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Jahresberichte 2025 Schweizer Firmen: Richemont, VAT, Temenos legen zu

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Erste Schweizer Firmen mit Jahresberichten: Richemont legt deutlich zu ++ VAT überrascht

15.01.2026, 08:5015.01.2026, 08:50

Richemont

Der Luxusgüterkonzern Richemont hat das bereits sehr starke Vorjahresquartal übertroffen. Trotz der hohen Vergleichsbasis legten die Verkäufe sowohl nach Bereichen als auch nach Regionen und je Distributionskanal im Weihnachtsquartal im Vergleich zum Vorjahr zu konstanten Währungen teils sehr deutlich zu. Der wichtige chinesische Markt inklusive Hongkong und Macau setzte die Erholung aus dem Vorquartal fort.

Der Luxusg
Zu Richemont gehört die Schmuck-Firma Cartier.Bild: EPA

Die vier Schmuckhäuser der Gruppe – Buccellati, Cartier, Van Cleef & Arpels und Vhernier – erzielten im dritten Quartal 2025/26 (per Ende Dezember) einen Umsatzanstieg von 6 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. In konstanten Währungen lag das Wachstum bei 14 Prozent. Richemont spricht am Donnerstag von einer «erfolgreichen Weihnachtssaison in allen Häusern».

Auch das Uhrengeschäft fand im Vergleich zum Vorjahresquartal zu Wachstum zurück mit +1 Prozent. Organisch wuchs der Bereich gar um 7 Prozent. Dabei sei das zuletzt sehr harzig verlaufene Uhrengeschäft in allen Regionen gewachsen, hiess es.

Schwache Währungen und Materialkosten belasten

Auf Gruppenebene lieferte Asien-Pazifik den grössten Beitrag mit einem Umsatzanteil von 29 Prozent. Als einzige Region ist der Umsatz mit -2 Prozent weiterhin rückläufig. Zu konstanten Währungen fand sie aber im Vergleich zum Vorjahr zu Wachstum zurück mit +6 Prozent und setzte damit den Trend aus dem Vorquartal fort. Der Umsatz in China, Hongkong und Macau stieg um 2 Prozent, was aber vor allem auf die solide Entwicklung in Hongkong zurückzuführen sei.

Der zweitgrösste Markt Americas (Umsatzanteil: 27%; organisches Wachstum: +14%) legte kräftig zu, aber auch Europa (24%; +8%) zeigte sich robust. Insbesondere die für Richemont «kleineren» Regionen Naher Osten & Afrika sowie Japan mit einem Umsatzanteil von je 10 Prozent verzeichneten die grössten Wachstumsraten mit +20 Prozent respektive +17 Prozent.

Alle Vertriebskanäle hätten zum Umsatzwachstum beigetragen, so der Genfer Konzern weiter. Dabei wuchsen die Verkäufe über den Detailhandel (72% Umsatzanteil) mit organisch 12 Prozent am stärksten. Der Grosshandel zog um 9 Prozent an. Beim Online-Handel lief es noch am wenigsten rund: organisch +5% Prozent, -1% in tatsächlichen Währungen. Damit lag der Umsatzanteil bei knapp 6,5 Prozent.

Derweil investiere Richemont konsequent weiter in die Maisons, um das Wachstum in einem «komplexen makroökonomischen Umfeld» zu fördern. Schwächere Hauptverkaufswährungen sowie steigende Materialkosten drückten auf die Margen.

Geberit steigert 2025 Umsatz dank höherer Verkaufsvolumina

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz leicht gesteigert. Ohne die negativen Währungseinflüsse resultierte ein solides Plus, höher als in Aussicht gestellt. Die Prognose für die operative Marge wurde gleichzeitig erhöht.

ARCHIVBILD ZU DEN QUARTALSZAHLEN VON GEBERIT --- Blick auf den Sitz des Sanitaer-Konzerns Geberit, aufgenommen am Montag, 26. Oktober 2015, in Rapperswil-Jona. Der Sanitaertechnikkonzern Geberit hat n ...
Blick auf den Sitz des Sanitär-Konzerns Geberit in Rapperswil-Jona. Bild: keystone

Der Nettoumsatz erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 3,16 Milliarden Franken, wie Geberit am Donnerstag mitteilte. Dabei belastete die ungünstige Währungsentwicklung. In Lokalwährungen verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzplus von 4,8 Prozent, womit die prognostizierten +4,5 Prozent übertroffen wurden.

Das Wachstum in Lokalwährungen sei dabei durch ein starkes Volumenwachstum zustande gekommen; dies aufgrund der weiterhin sehr erfreulichen Entwicklung von neu eingeführten Produkten und von Wachstum in den meisten europäischen Ländern und Regionen.

Die Umsatzzahlen lagen damit im Rahmen der Erwartungen der Analysten, wobei das organische Wachstum höher ausfiel als gedacht. Gemäss AWP-Konsens wurde durchschnittlich ein Umsatz von 3,16 Milliarden bei einem organischen Wachstum von 4,3 Prozent prognostiziert.

Aufwärtstendenz im vierten Quartal

Gegen Jahresende hat sich das Wachstumstempo gar etwas beschleunigt. So nahm der Umsatz im vierten Quartal, das in der Regel wegen der Weihnachtsferien das schwächste ist, um 4,4 Prozent auf 715 Millionen Franken zu. Währungsbereinigt lag das Plus gar bei 6,4 Prozent. Im dritten Quartal erzielte Geberit ein organisches Umsatzplus von lediglich 5,4 Prozent.Bezüglich der Profitabilität ist Geberit für das Gesamtjahr 2025 noch etwas zuversichtlicher als im November und geht neu von einer operative Gewinnmarge (EBITDA) von «leicht unter 29,5 Prozent» aus, bisher wurde ein Wert von «rund 29 Prozent» prognostiziert.

Die Gewinnzahlen sowie der vollständige Geschäftsbericht für 2025 werden am 12. März 2026 veröffentlicht.

VAT spürt deutlich anziehende Nachfrage

Die Nachfrage nach den Produkten des Ostschweizer Hightechkonzern VAT hat im Schlussquartal 2025 markant angezogen. Die Erwartungen der Analysten wurden deutlich übertroffen.

Der Auftragseingang zog im vierten Quartal um knapp 14 Prozent auf 305 Millionen Franken an und kam damit im Gesamtjahr bei unveränderten 1,03 Milliarden zu liegen. Dies teilte der Hersteller von Vakuumventilen, die schwergewichtig bei der Produktion von Halbleitern zum Einsatz kommen, am Donnerstag mit.

Damit gelang dem Unternehmen eine faustdicke Überraschung. Analysten hatten im Vorfeld (AWP-Konsens) mit einem deutlich rückläufigen Auftragseingang im Schlussquartal und im Gesamtjahr gerechnet.

Das Unternehmen begründet die besser als erwartete Entwicklung unter anderem mit einer anziehenden Nachfrage nach KI-Anwendungen, Technologiewechseln und einer starken Nachfrage aus China. Die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal und mit Blick auf 2026 deute darauf hin, dass der Wachstumspfad hin zu einem Halbleitermarkt von 1000 Milliarden US-Dollar gegeben sei, so das Communiqué. Allerdings enthalte der Auftragseingang auch 30 bis 35 Millionen vorgezogener Aufträge im Vorfeld von Preiserhöhungen, wurde eingeräumt.

Umsatz auch besser als erwartet

Beim Umsatz schnitt das Unternehmen im vierten Quartal ebenfalls besser ab als erwartet. Dieser ging gegenüber dem Vorjahr zwar um 9 Prozent auf 257 Millionen zurück, Analysten hatten aber mit einem noch deutlich stärkeren Rückgang gerechnet. Und das Unternehmen selber hatte im Oktober auch nur einen Wert von 225 bis 245 Millionen in Aussicht gestellt. Beim Umsatz gab es einen Sondereffekt. So war dieser im Vorjahreszeitraum durch eine Verschiebung von Verkäufen aufgebläht worden.

Im Gesamtjahr nahm der Umsatz um 14 Prozent auf 1,07 Milliarden zu. Die EBITDA-Marge soll bei rund 30 Prozent und damit am unteren Rand des Zielbands von 30 bis 37 Prozent zu liegen kommen, wie es weiter hiess. Margenvorteile aus höheren Volumina seien teilweise durch ungünstige Wechselkursentwicklungen – insbesondere durch die Entwicklung des Schweizer Frankens gegenüber dem US-Dollar – aufgezehrt worden. Der vorläufige Free Cashflow für das Gesamtjahr 2025 wird mit «mehr als 225 Millionen Franken» erwartet und liege damit rund 23 Prozent über dem Vorjahreswert.

Einen konkreten Ausblick für 2026 gibt es laut den Angaben bei der Vorlage der Gewinnzahlen Anfang März.

Temenos steigert Umsatz und Gewinn im vierten Quartal deutlich

Der Bankensoftwarehersteller Temenos hat im vierten Quartal den Umsatz wie auch den Betriebsgewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich erhöht. Auch für das Gesamtjahr 2025 resultierte ein klarer Anstieg.

Im Schlussquartal 2025 erreichte der Umsatz 314,6 Millionen US-Dollar, was um 11 Prozent über dem bereinigten Vorjahreswert liegt, wie Temenos am Donnerstag aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte. Im Vergleichswert des Vorjahres hat das Unternehmen das Geschäft mit Fondsadministration-Software (Multifonds) herausgerechnet, das Temenos im zweiten Quartal veräussert hatte.

Logo von Temenos
Die Temenos Group AG ist ein international tätiges Schweizer Softwareunternehmen, das auf Bankensoftware spezialisiert ist.Bild: imago

Der bereinigte Betriebsgewinn EBIT stieg im Schlussquartal um 14 Prozent auf 106,3 Millionen Dollar. Die entsprechende Marge stieg auf 33,8 Prozent von 32,9 Prozent im Vorjahr.

Starkes Wachstum bei Unterhalt

Die Lizenzeinnahmen für Software konnte Temenos dabei um 7 Prozent auf 151,7 Millionen Dollar erhöhen. Insgesamt habe das Unternehmen von einem «stabilen Vertriebsumfeld» profitiert, hiess es. So habe man sowohl neue Verträge abschliessen können wie auch eine gute Nachfrage bei bestehenden Kunden gespürt.

Gut entwickelten sich auch die Erträge für den Unterhalt, die um 17 Prozent auf 131,3 Millionen anstiegen: Getrieben wurde dies durch neu abgeschlossene Premium-Unterhaltsverträge. Die Dienstleistungserträge legten ebenfalls klar zu (+10 Prozent auf 31,6 Millionen).

Wachstum über dem Markt

Für das Gesamtjahr 2025 resultierte damit laut den proforma-Zahlen ein Umsatzanstieg um 11 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn (EBIT) im Gesamtjahr verbesserte sich um 22 Prozent auf 371,9 Millionen Dollar.

Mit den Ergebnissen liege Temenos über dem Marktwachstum, wird der neue CEO Takis Spiliopoulos in der Mitteilung zitiert. Besonders gut hätten sich auch die annualisierten wiederkehrenden Erträge (ARR) und der Free Cash Flow entwickelt, die für Temenos wichtige Schlüsselgrössen seien.

Die vollständigen Zahlen will Temenos am 24. Februar kommunizieren. Dann wird das Softwareunternehmen auch einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2026 geben.

Bossard-Gruppe sieht im Schlussquartal Anzeichen einer Erholung

Die Bossard-Gruppe blickt auf ein Geschäftsjahr 2025 zurück, das durch eine gedämpfte Marktnachfrage und Akquisitionen geprägt war. Vor allem Europa als grösste Marktregion war davon betroffen.

Insgesamt rückte der Umsatz von Bossard im vierten Quartal um 9,2 Prozent auf 257,8 Millionen Franken vor. In Europa stieg dieser dank Zukäufen um 11 Prozent auf 151,1 Millionen. Akquisitionsbereinigt resultierte dagegen in Lokalwährung gerechnet ein leichtes Minus von 0,4 Prozent, wie der Spezialist für Verbindungstechnik am Donnerstag mitteilte.

Das Geschäft in Europa sei von Unsicherheiten geprägt geblieben, wobei sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte schrittweise stabilisiert habe, hiess es weiter. So hätten etwa die Luft- und Raumfahrt, der Schienenfahrzeugbau sowie der Bereich Elektronik im Schlussquartal Wachstum verzeichnet.

Umsatzsteigerung in AmerikaIn Amerika stieg der Umsatz indes im vierten Quartal um 13 Prozent auf 57,7 Millionen Franken, wobei währungsbereinigt gar ein Anstieg um 25 Prozent erreicht wurde. Insbesondere in den Bereichen Elektromobilität und Landwirtschaft sei derweil die Nachfrage nach wie vor noch verhalten.

Gestützt wurde die Umsatzentwicklung in den USA auch durch die Weitergabe der Einfuhrzölle. Bossard hat wie angekündigt die Preise erhöht. Auf der Gegenseite habe die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem US-Dollar stark auf den Umsatz gedrückt.

In Asien blieb der Bossard-Umsatz mit 49,0 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr stabil, während in Lokalwährung ein Wachstum von 9,4 Prozent resultierte. Dabei habe sich die Nachfrageerholung in China fortgesetzt. Negative Folgen, auch für Kunden von Bossard, hätten derweil für Indien erhobene US-Einfuhrzölle gehabt.

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