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Forscher sichten Riesen-Struktur auf der Venus



Über unseren Nachbarplaneten Venus fegen extrem schnelle Winde. Trotzdem haben Forscher in derselben Höhe eine stationäre Struktur entdeckt. Was hat es damit auf sich?

Durch die dichte Wolkenhülle unseres Nachbarplaneten Venus zieht sich eine gigantische, bogenförmige Struktur. Das Phänomen erstrecke sich rund 10'000 Kilometer durch die oberen Atmosphärenschichten des Planeten, berichten japanische Forscher um Makoto Taguchi von der Rikkyo-Universität in Tokio im Fachblatt «Nature Geoscience».

An artist rendition released by the European Space Agency on Wednesday, Nov. 28, 2007 shows the main bodies of the solar system, the Sun, Mercury, Venus, the Earth, from left in foreground, Uranus, Neptune, Saturn, Jupiter and Mars, from left in background. The Moon, the Earth's natural satellite, is seen at right in foreground, as the relative size of the orbits of the planets is not respected. Nearby planet Venus is looking a bit more Earth-like with frequent bursts of lightning confirmed by a new European space probe. For nearly three decades, astronomers have said Venus probably had lightning, ever since a 1978 NASA probe showed signs of electrical activity in its atmosphere. But experts were not sure because of signal interference. (AP Photo/ESA/HO) ** MAGAZINES OUT - NO SALES **

Links von der Erde dreht die Venus ihren Kreis. Bild: AP EUROPEAN SPACE AGENCY

Die Wissenschaftler hatten die Struktur auf Bildern der japanischen Venus-Sonde «Akatsuki» (Morgendämmerung) entdeckt, die 2015 in eine Umlaufbahn um unseren inneren Nachbarplaneten eingeschwenkt war. Die bogenförmige Struktur ist auf den Bildern als hellere, heissere Zone in der Atmosphäre zu sehen.

Berge als Ursache?

Sie steht stationär über der Venusoberfläche und bewegt sich nicht mit den Wolken. Das ist überraschend, da die Winde in dieser Höhe mit rund 350 Kilometern pro Stunde um den Planeten fegen.

Die Struktur steht über einer Bergregion der Venus. Die Forscher nehmen an, dass diese Berge eine sogenannte Schwerewelle im bodennahen Wind erzeugen, der über sie hinweg weht – ähnlich wie es auch an Bergketten auf der Erde geschieht.

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Diese Welle könnte sich bis in die oberen Schichten der Venusatmosphäre fortpflanzen und dort zu dem beobachteten riesigen Phänomen führen. Solche von Bergen hervorgerufenen Schwerewellen könnten daher eine wichtige Rolle für das Venus-Klima spielen.

Wolken aus Schwefelsäure

Die Venus ist mit einem Durchmesser von 12'100 Kilometern fast genauso gross wie die Erde (12'750 Kilometer). Durch ihre engere Bahn läuft die Venus etwas schneller um die Sonne: Ein Jahr dauert knapp 225 Erdentage. Anders als die Erde dreht sich Venus jedoch entgegen der Umlaufrichtung um sich selbst («retrograd»). Dadurch dauert ein Sonnentag auf der Venus knapp 117 Erdentage.

Auf der Venus-Oberfläche herrschen wahrhaft höllische Bedingungen. Der Planet hüllt sich in einen dichten Wolkenschleier, dessen Treibhauseffekt die Oberflächentemperatur auf fast 500 Grad Celsius aufheizt – hoch genug, um Blei zu schmelzen. Die dichte Atmosphäre besteht fast gänzlich aus Kohlendioxid. Die Wolken bestehen im wesentlichen aus Schwefelsäure-Tröpfchen.

Venus ist derzeit der hellste Stern am irdischen Firmament. Der strahlende Abendstern sinkt Ende Januar gegen 21.30 Uhr unter den Horizont. Die Helligkeit der Venus nimmt im Laufe des Monats leicht zu.

(sda/dpa)

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