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Wer hat Angst vor Staatsschulden? Niemand!

Tiefe Zinsen schwächen den Einfluss der Notenbanken. Schulden der öffentlichen Hand lösen keine Inflation mehr aus. Davon wollen Konservative und Progressive profitieren.



Zu Beginn dieses Jahrhunderts klärte der damalige Vize-Präsident Dick Cheney seinen Finanzminister Paul O’Neill auf: «Ronald Reagan hat uns gelehrt, dass Schulden keine Rolle mehr spielen.» O’Neill war ein Konservativer alter Schule, der fest an die Tugend eines ausgeglichenen Staatsbudgets glaubte. Er verliess die Regierung von George W. Bush nach einem kurzen Gastspiel.

FILE - In this Sept. 10, 2014, file photo, former Vice President Dick Cheney speaks at the American Enterprise Institute (AEI) in Washington. Newly declassified documents show that a quarter-century ago as worries were emerging over North Korea's nuclear ambitions, then-Defense Secretary Cheney told allies the U.S. should not consider military action as it could jeopardize diplomatic efforts.  (AP Photo/Cliff Owen, File)

Hatte nie Angst vor Schulden: Ex-Vize-Präsident Dick Cheney. Bild: AP/FR170079 AP

In der Regierung von Donald Trump hätte O’Neill schlaflose Nächte. Obwohl Wirtschaft und Finanzmärkte boomen, gibt der Präsident Geld aus wie ein betrunkener Matrose. Gemäss den jüngsten Prognosen des Congressional Budget Office wird das Staatsdefizit zwischen 2020 und 2029 pro Jahr 4,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) betragen.

Zum Vergleich: In den vergangenen 50 Jahren lag die jährliche Neuverschuldung bei durchschnittlich 2,9 Prozent des BIPs. Die gesamte Staatsschuld der USA wird dann höher sein als nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Wahlkampf hatte Trump noch versprochen, das Staatsdefizit innerhalb von acht Jahren zu beseitigen – das wahrscheinlich unglaubwürdigste Versprechen des Lügen-Präsidenten überhaupt. Mehr noch: Er hat mit Mick Mulvaney – er ist heute Stabschef im Weissen Haus – einen ausgesprochenen Hardliner als Budget-Direktor eingesetzt. Im Abgeordnetenhaus war ein gewisser Paul Ryan Mehrheitsführer, ein Mann, der gebetsmühlenartig vor hohen Staatsschulden gewarnt hatte.

FILE- In this July 11, 2018, file photo Mick Mulvaney, acting director of the Consumer Financial Protection Bureau (CFPB), and Director of the Office of Management, listens during a news conference at the Department of Justice in Washington. White House chief of staff Mulvaney said in an interview with

Wendehals in Sachen Geldpolitik: Amtierender Stabschef Mick Mulvaney. Bild: AP/AP

«Was kümmert uns unser Geschwätz von gestern?», lautet das Motto der Konservativen heute. Exemplarisch zeigt dies Stephen Moore. Ihn will Trump in den Aufsichtsrat der US-Notenbank hieven. Moore hat jahrelang für eine harte Geldpolitik plädiert und vor den Gefahren einer Inflation gewarnt. Heute will er die Geldpresse der Notenbank anwerfen, um zu verhindern, dass die US-Wirtschaft ins Trudeln und der Präsident in Nöte gerät.

Auch Progressive haben keine Angst vor Staatsschulden. Ob Krankenversicherung für alle oder Green New Deal, Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez & Co. wollen diese Projekte mittels Staatsschulden stemmen. Sie verweisen dabei auf das Beispiel von Japan, dessen Staatsschulden bald das Dreifache des BIP betragen werden.

FILE - In this Oct. 25, 2010 file photo, PIMCO Chief  Executive Officer and Co-Chief Investment Officer Mohamed El-Erian speaks during a session at the Buttonwood Gathering on Fixing Finance in New York. Alianz said Tuesday, Jan. 21, 2014,  El-Erian , the CEO and co-chief investment officer of its U.S. asset-management company PIMCO ,is resigning as part of leadership changes. (AP Photo/Kathy Willens, File)

Enttäuscht vom Quantitativen Easing: Mohamed El-Erian. Bild: AP/AP

Anders als die Konservativen haben die Progressiven eine ökonomische Theorie, die Modern Monetary Theory (MMT). Sehr verkürzt sagt diese Theorie, dass Staatsschulden so lange kein Problem sind, als sie in der eigenen Währung emittiert werden. Der zweite zentrale Punkt der MMT lautet: Nicht die Notenbank soll mit der Geldpolitik die Volkswirtschaft steuern, sondern der Staat mit der Fiskalpolitik (Steuern und Investitionen der öffentlichen Hand).

Vor allem der zweite Punkt ist mittlerweile auch im Mainstream angekommen. «Eine bedeutende Strömung des akademischen Denkens argumentiert, dass Geldpolitik weitgehend ihre Wirkung verliert, wenn die Leitzinsen nahe beim Nullpunkt liegen», stellt die «Financial Times» fest. «Stattdessen muss die Fiskalpolitik die Nachfrage regeln.»

Typisch für den Kurswechsel in der Zunft der Ökonomen ist Mohamed El-Erian. Er ist ein gefragter Interviewpartner, hat einst das Vermögen der Harvard University verwaltet und ist heute Berater der Allianz-Versicherung. Vor ein paar Jahren hat El-Erian in seinem Buch «The Only Game in Town» die These vertreten, wonach einzig die Zentralbanken noch in der Lage sind, die Wirtschaft über Wasser zu halten.

Heute zeigt er sich von der Politik des Quantitativen Easings enttäuscht. Diese Politik habe zu einer Vermögensinflation und damit dazu geführt, dass die Reichen noch reicher geworden sind, so El-Erian. «Die Erkenntnis wächst, dass die Notenbanken nicht die einzigen Akteure sein können, wenn es darum geht, Wachstum für alle und finanzielle Stabilität zu generieren», führt er in der «Financial Times» aus.

Zu Recht weisen die Vertreter der neuen Schuldenwirtschaft darauf hin, dass die geldpolitischen Hardliner sich geirrt haben. Die Hyperinflation, vor der sie oft hysterisch gewarnt haben, ist nie eingetreten. Im Gegenteil, nach wie vor kämpfen die meisten Notenbanken, um ihr erklärtes Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen.

Former U.S. Secretary of the Treasury and Harvard University's Lawrence Summers delivers remarks at the National Association for Business Economics Policy Conference in Arlington, Virginia February 24, 2014.   REUTERS/Gary Cameron (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS)

MMT-Kritiker Lawrence Summers. Bild: X00044

Den Anhängern der Thesen von John Maynard Keynes wird vorgeworfen, sie würden staatliche Schuldenwirtschaft begrüssen. Auch dieses Vorurteil muss man entsorgen. Nobelpreisträger Paul Krugman und der ehemalige Finanzminister Lawrence Summers, zwei prominente Neo-Keynesianer, sind die lautesten Kritiker der MMT.

Die Briten schulden der EU Milliarden

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • LLewelyn 28.04.2019 14:44
    Highlight Highlight Jaja, diesesmal wird alles anders. 1) kann man Japan nicht mit den USA vergleichen. Japan hat keine Aussenverschuldung und besteht aus fleissigen Sparern. 2) Ist die Aussage es gäbe keine Inflation schlicht falsch - El Erian sagt es ja selber - es gibt eine „Asset-Inflation“. 3) Ist das was MMT propagiert quasi die Ausweitung des Prinzips des aus dem financial engineering bekannten Prinzips des Leverage Effekts auf die gesamte Volkswirtschaft. Und wie gut das funktioniert hat, könnt ihr Euch denken. Schulden als Wundermittel? Wohl kaum.
  • zeitgeist 28.04.2019 11:29
    Highlight Highlight Staatsschulden spielen nur in mächtigen Staaten keine Rolle, weil niemand sich traut, etwas einzufordern... ganz anders dürften z.b. die Griechen denken. Auch die Schweiz würde sich mit einer solchen Geldpolitik sehr angreifbar machen.
  • Der Rückbauer 28.04.2019 08:08
    Highlight Highlight Die Frage ist gut, aber letztlich greift sie zu kurz. Sie müsste lauten: Wie wirken sich hohe Staatsschulden sozialpolitisch aus? Da glaube ich: Die Reichen werden immer reicher und die Fleissigen immer ärmer. Das ist eine Tatsache, welche nicht (mehr) wegdiskutiert werden kann. Es gibt es ja viele Thesen, welche diese Tatsache begründen. - Noch ist Kuchen für alle da, dreimal Mallorca pro Jahr Hin und Zurück für Fr. 50.--. Aber irgendwann geht der Kuchen für alle zur Neige. Dann werden die gelben Westen angezogen. Vielleicht nicht nur in Frankreich....
  • Fairness 28.04.2019 08:00
    Highlight Highlight Einfach ausgedrückt: Global den neoliberalen Raubkapitalismus und die Gier abschaffen und zurück zu echtem Unternehmertum mit Ethik und Moral würde für Viele das Leben um einiges lebenswerter machen.
  • Der Kritiker 28.04.2019 06:36
    Highlight Highlight Staatsschulden sind Scheisse! Nicht für mich, aber für meine Kinder und vielleicht Kindeskinder. 2017 kam ein Kind in der Schweiz bereits mit über TCHF 23 Schulden zur Welt, ohne dass es überhaupt jemals Gelegenheit hatte, sich zu den getätigten Ausgaben äussern zu dürfen. Wie ich bereits schon länger kritisiere, ist die Nullzinspolitik Gift für ein soziales Gleichgewicht. Geld erhält nur, wer schon genügend davon hat (von den dotcom-bubbles mal abgesehen), denn bei tiefen Erträgen müssen die Risiken umso mehr berücksichtigt werden. Was heisst das jetzt aber? Dass nur die Reichen profitieren!
  • Team Insomnia 27.04.2019 21:23
    Highlight Highlight Wir haben doch erst ca180 Milliarden Schulden😬
  • Der Kritiker 27.04.2019 21:07
    Highlight Highlight huch, schön, dass El Erian meine These bestätigt. Di Nullzinspolitik ist eine Umverteilung Sämaschine und zwar von Arm zu Reich. Dies sage ich als Liberaler.
  • bebby 27.04.2019 20:21
    Highlight Highlight Noch zu Japan: Die Notenbank besitzt dort bereits 50% der Staatsanleihen und 5% der Aktien an Unternehmen. Diese Bestände kann sie unmöglich wieder veräussern, ohne dass dies zu Verwerfungen führt.
    Und gebracht hat es wenig: die Inflation ist immer noch weit vom 2% Ziel weg.
    Geldpolitik ist im besten Fall wirkungslos auf die lange Frist und im schlimmsten Fall gefährlich.
  • Muselbert Qrate 27.04.2019 19:14
    Highlight Highlight Der Ursprung liegt in der Kapitaltheorie. Weltweit nimmt die Lebenserwartung zu, pro Jahr im Schnitt um zwei Monate. Jedes Jahr, das wir länger leben, erfordert ein halbes Jahr an zusätzlichem Vermögensaufbau. Die Nachfrage des Produktionssektors nach Kapital wächst aber nicht im gleichen Ausmaß. Der Sparwunsch übersteigt also die Möglichkeit, Geld zu über der Inflation liegenden Zinsen, also zu positiven Realzinsen, anzulegen.
  • Dominik Treier 27.04.2019 18:57
    Highlight Highlight Warum existieren denn Staatsschulden? Weil der Staat zu viel ausgibt? Eher nicht, da ja über jeden Budgetposten des Langen und des Breiten debatiert wird und er am Schluss legitimiert ist. Der Staat nimmt einfach zu wenig ein, weil die Politiker Angst haben, die waren Kosten offenzulegen und zu zeigen, dass gerade ihre reiche Klientel sich mehr beteiligen müsste. Stattdessen begibt man sich noch mehr in die Hände der Reichen, die dann auch noch Gewinn durch Zinsen aus ihren zu wenig bezahlten Steuern ziehen können und die Schulden darf irgendwann der kleine Bürger in Form einer Krise zahlen...
    • Fairness 28.04.2019 07:50
      Highlight Highlight Tragisch, aber wahr. Genau so ist es. Es fehlt zu vielen Reichen an Ethik und Moral. Früher
      Hat man sich noch verpflichtet gefühlt, etwas von seinem Reichtum weiter zu geben.
  • aglio e olio 27.04.2019 18:55
    Highlight Highlight Das ganze ist definitiv nicht mein Fachgebiet.
    Könnte der Ansichtenwechsel darin begründet liegen, dass man so weiterhin die Steuern senken kann und trotzdem ordentlich "Kohle raushaut"?
    Da war doch mal was mit antizyklischer Konjunkturpolitik (Keynes). Wirtschaft brummt - Steuern rauf um z.B. Schulden zu verringern. Wirtschaft schwächelt - Steuern senken um Investitionen zu fördern? Etwas salopp formuliert.
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 27.04.2019 18:42
    Highlight Highlight Ob die These stimmt, dass Schulden problemlos sind, wird erst die Zeit zeigen - und wäre das erste Mal in der Geschichte.
    Zudem unlogisch: Schulden verlangen Zinsen (gleich Umverteilung zum Gläubiger, dh von Arm zu Reich), Rückzahlung (zulasten zukünftiger Generationen) oder Inflation (Enteignung der Sparer, inkl Renten). Kurz: garantierte Nachteile.
    • phreko 27.04.2019 19:15
      Highlight Highlight Das kann man so nicht sagen. Der Staat kann sich das Geld ja durch Steuern wieder von den Reichen zurück holen. Gute Infrastruktur und gute Schulen dienen allen. Wenn der Staat Geld ausgibt wird es viel breiter gestreut als wenn man es einfach günstig den Banken gibt.
      Natürlich bezahlen künftige Generationen, aber das sind ja eben genau dieselben die haben ja schon das überhöhte vermögen geerbt. Der self-made Millionär ist doch bloss die Ausnahme oder eben Millionär geworden dank den tiefen Zinsen.
    • DocShi 27.04.2019 19:25
      Highlight Highlight @phreko, der Staat kann ja das Geld von den Reichen zurückholen. Bwhaahahaa, selten so gelacht.
      Sobald der Staat den richtig Reichen sagt; mehr Steuern, geht der Reiche und macht seinen Hauptsitz woanders.
      So sah und sieht es aus!
  • grosnaldo 27.04.2019 18:17
    Highlight Highlight hmmm... :-D Von Volkswirtschaft habe ich eigentlich keine Ahnung. Als Laie frage ich mich, wer leiht das Geld eigentlich? Ich bin der Staat, mit meinen Mitbürgern zusammen. Wenn ich Schulden habe, wem schulde ich/schulden wir sie, wenn die Schulden sagen wir im eigenen Land bleiben? oO Uns selber gegenseitig, oder Privatpersonen mit Vermögen, oder arbeiten Leute für uns die das Geld nicht erhalten oder... ? Ich bin ein Freund der "langweiligen" Kompromisse à la "links-rechts-ausser Hass lass uns reden", irgend ein wackeliges Ungleichgewicht reissen Schulden immer auf, oder täusche ich mich?
    • Peter R. 27.04.2019 18:37
      Highlight Highlight Gläubiger, welche der USA Geld geliehen haben sind einerseits fremde Staaten (China, Japan, Taiwan, HK, UK auch die Schweiz), Bank- und Finanzinstitute in den USA und ausserhalb der USA, Firmen etc.
    • Watcher 27.04.2019 20:42
      Highlight Highlight In den USA druckt eine private Firma (federal reserve) Geld welches sie dem Staat gegen Zinsen ausleiht. Eine private Firma, sie erstellt das Geld einfach. Dort werden die Zinsen landen, in der privaten Firma.
    • LLewelyn 28.04.2019 14:47
      Highlight Highlight @Watcher, das Federal Reserve System ist etwa so privat wie das Weisse Haus...
    Weitere Antworten anzeigen
  • TWilli 27.04.2019 18:07
    Highlight Highlight Ein beträchtlicher Teil des Wirtschaftswachstum basiert heute auf der Verschuldung von Staaten. Da sich aber die meisten Staaten gegenseitig verschulden, stört es niemanden.
  • Ueli der Knecht 27.04.2019 18:07
    Highlight Highlight "Die Hyperinflation, vor der sie oft hysterisch gewarnt haben, ist nie eingetreten."

    Würde man die Inflation bei Kapitalwerten (zB. Aktien) oder Investitionsgütern (zB. Immobilien) messen, dann würde diese Aussage nicht zutreffen. Insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Inflation auch auf Konsumgüter durchdrückt.

    "Heute zeigt sich [El-Erian] von der Politik des Quantitativen Easings enttäuscht."

    Die Politik des Quantitative Easing ist vorbei. Inzwischen wird Qualitative Easing praktiziert. Notenbanken übernehmen unternehmerische Risiken, so kauft zB. die SNB Unmengen von Aktien.
    • Bangarang 27.04.2019 18:25
      Highlight Highlight Nein. Die Produktivitätsgewinne werden auf die Konsumgüter umgewälzt anstatt auf die Löhne.
    • Oh Dae-su 27.04.2019 18:47
      Highlight Highlight Ich bin da der gleichen Meinung wie El-Erian. QE hat wenig gebracht und schlussendlich die Reichen einfach noch reicher gemacht. Ich denke die Zentralbanken müssten ihre geldpolitische Strategie komplett überdenken, angefangen bei der Inflationsmessung. Man kann nicht die ganze Zeit behaupten, es gäbe keine Inflation, obwohl es eine enorme Vermögenspreisinflation und einen Kostenanstieg im Gesundheitswesen gibt. Auch die Geldpolitik sollte sich vielleicht auf direktere Massnahmen zur Erhöhung der Konsumentenpreisinflation wie Helikoptergeld konzentrieren.
    • Ueli der Knecht 27.04.2019 18:54
      Highlight Highlight Wie meinst du das, Bangarang?

      Bei den Preisen für Konsumgüter zeigen sich keine inflationären Tendenzen, wie sie angesichts der massiven Geldmengenausweitungen gemäss Schulbuch zu erwarten wären. Das hat natürlich schon auch damit zu tun, dass die Löhne (und somit die für Konsumgüter vorhandenen liquiden Mitteln) nicht gleichermassen steigen.

      Aber wie meinst du, dass Produktivitätsgewinne auf Konsumgüter umgewälzt würden? Das würde doch dann auch deren Preise steigen lassen und dadurhc die Inflation anheizen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Platon 27.04.2019 18:05
    Highlight Highlight Ich warte schon lange auf den Tag, an dem die Leute nicht mehr die konservativen Märchen abkaufen. Steuersenkungen sollen gut sein, weil Private immer im gescheite Dinge investieren und viel klüger als der Staat sind? Das ist so der ziemlich dümmste Irrglaube von allen, steckt aber nach wie vor in den Köpfen der meisten Leute. Letztendlich enden Steuersenkungen immer in einer Umverteilung von unten nach oben und in einen handlungsunfähigen Staat.
    • Bangarang 27.04.2019 18:26
      Highlight Highlight Ach ja. Mutter staat und ihre Tausende Beamten sind seeeeeeehr effizient im Steuergelder verschleudern.

      Siehe VBS

      Hohe Steuern sind ein Raubzug des Staates am Bürger
    • Ueli der Knecht 27.04.2019 19:11
      Highlight Highlight Du wirst alle Steuern in einen Topf, Bangarang, während Platon vorallem Unternehmenssteuern und die Steuern für die Wohlhabendsten meint.

      Trickle-Down heisst, man entlastet nur die Reichen von den Steuern, während die Armen und der Mittelstand weitehrin gleich besteuert wird. Trickle-Down funktioniert allerdings nicht, was die letzten Jahren deutlich zeigten.

      Tatsächlich müsste man die niedrigen Einkommen und vorallem den Mittelstand steuerlich entlasten, und im Gegenzug die reichsten 20% deutlich stärker besteuern. So würde die Umverteilung von oben nach unten besser funktionieren.
    • phreko 27.04.2019 19:31
      Highlight Highlight @bangarang, als ob dies bei Privaten nicht passieren würde. Die können sich bloss glücklich schätzen, dass es kein Öffentlichkeitsprinzip gibt und Privatsphäre/Geschäftsgeheimnisse gelten....
    Weitere Antworten anzeigen
  • swisskiss 27.04.2019 17:28
    Highlight Highlight Was Philipp hier darstellt, sind die sogenannten expliziten Staatsschulden, die NICHT die staatlichen Verpflichtungen darstellen, die langfristig sind, wie Bürgschaften, staatliche Versicherungs- und Rentenverpflichtungen, kommunale Verschuldung, Schattenverschuldung etc. die als implizite Staatsschulden definiert werden. Diese Verschuldung ist in manchen Staaten um den Faktor 3 bis 10 mal höher, als die ausgewiesene (explizite) Staatsverschuldung.

    Auch nicht ausgewiesen ist die Verschuldung privater Haushalte.(Hypotheken, Kredikarten, Kredite etc,)

    Für die USA: https://www.usdebtclock.org/
    • Peter R. 27.04.2019 17:59
      Highlight Highlight Die magische Zahl wie im Anhang erwähnt: Die Staatsschuld der USA beträgt 22,243 Tausend Milliarden Dollar, dies dürfte bald ein Sanierungsfall werden.
      Die Verschuldungsquote also die Schulden in Relation zum Brutto Inland Produkt (BIP) beträgt in den USA 105% - zum Vergleich EU 81% (nicht zu vergessen mit den Sündern Italien und Spanien), BRD 64% und Schweiz 30%!
  • Markus97 27.04.2019 17:24
    Highlight Highlight Das lustige an Wirtschaft ist, dass man überhaupt keine verlässlichen Prognossen mehr machen kann, da alles auf Vertrauen in die Zukunft und somit auf einer subjektiven, inneren Einstellung von Investoren basiert. Ändert sich diese innere Einstellung kollabiert die Wirtschaft. Langfristig ein unglaublich dummes System. Man könnte dem Wahnsinn natürlich Einhalt gebietenbin dem man Goldstandarts einführt oder aufhört jedes Jahr Defizite zu machen. Aber da ist momentan zu viel Adrenalin im Spiel um vernünftige Entscheidungen zu treffen. Aber für die Ewigkeit gemachtbist das Sytstem nicht.
    • loquito 27.04.2019 17:41
      Highlight Highlight Goldstandart hat ja super funktioniert....
    • swisskiss 27.04.2019 18:11
      Highlight Highlight Markus97: Alles Gold dieser Welt deckt nicht mal 5% der gehandelten Finanzprodukte wie Staatsanleihen, Bürgschaften oder Staatskredite. Das gesamte Finanzsystem bricht zusammen, wenn Währungen wie Dollar, EURO, Yen etc. an Gold gebunden wären. Dazu kommt, dass Gold als spekulativer Rohstoff mit Sicherhheit nicht das geeignete Instrument ist, um Währungen abzusichern.

      Wer Goldbindung heute noch propagiert, ist ökonomisch auf dem Stand der 60er Jahre stehen geblieben oder hat schlicht nicht die geringste Ahnung von Oekonomie.
    • Markus97 27.04.2019 18:33
      Highlight Highlight @Swisskiss In den 60er Jahren hatte man genug Geld Leute auf den Mond zu schiessen und gleichzeitig für einen Atomkrieg aufzurüsten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pascal1917 27.04.2019 17:21
    Highlight Highlight Zur Frage im Titel: ich

    Kann mir doch niemand erzählen, dass Staatsschulden keine Rolle spielen.
    Fragt mal besser die Griechen...

    Kommt einfach darauf an, ob man die Schuldzinsen zahlen kann oder nicht. Oder ob mehr Leute ihr Geld wieder haben wollen als jene die es geben wollen.
    • Markus97 27.04.2019 17:42
      Highlight Highlight Ich denke wenn man zu tief in den Wirtschaftswissenschaften ist, vergisst man manchmal die einfacheren Zusammenhänge. Nämlich, dass hinter Schulden auch Leute stehen die ihr Geld inkl. Zins zurückwollen. Irgendwann. In der Zukunft. Die Zukunft die den Leuten heutzutage scheinbar völlig egal ist.
    • Ueli der Knecht 27.04.2019 17:58
      Highlight Highlight Es kommt eben draufan, ob man die Staatsschulden in eigener Währung oder in einer Fremdwährung macht. Die eigene Währung lässt sich jederzeit nachdrucken. Fremdwährungen führen aber in die Abhängigkeit und in Fremdbestimmung.

      Die Griechen verschuldeten sich in Fremdwährungen (Euros darf nur die EZB drucken). Die Amis verschuldet sich aber in Dollars. Zu berücksichtigen ist, dass der Dollar bei der Rückzahlung der Schulden nur noch ein Bruchteil des Wertes besitzt, denn er bei der Verschuldung hatte. Insofern ist das ein profitables Geschäft. Die USA bezahlt weniger zurück als es aufnimmt.
    • swisskiss 27.04.2019 18:20
      Highlight Highlight Markus97: Es ist ganz einfach. Wenn ich Schulden zu tilgen habe und Schuldzinsen bezahle, ist der einzige wesentliche Faktor, ob die Staatseinnahmen grösser sind als die Schildenbewirtschaftung. Darum wurdebei GRE ein Schuldenschnitt gemacht und kurzfristige Kredite mit hohen Zinsen, durch langlaufende Kredite mit tiefen Zinsen abgelöst.

      So wird das Wirtschaftswachstum Griechenlands mit steigenden Steuereinnahmen nicht durch Zinszahlungen und Schuldentilgung zunichte gemacht.

      Das gewisse Kredite Laufzeiten von über 50 Jahre haben, ist ein anderes, mehr als bedenkliches Thema.
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