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Nach Zoll-Pleite: Diese Schweizer Firmen wollen Geld von Trump zurück

epa12289757 Watches made by Swiss watch manufacturer Breitling are on display in Bern, Switzerland, 08 August 2025. Since 07 August, additional tariffs of 39 percent have been imposed by the US govern ...
Bei der Luxusuhrenmarke Breitling werden Zoll-Rückforderungen an die US-Regierung geprüft.Bild: keystone

Nach Zoll-Pleite: Diese Schweizer Firmen wollen Geld von Trump zurück

Nachdem die meisten von Trumps Zöllen für illegal befunden wurden, könnten Unternehmen Geld von der US-Regierung zurückfordern. Zwei bekannte Schweizer Firmen prüfen bereits ihre Möglichkeiten.
22.02.2026, 07:3222.02.2026, 07:55

Es ist ein herber Rückschlag für Donald Trump: Viele seiner Zölle sind vom höchsten US-Gericht für illegal befunden worden. Zwar denkt der US-Präsident nicht daran, seine Wirtschaftspolitik zu überdenken, dennoch sieht die Ausgangslage für von Zöllen betroffene Firmen deutlich vorteilhafter aus. US-Firmen, aber auch internationale Unternehmen, die als Direktimporteure mit US-Tochtergesellschaft der Regierung Zuschläge abdrücken mussten, könnten nun Forderungen stellen, um Geld zurückzuerhalten. Dazu gehören auch mehrere Schweizer Firmen.

Zwei bekannte Unternehmen sprechen bereits jetzt offen von Rückforderungsplänen. So der Grenchner Luxusuhrenhersteller Breitling, wie CEO Georges Kern gegenüber der NZZ am Sonntag bestätigt: «Wir werden versuchen, die Zölle von der US-Regierung zurückzufordern.»

«Ich kann nicht offenlegen, wie viel wir bezahlt haben, aber es sind signifikante Beträge.»

Gerade die Schweizer Uhrenindustrie war schwer von Trumps Zollkrieg betroffen, da sie mehrheitlich in der Schweiz produziert und dann exportiert. Die Unternehmen wählten unterschiedliche Strategien, um dem wirtschaftspolitischen Minenfeld zu begegnen. Während sich Swatch-Boss Nick Hayek als einer der lautesten Befürworter eines Konfrontationskurses gegenüber der Trump-Regierung profilierte, versuchte Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour Trump mittels Kuschelkurs milde zu stimmen. Dufour war auch beim umstrittenen Besuch Schweizer Unternehmer im Oval Office zugegen und übergab dem US-Präsidenten eine Luxusuhr.

Auch der Glarner Schoggi-Hersteller Läderach will bei den US-Behörden vorstellig werden. «Wenn sich die Möglichkeit ergibt, zu viel gezahlte Beträge zurückzufordern, werden wir das tun», sagt ein Sprecher gegenüber der «NZZ».

Die offizielle Schweiz will hingegen keine voreiligen Entscheidungen treffen. Trotz Trumps Justiz-Niederlage will der Bundesrat zunächst mit der US-Regierung weiterverhandeln. Dies vor allem aufgrund der herrschenden Unsicherheit. Trump ist keineswegs bereit, seine aggressive Zollpolitik zu ändern, wie seine ersten Reaktionen auf das Urteil zeigten. Zunächst wollte er einen weltweit gültigen Zollsatz von zehn Prozent unter Berufung auf andere Gesetze erheben, kurz darauf erhöhte er den Satz bereits auf 15 Prozent.

Laut Bundespräsident Guy Parmelin bleibt das Ziel der Schweiz dasselbe: Ein rechtsverbindliches Abkommen, das Stabilität garantieren soll – «unabhängig der rechtlichen und politischen Entwicklungen in den USA». (con)

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