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Blick auf den ersten gelben Doppelstoecker-Bus aus Grossbritannien von PostAuto, aufgenommen am Freitag, 19. Mai 2017, in Engelburg. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ein neues Doppelstock-Postauto unterwegs im Toggenburg. Von technischen Problemen sind ältere Modelle betroffen. Bild: KEYSTONE

Defekte Hinterachsen, abgedeckte Warnlampen – Postauto-Doppelstöcker in prekärem Zustand

Die alten Doppelstock-Postautos haben gravierende Mängel. Angesichts wiederholter technischer Probleme stellt sich die Frage, warum das Unternehmen die alten Doppelstöcker nicht längst ausgemustert hat.

Michael Genova / ch media



Eigentlich sollten sie längst nicht mehr fahren. Die drei alten Doppelstock-Postautos, die im Obertoggenburg zwischen Wattwil und Buchs verkehren. Und trotzdem sind sie noch immer im Einsatz. Für Fahrgäste ist das eine beunruhigende Nachricht. Denn in den letzten Monaten kam es wiederholt zu massiven technischen Problemen, zeigen Recherchen der «Schweiz am Wochenende».

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Die 14 Jahre alten Doppelstöcker befinden sich gemäss mehreren Quellen in einem prekären Zustand: Warnlampen auf dem Armaturenbrett wurden mit Klebband abgedeckt, die Hinterachsen der Doppelstöcker verursachen auffällige Geräusche, und an den Haltestellen verlieren die Busse Motorenöl.

Warnlampen spielten verrückt

Zum technischen Zustand der drei Doppelstockbusse sagt Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto Schweiz: «Aufgrund des fortgeschrittenen Alters dieser Fahrzeuge mussten einige Reparaturen im normalen Umfang durchgeführt werden.» Bloch äussert sich auch zu den konkreten Mängeln.

In einem Fahrzeug habe die Warnlampe gebrannt, ohne dass ein technisches Problem vorgelegen habe. «Damit das Fahrpersonal während der Fahrt nicht irritiert war, wurde diese Warnlampe bei einem Fahrzeug vorübergehend abgedeckt.» Diese Massnahme habe «keinen sicherheitsrelevanten Einfluss» gehabt, sagt der Postauto-Sprecher. Das Fahrzeug sei nachher zur Reparatur der Lampe ausser Betrieb genommen worden.

Mediensprecher Urs Bloch bestätigt zudem Probleme mit den Hinterachsen bei einem Postauto. Das Fahrpersonal habe die Hinterachsgeräusche erkannt und dem Verantwortlichen gemeldet. «Daraufhin wurde das Fahrzeug zur Überprüfung in die Reparaturwerkstatt gebracht und seither nicht mehr eingesetzt.» Und er ergänzt: Komme es zu Ölverlust, was auch bei anderen Fahrzeugen passieren könne, werde ein Fahrzeug ausser Betrieb genommen und repariert.

Für Passagiere besteht gemäss Postauto Schweiz kein Grund zur Sorge. «Die Sicherheit der Fahrgäste ist bei Postauto ein wichtiges Anliegen», sagt Bloch. Sie sei auch in den Doppelstock-Postautos zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Angesichts wiederholter technischer Probleme stellt sich allerdings die Frage, warum das Unternehmen die alten Doppelstöcker nicht längst ausgemustert hat. Im Mai 2017 kündigte Postauto Schweiz die Erneuerung der bestehenden Flotte in der Ostschweiz an.

Die bisherigen 19 Doppelstöcker würden bis Ende 2018 durch neue Fahrzeuge ersetzt. Nebst der Ostschweiz sind nur noch in Graubünden und in der Zentralschweiz Doppelstöcker im Linien- und Freizeitverkehr unterwegs. Im Obertoggenburg sind bis heute allerdings keine neuen Doppelstöcker angekommen. Zum ursprünglich verbreiteten Zeitplan, sagt Mediensprecher Bloch nur: «Diese Info war falsch und wurde zwischenzeitlich in den Medien auch bereits korrigiert.»

Bis Ende Jahr sollen neue Postautos im Einsatz sein

Die technischen Probleme kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. In den vergangenen Monaten war die Postauto-Region Ostschweiz durch Grossanlässe oder zusätzliche Aufträge besonders gefordert und war deshalb auf alle Fahrzeuge angewiesen.

Auf die Frage, wie viele Doppelstöcker wegen technischer Mängel bereits aus dem Verkehr gezogen wurden, gibt Urs Bloch keine konkrete Antwort. «Die neuen Fahrzeuge sind bereits auf dem Weg in die Schweiz.» Das erste der neuen Doppelstock-Postautos für das Toggenburg sei gestern in der Ostschweiz angekommen und durchlaufe nun die normale Inbetriebnahme, was einige Wochen in Anspruch nimmt. Ziel sei es, bis Ende 2019 die drei verbleibenden Doppelstock-Postautos zu ersetzen. (bzbasel.ch)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • drüber Nachgedacht 08.09.2019 15:08
    Highlight Highlight Leute es geht um 14 jährige Fahrzeuge.

    Diese Fahrzeuge werden mit Sicherheit nach dem Ausrangieren bei der Post in einem anderen Land nochmals für mindestens 10 Jahren im Dienst stehen...
  • RedStarBelgrade 08.09.2019 10:11
    Highlight Highlight «Die Sicherheit der Fahrgäste ist bei Postauto ein wichtiges Anliegen»
    Was ist wohl das wichtigste? So grossen Umsatz wie Möglich machen?
  • CL8 07.09.2019 19:40
    Highlight Highlight Vielleicht erwähnt ihr noch, dass das oben abgebildete Postauto von 2017 eben eines dieser neuen ist... ;)
    War wohl im 2017 das erste das den Weg von England in der Schweiz fand und zu Präsentationszwecken im Toggenbug war...
    • Christoph Bernet 07.09.2019 20:47
      Highlight Highlight Danke, die Bildlegende ist entsprechend angepasst.
  • Makatitom 07.09.2019 19:33
    Highlight Highlight Sitzt Ruoff jetzt eigentlich endlich im Knast? Oder Landolf? Oder Köng?
    • Neruda 07.09.2019 22:17
      Highlight Highlight Psst! Du weisst doch, dass man in der Schweiz die Kriminellen laufen lässt, sobald der Schaden genug Millionen ausmacht.
    • Lästermaul 07.09.2019 22:49
      Highlight Highlight Da gehören noch weitere hin von dem Verein...
  • 7immi 07.09.2019 19:27
    Highlight Highlight Und jetzt? Es gehen Dinge kaputt, sie werden repariert. Man hat noch keine neuen Fahrzeuge, die kommen aber und dann werden sie ersetzt. Soll Postauto die Verbindungen streichen oder wie? Dass ältere Fahrzeuge etwas mehr Unterhalt brauchen ist auch nichts ungewöhnliches. Mir kommts so vor, als würde man krampfhaft nach einem Skandal suchen...
    • Badummtsss 07.09.2019 20:52
      Highlight Highlight Mit diesen Problemen kämpfen nur wir Schweizer.
    • pedro58 08.09.2019 19:16
      Highlight Highlight Genau so ist es, die Postautos im Toggenburg werden von einer der besten Nutzfahrzeugwerkstatt der Schweiz repariert, die wissen schon was zu tun ist. Fahrgäste sind und waren nie gefährdet. Rote Warnlampen leuchten auch, wenn nur 1 Alternator (Lichtmaschine) defekt ist, die Neoplan haben aber 3 davon. Wo ist da die Gefahr?
    • pedro58 08.09.2019 19:18
      Highlight Highlight Gut gibts SBB, PostAuto und SVP, sonst hätten die Schreiberlinge nichts mehr zu tun.

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