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Dominic Thiem, of Austria, holds up the championship trophy after defeating Alexander Zverev, of Germany, in the men's singles final of the US Open tennis championships, Sunday, Sept. 13, 2020, in New York. (AP Photo/Seth Wenig)

Dominic Thiem darf zum ersten Mal eine Grand-Slam-Siegertrophäe in die Höhe stemmen. Bild: keystone

Thiem gewinnt im 4. Final den 1. Grand-Slam-Titel: «Es musste so sein»

Dominic Thiem wird im Final des US Open trotz Fehlstart seiner Favoritenrolle gerecht. Der 27-jährige Österreicher besiegt Alexander Zverev in 4:02 Stunden mit 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (8:6).



Thiem gewann den Final à-la-Zverev. Denn der Deutsche hatte in den Tagen zuvor sowohl den Viertelfinal gegen Borna Coric (nach 1:6, 2:4) wie den Halbfinal gegen Pablo Carreño Busta (nach 3:6, 2:6) nach klaren Rückständen gewonnen.

Im Final erwischte Alexander «Sascha» Zverev einen Traumstart. Er ging in der ersten Stunde 6:2, 5:1 in Führung und führte später 6:2, 6:4, 2:1 (mit Break). Zverev spielte bis zu diesem Moment wie aus einem Guss. Er dominierte den «Dominator», der anfänglich weit unter seinen Möglichkeiten blieb.

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Die Highlights des Spiels. Video: YouTube/US Open Tennis Championships

Wende im dritten Satz

Dennoch kippte die Partie. Zverev spielte nach dem Break-Vorsprung im dritten Satz etwas weniger gut, derweil sich Thiem steigerte. Im vierten Satz wurde es hochklassig. Am Ende geriet der Entscheidungssatz zur Abnützungsschlacht. Alexander Zverev, der überragende Aufschläger, servierte erste Aufschläge bloss noch mit 109 km/h. Das Tempo wurde langsamer und langsamer. Thiem hinkte in der Schlussphase mit Muskelkrämpfen auf dem Platz herum. Aber er gewann schliesslich mit dem dritten Matchball.

«Es musste so sein. Meine Karriere war schon immer genau wie das Spiel heute – viele Ups und Downs. Ich liebe, wie es herausgekommen ist.»

Dominic Thiem

Er beendete eine Achterbahnfahrt für alle Involvierten. Im Entscheidungssatz führte zuerst Dominic Thiem mit einem Break (2:1). Später sah Alexander Zverev beim Stand von 5:3 wie der sichere Sieger aus. Dann gewann wieder Thiem drei Games hintereinander, aber auch er konnte die Partie bei eigenem Aufschlag nicht beenden.

Zverevs Doppelfehler

Das Tiebreak verlief ebenfalls dramatisch: Zverev führte 2:0 und 3:2, leistete sich aber gegen den angezählten Gegner zwei Doppelfehler (zum 2:2 und 3:5).

Thiem sicherte sich nach drei Finalniederlagen an Major-Turnieren seinen ersten ganz grossen Titel trotz der Probleme am Ende dank der mutigeren Spielweise. Er ging mit zwei Servicewinnern erstmals in Führung (4:3) und erspielte sich mit zwei phantastischen Passierbällen die drei Matchbälle.

«Ich bin sicher, dass meine Eltern daheim stolz auf mich sind, auch wenn ich verloren habe.»

Alexander Zverev

Vor Thiem gewann letztmals der Argentinier Gaston Gaudio am French Open 2004 einen Grand-Slam-Final nach 0:2-Satzrückstand (0:6, 3:6, 6:4, 6:1, 8:6 gegen Landsmann Guillermo Coria). Am US Open gelang eine derartige Wende 1949 dem legendären amerikanischen Kämpfer Pancho Gonzales gegen Ted Schroeder mit 16:18, 2:6, 6:1, 6:2, 6:4. Thiem ist der zweite Österreicher nach Thomas Muster (French Open 1995), der ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte.

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Die Siegerehrung im Video. Video: YouTube/US Open Tennis Championships

Thiems Premiere

Dass Dominic Thiem der erste Major-Turniersieger seit Stan Wawrinka (US Open 2016) wurde, der nicht Djokovic, Federer oder Nadal heisst, überraschte am Ende gewiss niemanden mehr. Thiem verdiente den Titel wie kein anderer. Der 27-jährige aus Wiener Neustadt in Niederösterreich stand in drei der letzten fünf Grand-Slam-Finals.

«Ich wünschte wirklich, es könnte heute zwei Sieger geben. Wir hätten es beide verdient.»

Dominic Thiem

Und Alexander Zverev? Der Deutsche verbessert sich in der Weltrangliste vorerst vom 7. auf den 6. Platz. Aber wie kann er die Niederlage verarbeiten? Schliesslich stand er in den Sätzen 3 und 5 dem Sieg äusserst nahe, schlug zum Turniersieg auf (bei 5:4 im fünften Satz), stand am Ende aber mit leeren Händen und Tränen in den Augen da. Zverev, der schon drei Masters-1000-Turniere gewann und 2018 an den ATP Finals in London triumphierte, verlor auf Grand-Slam-Stufe auch die elfte Partie gegen einen Top-10-Spieler.

Der Grand-Slam-Zirkus trifft sich bereits in zwei Wochen in Paris zum French Open wieder – womöglich sogar mit Zuschauern. Das French Open plant trotz der steigenden Infektionszahlen in Frankreich derzeit noch mit maximal 11'500 Zuschauern pro Tag (verteilt auf die drei Stadion-Courts). Auf den «Court Central» werden 5000 Zuschauer gelassen. Diese Woche testet das Gros der Profis in Rom auf Sand. Thiem und Zverev verzichteten beide auf dieses Turnier. (abu/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Korrektur 14.09.2020 09:51
    Highlight Highlight Hat jemand seine Rede nach dem Sieg gesehen?
    Eine fast perfekte Imitation der Reden von Federer.
    Nur das Englisch ist schlechter.
  • Temeraire 14.09.2020 07:13
    Highlight Highlight Ich gönne Thiem den Triumph wirklich von Herzen. Klar war der Final nicht immer so hochklassig wie sich viele erhofft haben, aber die Willensleistung vom Dominator trotz offensichtlicher Verletzungssorgen war schon beeindruckend.

    Und an alle Nörgler: für beide war es wohl das grösste Spiel ihrer bisherigen Karrieren (Thiem weil er das erste mal in einem GS Final Favorit war, Zverev weil es sein erster GS Final war). Selbst Federer, Nadal und Djokovic waren bei ihren ersten grossen Endspielen nervös. Also warum dürfen die beiden es nicht sein?
    • trichie 14.09.2020 08:24
      Highlight Highlight Denke das grösste spiel für Zwerev war wohl als er die ATP Finals 2018 gewonnen hat (auch wenn das vom Stellenwert vielleicht nicht ganz GS ist) aber ja im Grundsatz hast du recht ;-)
  • tesfa 14.09.2020 07:11
    Highlight Highlight Zählt dies als reguläler GS-Sieg? Oder hadere ich einfach damit, dass so die Tenniszukunft aussieht? ;-) Ich vermisse Rafa, RF, Delpo und Stan jetzt schon.
  • DerLauch 14.09.2020 07:04
    Highlight Highlight Gratulation an Dominic Thiem. Ganz stark was er in den letzten Wochen gezeigt hat. Absolut verdienter Sieger!

    Wenn Zverev weiter an sich arbeitet und seine Nerven besser in den Griff bekommt, wird auch er früher oder später ein Grand-Slam Champion sein.

    Kleine Anmerkung
    2015 Wawrinka French Open
    2016 Murray Wimbledon
    2016 Wawrinka US Open
  • Toerpe Zwerg 14.09.2020 06:39
    Highlight Highlight "Dass Dominic Thiem der erste Major-Turniersieger seit Marin Cilic (US Open 2014) wurde, der nicht Djokovic, Federer oder Nadal heisst, überraschte am Ende gewiss niemanden mehr."

    Doch, das überrascht. Murray & Wawrinka?
    • Adrian Buergler 14.09.2020 07:27
      Highlight Highlight Merci, ist korrigiert!
    • trichie 14.09.2020 08:05
      Highlight Highlight Gemeint war wohl der erste neue GS-Sieger (also jemand der zum ersten mal ein GS-Turnier gewinnt) seit Cilic Ende 2014. Da waren Murray (2012) und Stan (Anfang 2014) früher dran ;-)

      War bei Thiem nur ne frage der Zeit. Hätte eher gedacht dass er Nadal in Paris beerbt aber so auch gut. Congrats.
    • bokl 14.09.2020 08:47
      Highlight Highlight "Hätte eher gedacht dass er Nadal in Paris beerbt ..."

      Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ohne Corona wäre ja Roland Garros 2020 Thiems erster GS geworden und das US Open der Zweite.
  • Tarom Tram 14.09.2020 06:35
    Highlight Highlight Wo in der ersten Zeile schon eine Fehler es ist kein Deutscher sondern ein Österreicher.
    • Adrian Buergler 14.09.2020 06:42
      Highlight Highlight @Tarom Tram: Dieser Satz bezieht sich auf Zverev.
  • Betty79 14.09.2020 06:34
    Highlight Highlight Ich freue mich sehr für Dominic Thiem. Er hat es wirklich verdient.

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