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Zinsen auf Null, aber Hypotheken werden teurer – das sind die Gründe

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Wer eine Festhypothek für den Hausbau abschliessen will, sieht sich mit steigenden Zinssätzen konfrontiert. (Symbolbild)Bild: Shutterstock

Zinsen auf Null, aber Hypotheken werden teurer – das sind die Gründe

Die Zinsen für Hypotheken in der Schweiz haben sich im vierten Quartal 2025 trotz des unveränderten Leitzinses von 0 Prozent verteuert.
13.01.2026, 02:5213.01.2026, 02:52

Damit liegen sie wieder über dem Niveau vom Frühherbst. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte im Dezember den Leitzins, wie von vielen Ökonominnen und Ökonomen erwartet, unverändert belassen. Dennoch sind die Hypothekarzinen im vierten Quartal 2025 gestiegen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des Vergleichsportals Comparis zeigt.

Der Richtsatz für 10-jährige Festhypotheken, den Comparis jeweils anhand der von 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen berechnet, lag Ende Dezember bei 1,91 Prozent und damit 0,23 Prozentpunkte höher als Ende September. Für 5-jährige Festhypotheken kletterte der Richtsatz auf 1,61 Prozent von 1,39 Prozent.

Höhere Kapitalmarktzinsen

Der Anstieg ist laut Comparis primär auf höhere Kapitalmarktzinsen zurückzuführen. So betrug die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen Ende Dezember 0,33 Prozent, das sind 0,13 Prozentpunkte mehr als noch Ende September. Gleichzeitig zogen die Refinanzierungskosten der Banken an. Zudem hätten viele Banken ihre Margen ausgeweitet.

Besonders gut sichtbar sei dieser Effekt bei Saron-Hypotheken, deren Zins aktuell nur aus der Marge bestehe. Erstrangige Saron-Hypotheken wurden Ende Dezember in einer Spanne von 0,8 bis 1,2 Prozent angeboten, während sich die Spanne vor drei Monaten noch zwischen 0,7 und 1,2 Prozent bewegte.

10-jährige Festhypotheken seien derweil zu 1,5 bis 1,9 Prozent im Vergleich zu 1,3 bis 1,8 Prozent Ende September zu haben. Bei 5-jährigen Festhypotheken liegt der Zins von 1,2 bis 1,6 Prozent nach 1,0 bis 1,5 Prozent.

Etwas weniger Festhypotheken mit langer Laufzeit

Bei der Wahl der Laufzeiten waren Festhypotheken mit 10 Jahren und mehr mit gut 40 Prozent aller Abschlüsse weiterhin am gefragtesten. Gleichzeitig zeigte sich eine leichte Verschiebung.

«Auch wenn der Anteil langlaufender Festhypotheken immer noch am grössten ist, hat er sich gegenüber vor einem Jahr markant reduziert», heisst es in der Comparis-Studie. Damals habe der Anteil mit fast 80 Prozent rund doppelt so hoch gelegen. Viele Hypothekarnehmende bevorzugten gerade hohe Planungssicherheit. Mit den Leitzinssenkungen der SNB rückten die Kosten wieder stärker in den Fokus.

So stieg etwa der Anteil von Festhypotheken mit 8- und 9-jähriger Laufzeit im vierten Quartal auf rund 14 Prozent, nach etwa 4 Prozent zu Jahresbeginn. Dies deutet laut Comparis darauf hin, dass Immobilienbesitzer verstärkt auf günstigere Alternativen zu zehnjährigen Festhypotheken ausweichen. (sda/awp/con)

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69 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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amazili
13.01.2026 05:32registriert Dezember 2025
Die Margen erhöht 😅
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H. Fröhlich
13.01.2026 03:10registriert März 2019
Die Bank gewinnt immer!
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CharlieBrown88
13.01.2026 06:14registriert Juni 2022
Wichtig ist, das die Banker ihre Boni auszahlen können.
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