«Eine Schande»: Fans an der Alpe d'Huez sorgen für blutigen Crash und grossen Ärger
An diesem Ort werden Legenden geboren: Erstmals seit vier Jahren ist die Tour de France auf die Alpe d'Huez zurückgekehrt. Tadej Pogacar feierte am Freitag seinen ersten Sieg auf dem mythischen Anstieg. Besonders machen diesen auch die Hunderttausenden Fans, die sich schon Stunden, bevor die Fahrer hinauffahren, auf der Strasse versammeln und für hervorragende Stimmung sorgen.
Es ist schwierig, den ganzen Wahnsinn in Worten zu beschreiben. Aber Videos in den sozialen Medien fassen diesen ziemlich gut zusammen:
POV: You're driving up Alpe d'Huez at the Tour de France...
— Cycling on TNT Sports (@cyclingontnt) July 24, 2026
...wait for the kilts 😂 pic.twitter.com/NiTTFQE3Pl
Meanwhile on 🇫🇷 Alpe d'Huez...
— Domestique (@Domestique___) July 24, 2026
🎥 colin_1105 pic.twitter.com/fbcD7QETs5
🇫🇷 Alpe d’Huez last night…
— Domestique (@Domestique___) July 24, 2026
🎥 @alefocher pic.twitter.com/Sy4YqBuXUk
Für die Fahrer wird der ohnehin extrem anstrengende Anstieg durch das grosse Aufkommen an Fans aber nicht unbedingt angenehmer. So müssen sie sich ihren Weg durch die wohl nicht immer nüchternen Zuschauerinnen und Zuschauer bahnen, die teilweise erst in letzter Sekunde zur Seite gehen.
Während dies für spektakuläre Bilder sorgt, kann dies die Fahrer auch behindern. Raum für Attacken ist an den Anstiegen kaum. Und Tadej Pogacar musste einigen Fans einmal mit deutlichen Gesten bedeuten, dass diese aus dem Weg gehen sollen:
🤪 𝑳𝒂 𝒍𝒐𝒄𝒖𝒓𝒂 𝒆𝒏 𝑨𝒍𝒑𝒆 𝒅'𝑯𝒖𝒆𝒛.
— Movistar Plus Deportes (@MPlusDeportes) July 24, 2026
𝐏𝐨𝐠𝐚𝐜𝐚𝐫 tuvo que pedir paso ante la gran cantidad de aficionados presentes en el Tour de France.
✅ Disfruta del #TDF2026 en @movistarplus a través de @Eurosport_ES. pic.twitter.com/eiVNTmPRxs
Remco Evenepoel wurde von den Fans gar regelrecht gestört. «Ich habe fünf Kilometer vor dem Ziel attackiert, aber es lief in zwei Phasen ab, weil ich von Fans und Motorrädern blockiert wurde», schimpfte der Belgier und fügte an: «Das war eine Schande.» Der 26-Jährige beendete die 19. Etappe der Tour de France als Sechster und konnte seinen Vorsprung auf den Rest des Feldes als Zweiter im Gesamtklassement zumindest um einige Sekunden ausbauen. Dennoch ärgerte sich Evenepoel: «Wenn ich den Angriff sauber hätte durchziehen können, wäre noch mehr drin gewesen.»
Noch deutlicher bekam der Kolumbianer Einer Rubio die Schattenseiten der tollen Stimmung am Alpe d'Huez zu spüren. Weil ein Fan am Strassenrand kurzzeitig die Balance verloren hatte, musste das Teamauto von UAE eine Vollbremsung einlegen. Der 28-jährige Rubio konnte nicht mehr ausweichen und krachte mit dem Gesicht in die Heckscheibe.
Lamentable accidente en el Tour de Francia.
— Joaquín López-Dóriga (@lopezdoriga) July 24, 2026
El colombiano Einer Rubio se despide de la competencia al chocar contra un auto por culpa de un imprudente aficionado. El atleta recibió 20 puntos de sutura en la cara.pic.twitter.com/G48kl5C3fy
Er musste mit 20 Stichen im Gesicht genäht werden, wie sein Team Movistar mitteilte. Die Tour ist für ihn vorzeitig beendet.
Die vorletzte Etappe am Samstag führt auf einer anderen Route gleich noch einmal hinauf nach Alpe d'Huez. Für gute Stimmung dürfte erneut gesorgt sein – jedoch bleibt zu hoffen, dass weitere schwere Unfälle wie jener von Einer Rubio dieses Mal ausbleiben. Dafür müssen sich die Fans aber zu benehmen wissen.
