Wirtschaft
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Wie es uns so geht, in einem Bild.

Reich wär kein seich

Wie werde ich in einem Jahr reich? Erstes Fazit: Corona, du A****loch

Team watson
Team watson



Vor zwei Monaten haben wir uns zum Ziel gesetzt, stinkreich zu werden. Na ja, so ein bisschen zumindest. 10 watson-Redakteure haben sich aufgemacht, mit ganz unterschiedlichen Strategien 500 Franken zu vermehren. Wer nach einem Jahr am meisten hat, hat gewonnen. So einfach ist das.

Aber das dachten wir vor zwei Monaten. Da haben wir beim Stichwort Corona aber auch noch eher an Gerstensaft in einem Gartenrestaurant gedacht. Und die Börsenkurse stiegen so steil, dass man beim einen oder anderen Redaktor schon die Geldscheine in den Augen leuchten sah.

Das Coronavirus hat uns alle auf den Boden der Tatsachen geholt und führt uns vor Augen: Das Geld liegt nicht auf der Strasse. Auch nicht für uns. Und erst recht nicht in Krisenzeiten. Für unsere Serie aber ist das Coronavirus quasi der Kaviar auf dem Hummer. Denn kein Regisseur hätte dieses Drehbuch dramatischer hingekriegt.

Die Spielregeln

Investment: Jeder Teilnehmer investiert während eines Jahres 500 Franken als privates Kapital.

Ziel: Den grössten Gewinn zu erzielen.

Laufzeit: Die finale Auswertung gibt es nach einem Jahr. Wir werden jeden Monat eine Übersicht mit dem Zwischenstand und einigen Erfahrungsberichten publizieren.

Anlageinstrumente: Das Geld kann beliebig angelegt werden – solange es legal ist.

Wir haben hier keine nachhaltigen Strategien ausgewählt, sondern bewusst solche, die Unterhaltung garantieren.

Bevor wir zu den Rechtfertigungen einzelnen Berichten kommen, das Wichtigste vorneweg: Wer ist schon wie reich? Der Zwischenstand:

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Grafik: watson/Google docs

Sportwetten

Investor: Sandro Zappella

Die Ansage, dass ich einen Start-Ziel-Sieg feiern werde, habe ich ja bereits gemacht. Und natürlich liefere ich auch. Meine Taktik: Viele Wetten, dafür mit kleinem Einsatz. So bin ich nicht auf einen Glückstreffer angewiesen, sondern habe jeweils mehrere Chancen auf Gewinne.

Da war es insofern schade, dass ich bei einer Kombi-Wette zur Europa League mit 23.42 Quote bloss 2 Franken gesetzt habe. Aber wie ein Eichhörnchen Nüsse, hamstere ich Rappen um Rappen für den nächsten Winter. Mittlerweile bin ich bei 591.35 Franken angekommen.

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screenshot: swisslos.ch

Gestoppt werden konnte ich nur durch höhere Gewalt, die den Sport mehrheitlich lahmlegt. Und nein, ich wette nun nicht auf die tadschikische Fussall-Liga, die noch läuft, oder auf E-Sports. Ich warte selbstverständlich, bis die Ligen wieder laufen, bei denen ich zu glauben meine, einen Wissensvorsprung zu haben.

Gewinnlose

Investor: Marius Egger

Meine Bilanz: 5 Win-for-life-Lose, 25 Franken Kosten, 5 Franken Gewinn. Dass ich somit nur noch 480 Franken zur Verfügung habe, stecke ich locker weg. Wer kann hier schon von sich behaupten, überhaupt etwas gewonnen zu haben? Eben. Zudem brauche ich ja nur einmal den Haupttreffer.

Meine Strategie, alles Geld auf einmal zu investieren und eine ganze Rolle Lose zu kaufen, habe ich noch nicht verworfen. Sie liegt aber derzeit – wie so vieles – auf Eis. Mein Kiosk um die Ecke hat jetzt erstmal coronabedingt dicht gemacht.

Allerdings bin ich gerade schwer in Versuchung, zu diversifizieren. Im Lotto-Jackpot liegen gerade 40 Millionen. Und wegen den Lockdown-Massnahmen (und Krisenzeiten) spielen derzeit weniger Leute Lotto. Rechne ...

Kryptowährungen

Investor: Patrick Toggweiler

Aus meinen 500 Franken wurden 407. Ich sehe dem gelassen entgegen. Ich mach' den Wellengang des Kryptomarktes nun schon zu lange mit, um mich von einem 20%-Taucher noch aus der Ruhe bringen zu lassengopfertammiverrecktescheiss.

Der Kryptomarkt ist nicht unabhängig vom Aktienmarkt. Das hat man in dieser Krise wieder gesehen. Doch die Aktienmärkte werden im Moment mit Billionen fit gespritzt. Gleichzeitig steigen die Arbeitslosenquoten in den USA explosionsartig. Eine irre Situation. Wie sich dieser Mix im Verlaufe des Jahres auswirkt, wage ich nicht zu prognostizieren. Aber es wird Auswirkungen auf meine Kryptos haben, Halving hin oder her.

Ich gebe aber etwas anderes zu bedenken: Kryptos existieren erst seit gut 11 Jahren. Immer waren sie extrem volatil. Die Volatilität während der Corona-Krise, der grössten globalen Krise der letzten Jahrzehnte, hielt sich aber in Grenzen. Bitcoin sackte kurzfristig knapp unter 4000 Dollar. Pfff. Das ist ein mittlerer Schluckauf, mehr nicht. Jetzt steht die Mutter aller Kryptos bereits wieder auf 7000 Dollar. Ich hab' auf das richtige Pferd gesetzt.

Casino

Investoren: Leo Helfenberger und Michel Sommerhalder

Das Casino ist offensichtlich die einfachste Methode, ehrliches Geld zu verdienen. Noch einfacher wird es, wenn man auf Black Jack setzt. Um uns noch mehr Glück zu verschaffen, gehen wir nun jeden 21. des Monats unseren Pay Check abholen – so lautete der Plan.

Nach einem hervorragenden Start und der sofortigen Führung der Millionärsrangliste lief es beim zweiten Besuch alles andere als optimal. Aus unerklärlichen Gründen liegen wir nun Fr. 250.– im Minus. Man könnte beinahe meinen, die Bank gewinnt immer. Wartet ab, das wird noch.

Möbeltrader

Investorin: Anna Rothenfluh

Nun ja, ich bin ja die mit den grössten Ausgaben und dem grössten Zeitaufwand bei keinerlei Gewinn. Aber Letzteres kommt schon noch. Wenn dann erstmal die verhipstertste Vintage-Midcentury-Möbel-Instaseite aller Zeiten online geht! Mit meinen aufgemotzten Kommoden, Sekretären, Sesseln, Schränken und Nachttischli. Was ich mir tatsächlich schon alles zugelegt habe. Aber fast fertig ist erst der Sekretär. Und bei dem hab' ich Fehler gemacht.

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Annas Kapital: Die hässige Katze Hader in der frisch geschliffenen Schublade.

Wachs, das so einen grüsligen Gelbstich auf mein frisch geschliffenes Stück gezaubert hat, sodass es eigentlich wieder aussah wie davor. Dann war ich zu faul, es wieder abzuschleifen, und hab' einfach ein weissliches Öl drübergepinselt. Mit dem entsprechenden Erfolg. Ich muss das Ding also nochmal abschleifen und dann etwas finden, das die Farbe nicht verändert, nicht glänzt und das Holz dennoch schützt. Das normale Leben eines Hobby-Möbel-Upcyclers eben.

Aktienhandel

Investor: Adrian Eng

Eins vorneweg: Ich bin abgeschifft – und zwar so richtig. Zu meiner Verteidigung könnte man argumentieren, dass wir gerade den schlimmsten Börsencrash seit der Grossen Depression in den 30er Jahren hinter uns haben. Aber das wäre zu einfach.

Ich bin nämlich sehr gut gestartet, habe Tesla-Aktien gekauft und mit diesen im Februar kräftig Gewinn gemacht. Zeitweise war ich über 700 Franken. Dann hab' ich den Corona-Effekt falsch gemanagt.

Ich dachte, die Börsen gehen den Bach runter (was stimmte) und die Leute suchen den sicheren Hafen und setzen auf Gold. Also hab' ich mit kräftigen Hebeln auf Gold gesetzt – und verloren.

Seit da dümple ich mit 50 bis 130 Franken umher. Ich muss mir jetzt was Schnittiges einfallen lassen.

Crowdfunding

Investor: Reto Fehr

Ein sehr weiser Mann sagte mir mal vor einer Mountainbike-Marathonwoche: «Start slow, finish strong.» Vielleicht habe ich in diesem Projekt das «start slow» etwas gar übertrieben. Ich habe nämlich bisher vor allem vage an meiner Strategie gefeilt. Somit habe ich immerhin schon mal diejenigen mit Verlust hinter mir gelassen. Meine Zeit kommt noch, ich muss einfach mal überhaupt anfangen. Ich kann schon mal verraten: Wer dann beim Crowdfunding mir spendet, wird eine einmalige Gegenleistung erhalten.

Hunderennen

Investor: Ralf Meile

Ich kam gut voran bei den Planungen und habe mir ein E-Book mit dem vielversprechenden Titel «Winner's Guide to Greyhound Racing» heruntergeladen. Schon beim ersten Durchlesen habe ich wertvolle Tipps erhalten, die mich wohl von meiner üblichen Strategie (die im Wesentlichen auf dem Namen des Hundes beruht) abweichen lassen. Die Frage ist nur, wann das sein wird.

Für Anfang April war ein Fussballstadion-Wettbüro-Pub-Trip nach England gebucht, der aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich feile während der Sommermonate weiter an der perfekten Strategie und greife dann im Herbst oder Winter mit umso grösserem Erfolg an!

Millionenlose

Investorin: Lea Senn

Geschlossene Casinos, schlechte Nachrichten von der Börse ... Ich bin froh zu wissen, dass ich auch in Krisenzeiten auf meine bombensichere Millionenlos-Strategie vertrauen darf, und kann den Dezember jetzt schon kaum erwarten! Und jetzt wieder zurück in die Hängematte.

Womit machen wir den höchsten Profit?

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • shayhen 28.04.2020 09:22
    Highlight Highlight @Marius Egger Wenn weniger Leute Lotto spielen, vermindert sich nur die „Gefahr“, dass Du den Gewinn teilen musst. Die Chance, den Jackpot zu knacken, ist immer gleich, egal ob Du als einziger oder „gegen“ 8 Millionen andere Menschen spielst. 😉 Aber das weisst Du sicher. Und mal ehrlich, solltest Du aktuell den Jackpot im Schweizer Lotto knacken, hast Du diese Challenge zu 100% gewonnen, sogar wenn mit Dir noch 100 andere Menschen auch alle Zahlen richtig tippen!
  • Test of the test 27.04.2020 23:42
    Highlight Highlight Verstehe ich nicht... Gold ist inzwischen wieder auf seinem Langzeit-Hoch seit Jahren, Stand 27.4. Hast du im Dip verkauft, Adrian Eng? 😂
    https://www.cash.ch/rohstoffe-edelmetalle/gold--1-kg-274701/ubs/chf/chart
  • Tatwort 27.04.2020 22:15
    Highlight Highlight Ach, Patrick Toggweiler. Tststststs. Hättest Du Bitcoin für 500 gekauft und dann gleich 100% in mwc investiert, hättest Du heute rund 25'000....
  • TanookiStormtrooper 27.04.2020 19:30
    Highlight Highlight Wer hätte auch gedacht, dass man am besten in Klopapier investiert? 🧻🤣😜
  • Optimistic Goose 27.04.2020 19:28
    Highlight Highlight Wieso steigt Zappella nicht auf E-Sports-Wetten um? Damit liesse sich noch immer Cash machen, während die anderen einfach ausgeliefert sind.... Ich versteh eh nicht, wieso die Sportredaktionen nicht innovativer sind. Ich mein damit nicht Fifa-Games, die niemand schaut. LoL, Dota, CS:Go. Wieso versucht das niemand, anstatt alte Fussballspiele zu zeigen oder Unvergessen aus dem Finger zu saugen
  • Flexon 27.04.2020 19:10
    Highlight Highlight Hier ist offenbar eine Asset Class übersehen worden: Bleach & Disinfectants 🥤
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.04.2020 17:44
    Highlight Highlight 26% glauben ernsthaft, dass der Aktienhandel (handelt komischerweise gehebelt Gold) sich noch einmal erholen wird und am Ende gewinnt? Das bezweifle ich sehr
    • Lolus 27.04.2020 18:34
      Highlight Highlight naja der markt muss sich ja nicht erholen. Er kann auch auf put optionen setzen. Jetzt wo sowieso fast nichts mehr übrig ist kommts auch nicht mehr drauf an xD
      Oder auch eine Möglichkeit: Pennystocks, da gibt es gerade eine schweizer Firma die dieses Jahr einen Kursantieg von über 2400% hingelegt hat.

      Nur so noch als Randbemerkung: Das zocken mit Optionen und Pennystocks ist mehr Casiono als das wirkliche Casino. Dies gilt vorallem für unerfahrene aber auch für leute die schon länger am Markt aktiv sind.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.04.2020 18:54
      Highlight Highlight Stimmt, möglich ist es noch immer, aber da sehe ich den Totalverlust als wahrscheinlicher an.
    • w'ever 27.04.2020 19:02
      Highlight Highlight @neoliberaler
      hättest du deine aussage vor corona auch so gemacht? ich vermute mal eher nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MGPC 27.04.2020 17:29
    Highlight Highlight Wer das Wissen hat, der weis wer am meisten verdient mit Krisen. Meistens sind das Rüstungsfirmen, Pharmaunternehmen, Technologiekonzerne, ohnehin die die schon genug haben und nicht zu vergessen, Verbrecher. Also bleibt eigentlich alles beim alten.🤷🏻‍♂️
  • ManuJot 27.04.2020 17:26
    Highlight Highlight @Sandro Zappella: Die tadschikische Fussball-Liga wurde gestern auch unterbrochen ☝️🤓
    • Kazuma 27.04.2020 20:13
      Highlight Highlight Dafür läuft die weissrussische Premiere League weiter :D
    • Dome_98 28.04.2020 10:21
      Highlight Highlight und die turkmenische Juniorenliga ;)
  • Fumia Canero 27.04.2020 17:25
    Highlight Highlight Nun, es gibt eine Branche, die, wenn die Corona-Massnahmen wieder aufgehoben sind, so richtig durch die Decke schiessen wird: Prostitution! Ja meine Herren und Damen - im Moment ist im horizontalen Gewerbe tote Hose und die sexbedürftigen müssen sich mit ihren Partnern, Gummisusis, Dildos, etc. begnügen. Da entsteht ein Triebstau, der nach dem Down des Lockdowns schnell und ausgiebig behoben werden will. Doch das Angebot wird für den Ansturm zu niedrig sein und ein smarter Watson-Möchtegernmillionär kann sich z.B. als begehrter Callboy dann mehr als nur eine goldene Nase verdienen.
  • loquito 27.04.2020 16:47
    Highlight Highlight Corona wird aus Meis gebraut, soweit ich weiss. Also Maisbier und nicht gerste... 😂😘
    • Optimistic Goose 27.04.2020 20:55
      Highlight Highlight Gerste mit einem kleinen Maisanteil
    • loquito 28.04.2020 08:36
      Highlight Highlight Ok... Dann ist ja alles im Lot

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