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Kaum zu glauben, aber dieser kaputte Schläger gehört tatsächlich dem «Mr. Nice Guy» Roger Federer.
Kaum zu glauben, aber dieser kaputte Schläger gehört tatsächlich dem «Mr. Nice Guy» Roger Federer.
Bild: Getty Images
Unvergessen

Moment mal, träume ich?! Zertrümmert Tennis-Gentleman Federer hier wirklich sein Racket?

4. April 2009: Als Jungspund ist Roger Federer als Hitzkopf bekannt. Doch mit den Jahren und mit dem Erfolg legt sich dies – bis der brodelnde Vulkan wieder einmal ausbricht. Der Wutausbruch ist derart ungewohnt, dass die Schlagzeilen gross sind.
04.04.2018, 00:0104.04.2018, 09:34

Die Vorgeschichte

Das Jahr 2009 beginnt für Roger Federer, ohne dass er einen Titel gewinnen kann. Er verliert den Final der Australian Open in einem epischen Fünf-Satz-Kampf gegen seinen ewigen Rivalen Rafael Nadal. In Indian Wells scheitert er im Halbfinal an Andy Murray, nun will er in Miami endlich sein erstes Turnier der Saison gewinnen.

Nadal kriegt die Trophäe in Melbourne, Federer weint bittere Tränen.
Nadal kriegt die Trophäe in Melbourne, Federer weint bittere Tränen.
Bild: EPA

Der Ausraster

Im Halbfinal gegen Novak Djokovic, die Nummer 3 der Welt, zeigt Federer eine Leistung, welche die Agentur «Sportinformation» als «himmeltraurig» bezeichnet. Zwar gewinnt der Basler einen Satz. Doch als er im dritten Durchgang eine Vorhand ins Netz ballert, muss sein Racket dran glauben:

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Die Vorhand ins Netz …
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… verursacht Federers Wutausbruch.

Die Welt ist geschockt! Seit seinen Jugendjahren hat man den «Maestro» während eines Matches nicht mehr so die Kontrolle über sich selbst verlieren sehen. Das Zertrümmern seines Schlägers ändert jedoch nichts am Ausgang des Spiels: Federer, zu dem Zeitpunkt 0:2 und 0:30 im Rückstand, verliert den Halbfinal gegen Djokovic mit 6:3, 2:6, 3:6.

Wie mache ich mein Racket kaputt?

Das Erklär-Video für Hobbyspieler mit dickem Portemonnaie.

Die Schlagzeilen

Bild: Getty/watson

«Darf sich ein Vorbild für die Jugend so benehmen?», fragt der «Blick» und gibt die Antwort gleich selber: «Natürlich!» Federer sei auch nur ein Mensch. «Er kann wieder der Beste sein. Wenn dafür ab und zu mal ein Racket in die Brüche geht, ist das auch ein Beweis, wie sehr das Feuer in ihm noch brennt.»

Die Erklärung

Federer spielt den Vorfall herunter. Er habe schon schlechter gespielt in den letzten Jahren, sagt er den Reportern, und er habe auch schon Rackets zertrümmert. Den letzten Materialschaden liegt indes schon fünf Jahre zurück. «Ich hasse es einfach, zu verlieren», begründet Federer seinen Wutausbruch.

Federer nimmt an der Medienkonferenz nach dem Spiel Stellung.

Und so ging's weiter

Roger Federer lässt sich vom für seine Verhältnisse schwachen Saisonstart nicht beirren. Er gewinnt einen Monat später das Turnier in Madrid und triumphiert anschliessend erstmals bei den French Open. Der Karriere-Grand-Slam ist perfekt – und das zertrümmerte Racket längst vergessen.

Federer sinkt nach dem Finalsieg gegen Robin Söderling auf die Knie …
Federer sinkt nach dem Finalsieg gegen Robin Söderling auf die Knie …
Bild: AP
… und darf wenig später die Coupe des Mousquetaires küssen.
… und darf wenig später die Coupe des Mousquetaires küssen.
Bild: AP
Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Federers Niederlagen, bei denen er Matchbälle vergab

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Federers Niederlagen, bei denen er Matchbälle vergab
quelle: epa / laurence griffiths / pool
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