Wirtschaft
Arbeitswelt

Die Schweiz liegt im Mittelfeld, Dänemark an der Spitze und Chile ganz am Schluss: Um was für eine Tabelle handelt es sich hier?

Die Schweiz liegt im Mittelfeld, Dänemark an der Spitze und Chile ganz am Schluss: Um was für eine Tabelle handelt es sich hier?

Richtig: Um die Einkommensverteilung. Dänemark weist unter allen OECD-Ländern die geringsten Einkommensunterschiede auf. Die Schweiz liegt im Mittelfeld.
21.05.2015, 16:0721.05.2015, 16:07

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten neuen Sozialbericht hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Entwicklung in ihren 34 Mitgliedsländern untersucht.

In der Schweiz verdienen die obersten zehn Prozent der Einkommensbezieher dem Bericht zufolge 6.7-mal so viel wie die untersten zehn Prozent.

Am stärksten ist demnach die Ungleichheit – gemessen am sogenannten Gini-Koeffizienten – bei den beiden lateinamerikanischen OECD-Mitgliedern Chile und Mexiko, gefolgt von der Türkei, den USA und Israel.

In Dänemark sind die Einkommensunterschiede am Geringsten, in Chile am Grössten:

  • 1. Dänemark
  • 2. Slowenien
  • 3. Slowakei
  • 4. Norwegen
  • 5. Island
  • 6. Tschechien
  • 7. Finnland
  • 8. Belgien 
  • 9. Schweden
  • 10. Österreich
  • 11. Niederlande
  • 12. Schweiz
  • 13. Ungarn
  • 14. Deutschland
  • (...)
  • 31. USA
  • 32. Türkei
  • 33. Mexiko
  • 34. Chile
Bild
Bild: screenshot/oecd

Die Schweiz liegt auf dem 12. Platz und damit hinter Österreich, das den 10. Platz belegt, aber vor Deutschland auf dem 14. Platz. In der Schweiz verdienen die obersten zehn Prozent der Einkommensbezieher dem Bericht zufolge 6.7-mal so viel wie die untersten zehn Prozent.

«Noch nie in der Geschichte der OECD war die Ungleichheit in unseren Ländern so hoch wie heute»
OECD-Generalsekretär Angel Gurría

In Deutschland habe die Ungleichheit zu Beginn des Jahrhunderts stark zugenommen, hebt die OECD im Bericht hervor. Die obersten 10 Prozent der Vermögenden in Deutschland besässen nahezu 60 Prozent des gesamten Nettohaushaltsvermögens. Dieser Wert liege deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 50 Prozent.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Steigende Ungleichheit wirkt sich laut OECD nicht nur auf die Gesellschaft aus, sondern beeinträchtigt auch die wirtschaftlichen Aussichten eines Landes. Denn wenn die untersten 40 Prozent einer Gesellschaft abgehängt würden und damit auch grössere Teile der Mittelschicht, nutzten Volkswirtschaften nur einen Teil ihres Potenzials.

Nach Berechnungen der OECD-Experten führte die steigende Ungleichheit seit 1985 dazu, dass die Wirtschaft in 19 OECD-Ländern zwischen 1990 und 2010 um 4.7 Prozentpunkte weniger gewachsen ist, als es bei unveränderter Ungleichheit der Fall gewesen wäre.

«Noch nie in der Geschichte der OECD war die Ungleichheit in unseren Ländern so hoch wie heute», kritisierte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Die Forschung belege, dass dies dem Wirtschaftswachstum schade. Die Politik habe also nicht nur gesellschaftliche Gründe, gegen Ungleichheit anzugehen, sondern auch wirtschaftliche. (wst/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
KI-Boom ungebrochen: Nvidia steigert Umsatz um mehr als 70 Prozent
Der KI-Boom hat das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia allen Zweiflern zum Trotz explosiv wachsen lassen. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 73 Prozent auf gut 68,1 Milliarden Dollar.
Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 20 Prozent. Für das laufende Vierteljahr stellte Nvidia den nächsten Sprung in Aussicht. Anlegerinnen und Anleger liess die Rekordjagd kalt.
Zur Story