Wirtschaft
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Banken

Bank Julius Bär wird wegen verschwundenem DDR-Geld verklagt



Die Privatbank Julius Bär wird wegen verschwundener DDR-Millionen verklagt. Eine deutsche Behörde hat beim Zürcher Bezirksgericht Klage eingereicht. Sie verlangt 135 Millionen.

Verklagt wird Julius Bär von der deutschen Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS), die für die Verwaltung der ehemaligen DDR-Vermögen zuständig ist. Die BvS bestätigte auf Anfrage der sda entsprechende Angaben der Finanzplattform «finews». Man habe die Klage vergangene Woche in Zürich eingereicht.

Seit über 20 Jahren sucht Deutschland nach den Millionen, die nach dem Fall der Mauer spurlos verschwunden sind. Offenbar wurden damals grosse Beträge von einer DDR-Aussenhandelsgesellschaft zu ausländischen Banken geschafft, damit sie nicht an das wiedervereinigte Deutschland fallen.

Von diesen Banken will die deutsche BvS die Millionen nun wieder eintreiben. Allerdings: Das Geld wurde längst wieder von den Konten abgezogen, die Spuren sind verwischt. Haftbar gemacht werden sollen nun deshalb die Banken, die diese Bezüge nicht verhindert haben.

Beim Streit zwischen der BvS und der Bank Julius Bär geht es um die ehemalige Bank Cantrade, die zwischen 1989 und 1992 zahlreiche solcher Bezüge nicht verhindert haben soll.

Julius Bär verweist auf die UBS

Julius Bär hatte die Cantrade im Jahr 2005 von der UBS übernommen und steht nach Ansicht der BvS deshalb in der Pflicht, die verschwundenen Millionen zu ersetzen.

Julius Bär wehrt sich vehement gegen die Forderungen und verweist auf die UBS, die damalige Besitzerin der Cantrade. Gemäss Kaufvertrag trage die UBS das rechtliche Risiko der Cantrade.

Dieses Frühjahr begegneten sich BvS und Julius Bär bereits beim Friedensrichter - allerdings ohne Ergebnis. Wie ein Julius-Bär-Sprecher sagte, ist man deshalb nicht erstaunt, dass die BvS nun Klage einreicht. (sda)

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