Schweiz
International

Lehrstunde im Lobbyismus: So wurde der Nationalrat dazu gebracht, das Potentatengelder-Gesetz zu entschärfen

Der ehemalige Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Mobuto (links) mit dem damaligen Bundesrat Pierre Aubert im Jahr 1987. Nach 12-jährigem Verfahren musste die Schweiz das Geld des Diktatoren  ...
Der ehemalige Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Mobuto (links) mit dem damaligen Bundesrat Pierre Aubert im Jahr 1987. Nach 12-jährigem Verfahren musste die Schweiz das Geld des Diktatoren freigeben. Die Rückerstattung misslang.Bild: KEYSTONE

Lehrstunde im Lobbyismus: So wurde der Nationalrat dazu gebracht, das Potentatengelder-Gesetz zu entschärfen

11.06.2015, 10:1911.06.2015, 10:25

Die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat brachte gestern mit 102 zu 87 Stimmen ihre Idee des neuen Potentatengeldergesetzes durch. Das Gesetz, mit dem die Einziehung der unrechtmässig erworbenen Geldern von gestürzten Diktatoren geregelt werden soll, wurde in zwei entscheidenden Punkten abgeschwächt. 

  • Die Definition der «Politisch Exponierten Personen» (PEP) wird eingeengt.
  • Bei der Einziehung der Gelder wird künftig die Verjährung der Straftaten der Potentaten mitgerechnet: Die Schweiz soll die unrechtmässig erworbenen Potentatengelder nur dann definitiv einziehen können, wenn die Straftaten der Potentaten noch nicht verjährt sind.

Bundesrat Didier Burkhalter warnte in der Beratung vergeblich davor, dass die neue Verjährungsregel den Kern des Gesetzes gefährde. Er warnte auch vergeblich davor, dass der Ruf der Schweiz damit beschädigt zu werden drohe. Vergeblich.

Die vierstündige Debatte, schreibt der «Tages-Anzeiger», sei auch ein Lehrstück des Lobbyismus geworden. Die beiden entscheidenden Abschwächungen wurden vom Schweizer Anwaltsverband initiiert. (dwi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
König Charles III. irrtümlich für tot erklärt – Radiosender entschuldigt sich
König Charles III. lebt, verkündete ein britischer Radiosender nun. Am Tag zuvor hatte man fälschlicherweise den Tod des Monarchen vermeldet.
Ein britischer Radiosender hat sich am Mittwoch entschuldigt, nachdem er am Vortag fälschlicherweise den Tod von König Charles III. vermeldet hatte. «Das Protokoll ‹Monarch› – das alle britischen Radiosender bereithalten, in der Hoffnung, es niemals nutzen zu müssen – wurde am Dienstagnachmittag versehentlich ausgelöst und hat fälschlicherweise den Tod Seiner Majestät des Königs verkündet», schrieb der Chef von Radio Caroline, Peter Moore, im Onlinedienst Facebook.
Zur Story