Wirtschaft
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Kritik an Bundesrat und Parlament

UBS-Chef Ermotti fordert weniger Steuern und freiere Märkte



Sergio Ermotti, CEO of Switzerland's biggest bank UBS, speaks during a press conference in Zurich, Switzerland, Tuesday, February 10 2015. UBS reports a 5% rise in the fourth-quarter net profit. The Swiss bank benefited from a significant tax gain and sharply reduced the amount of money set aside to deal with legal issues. Zurich-based UBS said fourth-quarter net profit rose to 963 million Swiss francs ($1.04 billion, Euro 919,2 million), from 917 million francs reported in the same period a year earlier. The figure was lifted by a net tax benefit of 493 million francs, UBS said. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Kritik an Bundesrat und Parlament: Sergio Ermotti. Bild: KEYSTONE

UBS-Chef Sergio Ermotti kritisiert am Mittwoch in einem Gastbeitrag in mehreren Zeitungen Bundesrat und Parlament. Diese sollten seiner Meinung nach den Wahlkampf zurückstellen, gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Rahmenbedingungen in der Schweiz verbessern.

Ermotti schlägt eine «Fünf-Pfeiler-Strategie» für einen attraktiveren Standort Schweiz vor.

  1. Der Bundesrat solle angesichts der Währungsturbulenzen und Herausforderungen wie der Zuwanderungsinitiative der SVP «seine wirtschaftspolitische Führungsaufgabe» wahrnehmen. 
  2. Regulierungen mit negativen Nebenwirkungen für die Wirtschaft seien zu eliminieren und auf neue Regeln, vor allem im Bankensektor, sei zu verzichten.
  3. Konkret müsse auf eine Kapitalgewinnsteuer verzichtet und die Stempelsteuern abgeschafft werden, um die «steuerliche Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern». 
  4. Die Politiker sollen den Zugang zu den Weltmärkten, etwa mit einem Freihandelsabkommen mit den USA, sichern.
  5. Der Staat solle zudem die Kosten für Unternehmen tief halten.

«Konjunkturprogramme, die in einer offenen Volkswirtschaft ohnehin verpuffen, sind der falsche Weg.» Sinnvoll wären dagegen aus Ermottis Sicht Infrastrukturinvestitionen, etwa für den Tourismus.

Zuspruch für Ermotti: Die Reaktion aus der Politik folgt prompt.

Weniger Begeisterung von grüner Seite.

Auch zur Rolle der Wirtschaft äussert er sich. Diese habe auch «eine Bringschuld». «Sie muss bereit sein, alles dafür zu tun, um so viele Arbeitsplätze und so viel Wertschöpfung wie möglich am Standort zu halten und ihn zu stärken.»

Im Beitrag mit dem Titel «Ein Erfolgsmodell ist gefährdet» spricht sich Ermotti auch dezidiert für die Erhaltung der bilateralen Verträge mit der EU aus. Der Text erschien im «Tages-Anzeiger», in «Le Temps» und «Corriere del Ticino». (kad/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 18.02.2015 09:24
    Highlight Highlight Da soll also der neoliberale Staatsabbau aus der Krise führen? Meiner Erinnerung nach war es aber genau dieser Abbau von staatlichen Leitplanken, wie z.B. bei der Sub-Prime Krise, der uns in das aktuelle Schlamassel führten? Eine Krankheit mit dem Mittel zu bekämpfen, dass den Patienten krank machte; Solcher Unsinn können echt nur Hardcore-Neoliberalisten, die im Windschatten ihrer gemieteten Windfahnenpolitiker von der FDP und der SVP Fraktion segeln, von sich geben!
  • trio 18.02.2015 09:03
    Highlight Highlight Diese Vorschläge bringen keine Lösung! Das Grundproblem ist doch, dass bei den heutigen Firmen (nicht nur Banken, aber dort ist es Systembedingt offensichtlich) das oberste Ziel Geld verdienen ist. So kann keine nachhaltige Wirtschaft entstehen! Das beste Produkt sollte im Vordergrund stehen, nicht das Geld verdienen.
  • Kaufmann Myriam 18.02.2015 08:00
    Highlight Highlight Also der Typ hat ja echt Humor.
    Die Deregulierung und die Haltung "der Markt wirds schon richten" hat uns in eine der grössen Finanzkriesen der Geschichte geführt.
    Mal abgesehen davon, durfte gerade dieser Staat/Bürger, den Arsch der Banken retten
    Selbst jetzt machen die Banken immer noch was sie wollen, siehe HSBC.
    Ich möchte nicht wissen welche Dreckgeschäfte täglich abgewickelt werden.
    Unsere Politik ist immer noch Zahnlos was die Banken angeht.
    Den Banken würde ich mal einwenig Bescheidenheit empfehlen aber ich denke, der Bürger/Staat wird auch künftig verarscht.

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