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Moderator Lukas Studer, right, and Roland  Maegerle, chief sport departement of the Swiss National Broadcasting Company SRG SSR, right, are pictured during a media tour at the TV-Studio at Ipanema Beach, in Rio de Janeiro, Brazil, prior to the Rio 2016 Olympic Summer Games, pictured on Wednesday, August 3, 2016. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)sd

Wie viel Service public soll es sein? Blick ins SRG-Olympiastudio in Rio de Janeiro. Bild: KEYSTONE

Neue Studie zeigt: Starke Service-public-Medien stärken die Demokratie



Die Debatte wird intensiv geführt, auch und gerade in der Schweiz: Wie viel Service public soll es im Medienbereich geben? Rechtsbürgerliche Politiker ärgern sich seit langem über die angeblich übermächtige SRG, sie möchten ihr Angebot zurückstutzen. Der Bundesrat veröffentlichte im Juni aufgrund einer Forderung des Parlaments seinen Bericht zum Service public. Er stellte sich grundsätzlich hinter den öffentlich-rechtlichen Sender, übte aber Kritik in einzelnen Bereichen.

Nach der Sommerpause werden sich die zuständigen Kommissionen von National- und Ständerat mit der Materie beschäftigen. Aus den Reihen von SVP und FDP, die durch den Rechtsrutsch bei den Wahlen im letzten Herbst gestärkt wurden, sind kritische Voten und Vorstösse zu erwarten. Sie erhielten Rückenwind durch eine Studie der Freien Universität Berlin, wonach die SRG-Sender wesentlich weniger über Politik berichten als ihre deutschen Pendants ARD und ZDF.

The main entrance to the BBC headquarters and studios in Portland Place, London, Britain, July 16, 2015. REUTERS/Peter Nicholls/File Photo

Öffentlich-rechtliche Sender wie die BBC stehen vermehrt unter Druck.
Bild: PETER NICHOLLS/REUTERS

Nun wurde eine weitere Studie veröffentlicht, die den Befürwortern eines starken Service Public den Rücken stärken dürfte. Erstellt wurde sie von der European Broadcasting Union (EBU) in Genf, dem Dachverband der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa. Die Kernaussage lautet: Je stärker der mediale Service public in einem Staat, umso besser für die Demokratie.

Mehr Pressefreiheit, weniger Rechtsextremismus

In Ländern mit gut finanzierten Service-public-Sendern gebe es mehr Pressefreiheit und eine höhere Wahlbeteiligung und gleichzeitig weniger Rechtsextremismus und Korruption, heisst es in dem Bericht. Dazu wurden Daten aus 25 Ländern ausgewertet, unter anderem aus dem Index der Pressefreiheit der Denkfabrik Freedom House und dem Korruptionsbericht der Weltbank. Eine Auflistung nach Staaten enthält die Studie in der veröffentlichten Version nicht, aus «Datenschutzgründen».

Vermutlich will die EBU Kontroversen vermeiden, denn sie kann bei diesem Thema kaum als unparteiisch betrachtet werden. Ausserdem steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur in der Schweiz unter Druck. Roberto Suarez Candel, Leiter der EBU-Forschungsabteilung, räumt in dem Bericht ein, man könne nicht behaupten, dass ein starkes öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio direkt zu mehr Demokratie und weniger Korruption führe. «Erstmals aber konnten wir aufzeigen, wie diese Faktoren miteinander verknüpft sind.»

Radio geniesst am meisten Vertrauen

Ebenfalls ausgewertet wurden Daten zum Image der Medien. Demnach ist Radio in Europa das angesehenste Medium, 55 Prozent der Menschen vertrauen dem guten alten Rundfunk. Das Fernsehen kommt auf 48 Prozent. Die gedruckte Presse, Internet und Social Media schneiden deutlich schlechter ab. Besonders hoch ist das Vertrauen in Radio und Fernsehen im Norden des Kontinents, während es im Südosten tief ist. Internet und Social Media sind in Osteuropa populär.

Suarez Candel ist nicht überrascht über das gute Abschneiden von Radio und Fernsehen, sie seien immer noch die wichtigste Quelle für Information und Unterhaltung. Auch in diesem Fall gelte: Je besser die Finanzierung des Service public, umso höher das generelle Vertrauen in die Medien.

Die Schweiz wurde für diese Studie nicht berücksichtigt. Sie basiert auf dem Eurobarometer, einer jährlichen Erhebung, die in 33 Ländern durchgeführt wird: Den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie in vier Balkanländern und der Türkei, die über einen Beitritt verhandeln. (pbl)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 10.08.2016 20:30
    Highlight Highlight Äusserst heikel, die Interpretation solcher Studien: Begiffe wie "öffentlich-rechtliche", ""staatsfinanzierte" Medien, "service-public" usw. Zu definieren und abzugrenzen. Evtl. informieren sich Osteuropäer häufig im Internet, weil sie bei öffentlich-rechtlichen Medien Zensur durch Regierung vermuten? Viele Schweizer vertrauen der SRG, weil der Staat demokratisch organisiert ist (und nicht umgekehrt)? In Nord-Korea gibts wohl nur öffentlich-rechtliche Medien, aber kaum Demokratie...
  • R&B 10.08.2016 15:42
    Highlight Highlight Ich bin auch dafür, dass SRF weiterhin einen solch starken Service Public anbieten kann. Das Unterhaltungsprogramm ist Geschmacksache, aber basierend auf Marktanteilsstudien wohl berechtigt.
    Die SVP wird aber mit Sicherheit alles versuchen, die SRF zu schwächen, damit Goldbach Media und andere Werbefenster-Vermarkter für die vielen deutschen und wenigen Schweizer Privatsender, Werbeplätze noch teurer verkaufen können, weil SRF als Werbeplattform dann weniger lukrativ ist.
    Wie immer bei der SVP geht es um noch mehr Profit für Firmen unter dem Deckmäntelchen des Sparens von Steuergeldern.
    • wasylon 10.08.2016 17:38
      Highlight Highlight Also SRF sendet mehr als genug Werbung. Fast schon so viel wie die Privaten. https://www.ktipp.ch/artikel/d/schweizer-fernsehen-immer-mehr-werbung/
      Der Grundsatz sollte lauten: Gebürengelder für die SRG/ Werbegelder für die Privaten.
    • R&B 10.08.2016 20:54
      Highlight Highlight @ wasylon: Wie viel Werbung ist den zu viel? Privatsender strahlen noch mehr Werbung aus. Wenn die SRG keine Werbung mehr ausstrahlen darf, müssen entweder die Gebührengelder erhöht werden oder die Qualität der Sendungen reduziert. So kann SRF den Service-Public-Auftrag nicht erfüllen.
    • wasylon 10.08.2016 21:48
      Highlight Highlight @RB es kann doch nicht sein das die SRG die mit Abstand am meisten Rundfunkgebühren kassiert, auch noch am meisten Werbung sendet von allen öffentlich rechtlichen Sendern Europas. Die SRG braucht auch keine 17 Radiosender und sieben Fernsehsender um ihren Leistungsauftrag zu erfüllen. Ausserdem betreibt SRF ein 24 Stunden Newsportal, (das unter anderem auch Watson Konkurrenz macht) welches nicht zu ihrem Leistungsauftrag gehört.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luca Brasi 10.08.2016 10:34
    Highlight Highlight Internet und Social Media sind in Osteuropa populär? Fragt sich nur auf welchen Sites, die ihre News, etc. holen. Aber gut, ein Stück weit kann ich es ja verstehen, da sie wohl schlechte Erinnerungen mit Radio und Fernsehen in ihrer Vergangenheit gemacht haben.
  • Der Zahnarzt 10.08.2016 09:50
    Highlight Highlight Gerne bin ich bereit, Gebühren für Journalismus zu bezahlen, der sich nicht an Parteipolitik (wie NZZ, BAZ, WOZ etc.) orientiert und versucht, bei der Sache zu bleiben. - Wozu ich nicht mehr bereit bin zu bezahlen ist a) Reisen von Frau Vetsch und Konsorten b) Selbstdarstellung von Herrn Schawinski etc.
    • Snus116 10.08.2016 10:05
      Highlight Highlight Du bezahlst die Billag aber nicht dafür, dass du nur sehen kannst, was dir gefällt. Sondern dafür, dass Sendungen für die ganze Bevölkerung produziert werden (Alle Landessprachen, verschiedene Ressorts, Schweizer Filme etc.). Die Privatsender schaffen das nicht.
    • satyros 10.08.2016 10:45
      Highlight Highlight Die Verfassung definiert, was der Auftrag der SRG und damit service public ist. Dort (Art. 93 Abs. 2) wird auch die Unterhaltung erwähnt. Man kann darüber diskutieren, wie dieser Verfassungsauftrag umgesetzt werden soll, aber ein Fernsehsender ganz ohne Unterhaltung wäre nicht nur kaum konkurrenzfähig, sondern auch verfassungswidrig.
    • Qui-Gon 10.08.2016 10:56
      Highlight Highlight G&G und Co. finde ich auch Käse, aber es gibt auch Leute, die würden am liebsten die Sportübertragungen abschaffen, andere alles Volkstümliche und wieder andere ausländische Serien. Es ist eben service "public" und nicht "on demand".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl Marx 10.08.2016 09:47
    Highlight Highlight "Erstellt wurde sie von der European Broadcasting Union (EBU) in Genf, dem Dachverband der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa."

    Kein weiterer Kommentar nötig.
    • Der Zahnarzt 10.08.2016 09:55
      Highlight Highlight Gerne erwarten ich von Ihnen den gleichen Kommentar, wenn Economisuisse oder Avenir Suisse heisse Winde von sich geben.
    • elos 10.08.2016 09:55
      Highlight Highlight Trotzdem ist das Ergebnis so zu erwarten.
    • Moe Mentmal 11.08.2016 08:58
      Highlight Highlight Das ist wenigstens transparent und da es sich um eine Studie handelt können die Zahlen und Analysen überprüft werden. (Was allerdings die meisten Medien heute nicht mehr machen) Frau SVP-Rickli habe ich beim Billag-Bashing noch nie anfügen hören: 'Brought to you by Goldbach Media'
  • ottonormalverbraucher 10.08.2016 09:45
    Highlight Highlight Generell sollte die Bevölkerung eine Wertschätzung für journalistische Arbeit entwickeln und dafür bezahlen. Heute sind wir uns gewöhnt auf Watson.ch zu gehen und nichts dafür zu bezahlen. Was wenn das Geschäftsmodell von den Gratismedien nicht mehr augeht? Wir so daran gewöhnt, dass die meisten eine Paywall grundsätzlich ablehnen.
    • R&B 10.08.2016 15:35
      Highlight Highlight und was ist nun Ihre Konklusion für SRF?
  • N. Y. P. D. 10.08.2016 09:38
    Highlight Highlight Das Ergebnis überrascht mich nicht.
    Das SRF ist wichtig für die Demokratie.
    Ich will keine italienischen Verhältnisse mit all den Micky Mouse - und Verblödungssendern von reichen Politikern.
    Klar, das SRF greift manchmal mit einigen Ausstrahlungen daneben und auch sparen sollen sie.
    Sparen ja,
    privatisieren nein (besser nie) !
  • El Vals del Obrero 10.08.2016 09:26
    Highlight Highlight Das gilt aber wahrscheinlich nicht, wenn das Öffentlich-Rechtliche Medium die Pressefreiheit nur dazu nutzt, Unterhaltungsshows und Klatsch-Magazine, die in anderen Ländern zu Recht im Privatfernsehen laufen, auf Schweizerdeutsch nachzuäffen ...
    • Qui-Gon 10.08.2016 10:24
      Highlight Highlight Das könnte man auch von mir aus mit gutem Gewissen aus dem service public rauswerfen. Ich hänge aber z.B. an Game Of Thrones (tsr) oder der zeitnahen Ausstrahlung von gewissen Ami-Serien, welche die Fans von Gress, Epiney und Rigozzi nicht nötig finden. Man muss aufpassen, wenn man den sp einfach nach persönlichem Geschmack beurteilt. Ich finde, srf hat keine schlechte Mischung und unliebsame Formate muss man ja nicht schauen.
    • El Vals del Obrero 10.08.2016 11:20
      Highlight Highlight Ist eine schwierige Thematik. Einfach nur zu sagen, "es soll halt alles geben", egal ob hochintellektuellen Hintergrundjournalismus oder Trash-TV, ist auch nicht unbedingt die Lösung.
      Dann müsste SRF z.B. auch Hardcore-Pornos senden, da es ja wohl auch Leute gibt, die das sehen wollen. Wenn jene, die Glanz & Gloria schauen wollen, zu ihrem Recht kommen, warum sollen das dann jene, die Pornos schauen wollen nicht?
      Also muss doch irgendwie festgelegt werden, was "wertvoll" ist und was nicht. Aber wer soll das tun und nach welchen Kriterien? Wahrscheinlich hilft nur Abwägen im Einzelfall.
  • Howard271 10.08.2016 09:22
    Highlight Highlight Seien wir doch ehrlich: besonders im Bereich Fernsehen hätten wir in der CH ohne die öffentlich-rechtlichen Sender wirklich nur Müll. Ich will nicht sagen, dass die SRF-Sender perfekt sind, aber was wäre die Alternative? In der CH mit so wenigen Einwohnern und 4 Sprachregionen rechnet sich ein nationaler Privatsender einfach nicht, insbesondere wenn er Eigenproduktionen machen will - das haben wir ja schon einige Male gesehen.
    • El Vals del Obrero 10.08.2016 09:29
      Highlight Highlight Da stellt sich aber die Frage, ob es so schlimm ist, wenn man Casting-Sendungen und Vergleichbares halt auf hochdeutsch statt auf schweizerdeutsch schauen muss.
    • Karl Marx 10.08.2016 09:52
      Highlight Highlight Wie soll das private Fernsehen denn eine ernsthafte Konkurrenz aufbauen, wenn bereits das subventionierte SRF alle Bereiche abdeckt?
    • Statler 10.08.2016 17:48
      Highlight Highlight @Ludwig: Ein Anfang wäre, nicht nur Big Bang Theory und How I met your Mother bis zum Exitus in der Endloswiederholschlaufe zu senden.
      ... und das notabene mit gefühlten 7 Millionen Werbeunterbrechungen pro Folge.
      Die ganzen 1-unendlich Plus Sender sind einfach nur öde...

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