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Sport
Unvergessen

4.9.1977: Am US Open verletzt eine Pistolenkugel James Reilly im Stadion

US Open 1977 Pistolenkugel
Polizisten durchsuchen die Tribüne nach Hinweisen.Bild: AP
Unvergessen

An den US Open wird mitten im Stadion ein Fan durch eine Pistolenkugel verletzt

4. September 1977: Kurz nach Beginn des US-Open-Spiels zwischen John McEnroe und Eddie Dibbs schreit ein Fan auf der Tribüne laut auf. Eine Kugel hat ihn am Oberschenkel getroffen. Wer sie abgefeuert hat, ist bis heute ungeklärt.
04.09.2022, 00:0129.08.2022, 15:37
Ralf Meile
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James Reilly ist 33 Jahre alt. Gelber Blazer, Sitzplatz auf der Nordtribüne, Portal 8, im Forest Hills Stadion. Es ist 21.30 Uhr. Reilly ist einer von 6943 Zuschauern, die an diesem Sonntagabend das Drittrundenspiel des aufstrebenden John McEnroe gegen Eddie Dibbs sehen wollen. Er ist derjenige der 6943 Zuschauer, der das Spiel wie kein anderer in Erinnerung behalten wird.

Die Partie hat noch kaum angefangen, da wird sie unterbrochen. Ein Zuschauer schreit laut auf. Er sitzt auf der Nordtribüne, Portal 8. James Reilly hält sich den Oberschenkel, Blut strömt aus der Wunde. Einen Schuss hat niemand gehört, weder das Opfer noch die Zuschauer um ihn herum.

«Ich gehe nicht als Zielscheibe nach draussen»

Die beiden Spieler werden über den Vorfall informiert – und fühlen sich umgehend an einen Film erinnert, der wenige Monate vorher in den Kinos kam. In «Black Sunday» planen palästinensische Terroristen einen Anschlag im Stadion während dem Superbowl in Miami. Nur sieben Jahre nach der Ermordung israelischer Sportler an den Olympischen Spielen in München ist dieser Plot alles andere als eine utopische Vorstellung.

Former champion tennis player John McEnroe sits in the commentary box at centre court as France's Jo-Wilfried Tsonga plays against Serbia's Novak Djokovic during their men's singles fourth round match ...
McEnroe ist als TV-Experte immer noch im Tenniszirkus engagiert.Bild: AFP

«Ich gehe nicht als Zielscheibe nach draussen», sagt der 18 Jahre junge John McEnroe zum erfahrenen Eddie Dibbs und schlägt vor, unter einem Vorstand in Deckung zu gehen. Nach sechs Minuten geht das Spiel aber weiter – weil man die beiden Akteure anschwindelt. Ein Offizieller erklärt ihnen, auf den Zuschauer sei nicht geschossen worden. Man habe die Information falsch verstanden, er habe einen Schock erlitten: «The fan hadn't been shot, he'd gone into shock.»

Keine Spur vom Täter und keine Informationen über das Opfer

25 Jahre nach dem Zwischenfall hat die New York Times versucht, mit dem Opfer von damals zu sprechen. Doch die intensiven Recherchen blieben erfolglos, keiner der 45 vom Blatt kontaktierten James oder Jim Reillys war der Gesuchte. Die Spitalunterlagen wurden in der Zwischenzeit vernichtet. Heute ist der Mann, sofern er noch lebt, über 70 Jahre alt.

Nie geklärt wurde, wer den Schuss abgegeben hat. Die Polizei vermutete, dass das Projektil vom Kaliber 38 ein Querschläger war, der zufällig im Stadion einschlug. Die US Open wurden damals (zum letzten Mal) in Forest Hills im Stadtteil Queens ausgetragen, einer eher zwielichtigen Gegend.

John McEnroe warf den als Nummer 9 gesetzten Eddie Dibbs aus dem Turnier, welches später von Guillermo Villas gewonnen wurde. Doch in Erinnerung bleibt von dieser Drittrunden-Partie vor allem einer: der Tennis-Zuschauer auf der Nordtribüne, Portal 8, der von einer Pistolenkugel getroffen wurde: James Reilly.

Jeder ein kleiner McEnroe: «You Can Not Be Serious!» und weitere schöne Tennis-Ausraster.Video: YouTube/Sport Life
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Xherdan Shaqiri: «Ich war nicht zufrieden und das weiss Trainer Yakin auch»
Auf einer Stufe mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo: Xherdan Shaqiri hat an der WM wieder Rekorde aufgestellt. Der 31-Jährige fühlt sich mental stark und sagt, er messe sich gerne mit den Besten. Und er erklärt auch, warum er nicht stänkert, wenn ihn Trainer Murat Yakin auf der Seite bringt.

Alle Mikrofone sind angeschaltet, als Xherdan Shaqiri auf dem Trainingsgelände der Schweizer in die Mixed Zone zum Interview kommt. So viele Journalisten, etwa 35, hatte es hier noch nie – auch aus Portugal sind sie gekommen. Das verwundert kaum, zumal sich der 31-Jährige nach 111 Länderspielen wieder ein paar neue Einträge in die Geschichtsbücher notieren liess. Shaqiri ist neben Lionel Messi und Cristiano Ronaldo der einzige Fussballer auf dem Planeten, der an der WM 2014, 2018 und 2022 traf. Der einzige Schweizer, der an drei Weltmeisterschaften einen Treffer erzielte, ist der Zauberzwerg sowieso. Und mit elf Auftritten ist Shaqiri auch gleich WM-Rekordspieler (mit Rodriguez und Xhaka) der Schweiz, zudem hat er seit 2014 an jedem Grossanlass getroffen. Einzig Schweizer WM-Rekordschütze ist er (noch) nicht: Josef Hügi traf 1954 sechsmal – Shaqiri hat bislang fünf WM-Treffer.

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