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Geld-Segen für Bund und Kantone – Nationalbank erzielt Gewinn von 26 Milliarden Franken

07.01.2022, 07:3507.01.2022, 09:54

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr erneut einen hohen Gewinn erzielt. Nach provisorischen Berechnungen resultierte für 2021 ein Jahresgewinn von rund 26 Milliarden Franken. Allein für das vierte Quartal gab es allerdings einen deutlichen Verlust.

Thomas Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums.
Thomas Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums. Bild: keystone

Der Gewinn auf den vom Wechselkurs abhängigen Fremdwährungspositionen im letzten Jahr betrug knapp 26 Milliarden, während die SNB auf dem unveränderten Goldbestand einen kleinen Bewertungsverlust von 0,1 Milliarden hinnehmen musste. Der Erfolg auf den Frankenpositionen, der im Wesentlichen aus den von der SNB erhobenen Negativzinsen auf Giroguthaben der Banken resultiert, belief sich auf gut 1 Milliarde, wie die SNB am Freitag mitteilte.

Die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven wird den Angaben zufolge 8,7 Milliarden Franken betragen. Nach Berücksichtigung der vorhandenen Ausschüttungsreserve von 90,9 Milliarden ergibt das einen Bilanzgewinn von gut 108 Milliarden Franken für 2021.

Maximale Ausschüttung

Dies ermögliche eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie, was dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht, sowie eine Gewinnausschüttung an die öffentliche Hand von insgesamt 6 Milliarden Franken, hiess es weiter. Nach den Auszahlungen wird die Ausschüttungsreserve damit gut 102 Milliarden Franken betragen.

Devisenreserven der SNB steigen im Dezember um 22,84 Mrd Fr.
Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Dezember um deutliche 22,84 Milliarden Franken gestiegen. Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 944,53 Milliarden Franken, nachdem es Ende November noch 921,69 Milliarden Franken gewesen waren.
Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte Ende Dezember 958,33 Milliarden nach 935,39 Milliarden Franken im Vormonat, wie die SNB am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.
Ob und allenfalls wie stark die SNB im Dezember am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Oft ist die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken ein Hauptgrund für die Veränderungen.
So hat der Euro im Dezember laut SNB-Statistik auf rund 1,0339 Franken abgewertet, im Vergleich zu 1,0434 Franken Ende November. Der US-Dollar hat sich im gleichen Zeitraum auf 0,9127 Franken von zuvor 0,9183 Franken verbilligt. (awp/sda)

Die 6 Milliarden gehen bekanntlich zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone, wobei der Betrag der maximalen Ausschüttung gemäss der Vereinbarung zwischen Bund und Nationalbank von Anfang 2021 entspricht. Gemäss dieser besteht die Gewinnausschüttung aus einem Grundbetrag von 2 Milliarden Franken, der ausgeschüttet wird, sofern ein Bilanzgewinn von mindestens 2 Milliarden Franken vorhanden ist. Hinzu kommen vier mögliche Zusatzausschüttungen von je 1 Milliarde Franken, die vorgenommen werden, wenn der Bilanzgewinn 10, 20, 30 oder 40 Milliarden Franken erreicht.

Starke Schwankungen sind die Regel

Nach 9 Monaten hatte der SNB-Gewinn noch bei 41,4 Milliarden Franken gelegen. Das heisst, die SNB hat in der Periode von Oktober bis Dezember einen Verlust von über 15 Milliarden hinnehmen müssen. Die deutliche Aufwertung des Frankens in den letzten Monaten und ein leichter Zinsanstieg in dieser Periode dürften der Grund dafür gewesen sein.

Da das Jahresergebnis der Nationalbank überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen und Kapitalmärkte abhängig ist, sind solche starke Schwankungen von Quartal zu Quartal oder von Jahr zu Jahr fast die Regel. So hatte die SNB etwa im Gesamtjahr 2020 am Schluss einen Reingewinn von rund 21 Milliarden Franken ausgewiesen, obwohl es im ersten Quartal wegen des coronabedingten Einbruchs an den Finanzmärkten noch einen Verlust von 38 Milliarden abgesetzt hatte.

2019 hatte der Gewinn gar knapp 49 Milliarden Franken betragen. Es gibt aber auch Jahre mit hohen Verlusten, was jeweils vor allem mit einer schwachen Börsenentwicklung oder einem sehr starken Franken zu tun hat. 2018 oder 2015 etwa waren solche Jahre: Da mussten die hiesigen Währungshüter Verluste von knapp 15 Milliarden bzw. von über 23 Milliarden ausweisen.

Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss 2021 mit den definitiven Zahlen wird am 7. März publiziert, der Geschäftsbericht am 22. März 2022. (awp/sda)

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