International
Luftfahrt

EgyptAir-Absturz: Militär zeigt erste Trümmerteile ++ Rauchmelder an Bord hat Alarm geschlagen

Auf der Suche nach den Trümmern von Flug MS804. 
Auf der Suche nach den Trümmern von Flug MS804. Bild: EPA/EGYPTIAN DEFENCE MINISTRY

EgyptAir-Absturz: Militär zeigt erste Trümmerteile ++ Rauchmelder an Bord hat Alarm geschlagen

21.05.2016, 01:0021.05.2016, 13:25

Das ägyptische Militär hat am Samstag erste Trümmerteile der in ins Meer gestürzten EgyptAir-Maschine:

In der über dem Mittelmeer abgestürzten ägyptischen Passagiermaschine haben automatische Rauchmelder Alarm geschlagen. Die französische Flugunfallbehörde BEA hat entsprechende Medienberichte bestätigt.

Kurz vor dem Abbruch der Datenübertragung habe das Flugzeug über das Kommunikationssystem ACARS automatische Meldungen abgesetzt, «die auf Rauch in der Kabine schliessen lassen», sagte ein Behördensprecher am Samstag. Rückschlüsse auf die Unglücksursache könnten daraus aber noch nicht gezogen werden.

Die Maschine der Egyptair diesen Typs mit der Flugnummer MS804 war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt.
Die Maschine der Egyptair diesen Typs mit der Flugnummer MS804 war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt.Bild: YANNIS BEHRAKIS/REUTERS

Das «Wall Street Journal» und der US-Fernsehsender CNN hatten zuvor berichtet, dass es kurz vor dem Absturz der Maschine eine Rauchmeldung gegeben habe. Die Warnsignale wurden demnach automatisch am Donnerstagmorgen um 02.26 Uhr abgesetzt - kurz danach verschwand der Airbus mit 66 Menschen an Bord von den Radarschirmen.

Die Signale hätten Rauch im Vorderteil des Flugzeugs gemeldet - vor allem in der dortigen Toilette und in einem Geräteraum unterhalb des Cockpits, in dem wichtige Geräte für die Bordelektronik untergebracht seien, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Ermittlungskreise. Die Signale hätten zudem gewarnt, dass das Flugkontrollsystem nicht richtig funktioniere.

Der französische Behördensprecher sagte, trotz der Hinweise auf Rauch in der Maschine sei es «noch viel zu früh», um die Umstände des Unglücks «zu erklären und zu verstehen». Dazu müssten nun vor allem das Wrack und die Flugschreiber gefunden werden.

Suche nach Flugschreibern

Die Maschine der Egyptair mit der Flugnummer MS804 war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt. Am Freitag bargen Suchmannschaften erste Trümmerteile des Flugzeuges. Auch Körperteile der Insassen und persönliche Gegenstände wurden im Mittelmeer rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden.

Die Suche nach Wrackteilen soll auch am Samstag weitergehen. Von besonderem Interesse für die Aufklärung der Absturzursache sind die zwei nach wie vor verschollenen Flugschreiber.

Trauer bei den Angehörigen der Absturzopfer.
Trauer bei den Angehörigen der Absturzopfer.
Bild: STRINGER/REUTERS

Die ägyptische Regierung hielt bald nach dem Verschwinden der Maschine einen Anschlag als Ursache für wahrscheinlicher als einen technischen Defekt. Bislang hat sich aber niemand zu einem Attentat auf Flug MS804 bekannt.

Am Samstag empfängt der französische Aussenminister Jean-Marc Ayrault in Paris Angehörige der Opfer. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, der Absturz des Flugzeugs habe ihn «zutiefst traurig» gemacht. Er richtete den Hinterbliebenen sein Beileid aus und dankte den Rettungskräften für ihren schnell organisierten Einsatz.

Hinweise auf Überlebende des Flugs gab es nicht. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen; Schweizer sassen nicht in dem Flugzeug. (sda/dpa/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Netflix zeigt live, wie ein Mensch sein Leben riskiert – Expertin erklärt das Phänomen
In der Nacht auf den 24. Januar besteigt der Extremsportler den Taipei 101 ohne Seil – und die Menschheit kann dabei live zusehen. Eine Expertin ordnet ein.
Schon seit Jahrhunderten fühlen sich Menschen von Ereignissen angezogen, bei denen sie zusehen können, wie andere Menschen sich in Lebensgefahr begeben. So kämpften bereits Gladiatoren bei den Römern zur Unterhaltung der Menschen in Arenen, oft bis zum Tod. Und auch in unserer Zeit werden in vielen Zirkusaufführungen halsbrecherische Kunststücke aufgeführt, die bei nur einem Fehltritt tödlich enden könnten.
Zur Story