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Da schauen Spielberg und Co. in die Röhre – wer Geld machen will, produziert Games, keine Filme

Michael, eine der Hauptfiguren aus «GTA 5», weiss, wie man einen Haufen Kohle macht.
Michael, eine der Hauptfiguren aus «GTA 5», weiss, wie man einen Haufen Kohle macht.Bild: Rockstar
«GTA» vs. «Pirates of the Caribbean»

Da schauen Spielberg und Co. in die Röhre – wer Geld machen will, produziert Games, keine Filme

Vergleicht man die teuersten Spiele und die teuersten Blockbuster aller Zeiten, zeigt sich: Die Filmstudios klotzen, während die Gamehersteller am meisten Kohle scheffeln.
16.01.2014, 14:2631.01.2014, 14:26

Schon vor Jahren löste die Gamebranche die Filmbranche als ertragreichstes Unterhaltungsmedium ab. 2011 wurde durch weltweite Ticketverkäufe ein Umsatz von 29,5 Milliarden Franken erzielt. Videospiele spülten mit 59 Milliarden fast das Doppelte in die Kassen.

Das im September erschienene «GTA V» sahnte an einem einzigen Tag 726 Millionen Franken ab. Für die gleiche Zeitspanne geht der Rekord bei den Filmen mit vergleichsweise mickrigen 84 Millionen Franken an «Harry Potter». 

Im Vergleich mit den jeweils teuersten Produktionen aller Zeiten müssen sich die meisten Spiele dennoch vom Lichtspieltheater geschlagen geben.

In Hollywood schöpft man mit der grossen Kelle

«GTA V» hält nach Schätzungen derzeit den Rekord für das teuerste Spiel aller Zeiten
«GTA V» hält nach Schätzungen derzeit den Rekord für das teuerste Spiel aller ZeitenBild: Rockstar Games

Parallel zu den Einnahmen schossen sowohl für Spiele als auch für Filme die Produktionskosten durch die Decke. Während Hollywood-Blockbuster bekannt sind für ihre ausufernden Budgets, geht die Spielindustrie als verhältnismässig junge Branche einiges haushälterischer mit ihren Mitteln um. Ausnahmen gibt es aber auch dort.

Die teuersten Filme aller Zeiten kosteten rund dreimal mehr als die Pendants aus der Gamewelt (Ausnahme: «GTA V»). Setzt man nun die Produktionskosten und die Einnahmen ins Verhältnis, zeigt sich ein deutliches Bild. Der Umsatz von Games entspricht im Schnitt knapp dem fünffachen der Produktionskosten – bei Filmen nur knapp dem Vierfachen. Nicht mitgerechnet sind Ausgaben für Marketing, Werbung und dergleichen.

Bei der nächsten schlechten Filmumsetzung eines Spiels darf sich Hollywood daher gerne eine Scheibe von ihrem jüngeren Geschwister abschneiden. Mit dem gesparten Geld kann sich der Regisseur oder der Drehbuchschreiber ein Exemplar des Spiels kaufen, damit auch mal jemand weiss, worum es überhaupt geht.

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