ohne eigene Zeitung. Muss man sich mal vorstellen.
    • supi 06.07.2019 19:51
      Highlight Highlight Hmm .. am Ende sind es wieder die lauten Zürcher die auch diese Rechnung bezahlen (müssen)

      ..und täglich grüsst der kantonale Fiñanzausgleich ..
    • Widmer 06.07.2019 19:54
      Highlight Highlight Die Burgergemeinde hat mit seinen Machenschaften nichts zu tun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gender Bender 06.07.2019 17:08
    Highlight Highlight Ist der Lauber nicht auch ein wenig ein Blender mit starkem Rückhalt in den Teppichetagen? Das ganze geht also nicht nur auf kantonaler Ebene, sondern auch auf nationaler. Danke trotzdem für den Schwank.
    • Hierundjetzt 06.07.2019 19:13
      Highlight Highlight Lauber wäre ohne Berner Filz nie so hoch gekommen. Dafür spricht schon die Tatsache, dass er ohne Gerichtserfahrung Staatsanwalt des Bundes wurde.
  • fools garden 06.07.2019 16:48
    Highlight Highlight 😂👍
  • goschi 06.07.2019 16:46
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Couleur 06.07.2019 16:35
    Highlight Highlight "Er war hoher Offizier, Hochschuldozent, Starjurist und Partylöwe".

    Mir fehlen die vermeintlichen Exzesse des Partylöwen im Text. Oder war da der Eismeister selbst zu gegen und es gilt, dass ein Gentleman schweigt und geniesst?

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