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Iran-Ticker: Medien: USA müssen Flugzeugträger abziehe

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Medien: USA müssen Flugzeugträger abziehen + Trump spricht von Fortschritten in Gesprächen

Der aktuelle Nachrichten-Ticker zu dem von der Trump-Regierung und Israel gestarteten Krieg gegen den Iran und zur US-Aussenpolitik.
30.04.2026, 06:4230.04.2026, 06:42
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21:21
Libanon: Soldat bei israelischem Angriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach Armeeangaben ein Soldat und Angehörige von ihm getötet worden. Der Angriff habe das Wohnhaus der Familie in der Region Nabatija getroffen, teilten die libanesischen Streitkräfte mit. Israels Militär äusserte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete am frühen Abend erneut zahlreiche Angriffe im Süden des Landes. Seit gestern seien mehr als 70 Angriffe in den Regionen um die Hafenstadt Tyrus und die umkämpfte Stadt Bint Dschubail gezählt worden. Dabei seien mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Weitere Häuser und Infrastruktur seien zerstört worden. Seit Beginn des Krieges Anfang März wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut 2.586 Menschen getötet.

Israels Armee meldete am Abend, dass ein israelischer Soldat im Südlibanon getötet worden sei. Lokalen Medien zufolge kam er bei einem Angriff der Hisbollah mit einer mit Sprengstoff geladenen Drohne ums Leben. Laut Israels Militär wurde ein weiterer Soldat bei dem Vorfall verletzt.

Das israelische Militär teilte mit, dass am Abend ein Geschoss aus dem Libanon auf offenes Gelände in Nordisrael gestürzt sei. Zudem sei ein «verdächtiges Flugobjekt» abgefangen worden, ehe es nach Israel vorgedrungen sei. Im Norden des Landes hätten deshalb die Warnsirenen geheult. Die israelische Armee teilte auch mit, dass Soldaten einen rund 140 Meter langen Tunnel der Hisbollah im Südlibanon zerstört hätten.

Im Zuge des Iran-Kriegs war auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon erneut eskaliert. Die libanesische Armee und die Regierung in Beirut sind keine aktive Kriegspartei.

Nach mehreren Wochen des Krieges vereinbarten Israel und die libanesische Regierung zuletzt eine Waffenruhe. Die Angriffe zwischen Israels Armee sowie der Hisbollah gehen jedoch weiter. Auch israelische Truppen sind weiterhin im Südlibanon stationiert. (sda/dpa)
20:56
Hegseth: 60-Tage-Frist für Krieg gilt nicht bei Waffenruhe
Die US-Regierung darf nach Ansicht von Verteidigungsminister Pete Hegseth den Krieg gegen den Iran noch Wochen ohne Zustimmung des Kongresses fortsetzen. «Wir befinden uns derzeit in einer Waffenruhe, was nach unserem Verständnis bedeutet, dass die 60-Tage-Frist (...) pausiert oder stoppt», sagte er vor einem Ausschuss des Senats.

Der demokratische Senator Tim Kaine hatte Hegseth damit konfrontiert, dass in den kommenden Tagen eine Frist abläuft, in der ein Präsident ohne Einwilligung des Parlaments Krieg führen darf. Auf die Frage, ob Donald Trump um eine Verlängerung von 30 Tagen bitten werde, ging Hegseth nicht ein.

Hintergrund ist das Gesetz War Powers Resolution aus dem Jahr 1973, das Militäreinsätze ohne Zustimmung des Kongresses auf maximal 60 Tage einschränkt. Will ein Präsident darüber hinaus Kampfhandlungen des US-Militärs befehligen, bedarf es der förmlichen Zustimmung des Parlaments. Damit soll verhindert werden, dass die USA in langwierige, nicht legitimierte Einsätze hineingezogen werden. Über eine Pausierung der Frist im Falle einer Waffenruhe steht in dem Gesetz nichts.

Trump wäre nach Ende der 60 Tage theoretisch gezwungen, die US-Truppen schrittweise abzuziehen. Das würde auch für die Seestreitkräfte und Schiffe gelten, die trotz der Waffenruhe zurzeit die US-Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten.
20:48
Berlin und Rom erinnern Israel ans Völkerrecht
Deutschland und Italien haben Israel wegen des Vorgehens gegen einen internationalen Schiffsverband mit Hilfe für den Gazastreifen im Mittelmeer zur Achtung des Völkerrechts aufgefordert. In einer gemeinsamen Erklärung beider Regierungen heisst es, man verfolge den Stopp der «Global Sumud»-Flottille in internationalen Gewässern vor der griechischen Küste mit «grosser Sorge». «Wir fordern die uneingeschränkte Achtung des geltenden Völkerrechts und die Unterlassung unverantwortlicher Handlungen.»

Zugleich verteidigten Berlin und Rom Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, «Gaza im Einklang mit dem Völkerrecht und den internationalen Standards humanitäre Hilfe zukommen zu lassen». Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte darüber hinaus die «sofortige Freilassung aller rechtswidrig festgehaltenen Italiener». An Bord sind sowohl Italiener als auch deutsche Staatsbürger.

Israels Aussenminister Gideon Saar sagte, die festgenommenen Aktivisten würden in Abstimmung mit der griechischen Regierung in den kommenden Stunden in Griechenland an Land gebracht. Athen habe sich dazu bereit erklärt, sie aufzunehmen. Aus Griechenland gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Alle bislang von den Schiffen geholten Aktivisten seien unversehrt geblieben, erklärte Saar.

Die israelische Marine hatte in der Nacht zum Donnerstag mehr als 20 Schiffe der internationalen Gaza-Hilfsflotte gestoppt und Dutzende Aktivisten festgenommen. Einige Schiffe setzen nach dem nächtlichen Zwischenfall ihre Fahrt fort. Mehrere Boote bewegten sich am Abend entlang der Küste Kretas innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer, wie Daten des Online-Trackers der Initiatoren der Flottille sowie des Schiffsverfolgungssystems Marine Traffic zeigten.
6:39
Medien: Grösster US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen
Der grösste Flugzeugträger der US-Marine, die «USS Gerald R. Ford», soll Medienberichten zufolge bald den Nahen Osten verlassen. In den kommenden Tagen werde er in Richtung USA aufbrechen, berichtete unter anderem die «Washington Post» unter Berufung auf mehrere US-Beamte. Der monatelange Einsatz auf See habe seine Spuren hinterlassen umfangreiche Reparaturen und Wartungsarbeiten durchlaufen, schrieb die Zeitung.

Der Schritt würde die militärische Schlagkraft der USA im Krieg mit dem Iran schwächen – zu einem Zeitpunkt, zu dem zwar eine Waffenruhe gilt, eine baldige Verhandlungslösung aber nicht in Sicht ist.

Die USA hatten ihre Militärpräsenz in der Region erst jüngst mit dem Flugzeugträger «USS George H.W. Bush» aufgestockt. Erstmals seit 2003 seien damit drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz, hiess es vergangene Woche vom zuständigen US-Regionalkommando (Centcom). Diese umfassten zusammen über 200 Flugzeuge und 15'000 Matrosen und Marineinfanteristen. Neben den beiden Flugzeugträgern war auch die «USS Abraham Lincoln» in Richtung Iran verlegt worden. Die «USS Gerald R. Ford» war nach Angaben des US-Militärs zuletzt im Roten Meer im Einsatz. (sda/dpa)

6:37
Irans Marine-Chef droht US-Militär wegen Seeblockade
Angesichts der von den Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängten Seeblockade hat der Kommandeur der iranischen Marine den US-Truppen in der Region gedroht. Der Iran habe die Strasse von Hormus geschlossen, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV den Marine-Chef Scharam Irani. «Sollten sie sich weiter nähern, werden wir unverzüglich operative Massnahmen ergreifen», sagte er über die US-Marine, die Schiffe derzeit daran hindert, iranische Häfen anzusteuern oder aus ihnen auszulaufen.

Das iranische Militär werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, «vor der er grosse Angst hat», kündigte Irani an. Um welche Art von Waffe es sich dabei handeln soll, sagte er nicht. Derzeit gilt zwischen dem Iran und den USA eine Waffenruhe.

USA haben Dutzende Schiffe gestoppt
Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt. Dadurch seien dem Iran schätzungsweise mehr als sechs Milliarden US-Dollar an Einnahmen aus dem Ölexport entgangen, sagte der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos (Centcom), Admiral Brad Cooper.

Während die Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind, setzen sich beide Seiten zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Der Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht. Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. (sda/dpa)


Der iranische Marine-Chef Scharam Irani.
3:40
Trump: Iran-Gespräche laufen telefonisch
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Verhandlungen mit dem Iran derzeit telefonisch geführt werden. Man verzichte auf zeitaufwendige persönliche Treffen, auch wenn er diese bevorzuge, sagte Trump am Mittwoch im Weissen Haus. Es sei «lächerlich» 18 Stunden zu fliegen, um am Ende absehbar unbefriedigende Ergebnisse zu erhalten.

Zwar habe es Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagte er. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte. Auf die Frage, ob dafür aus seiner Sicht zusätzlicher militärischer Druck nötig werden könnte, zeigte sich Trump unentschieden. «Ich weiss es nicht», sagte er. Das hänge davon ab, wie weit der Iran in den Gesprächen gehe.

Nach Informationen des US-Portals «Axios» will Trump den Druck aufrechterhalten. Einen iranischen Vorschlag, zunächst die Seeblockade zu lockern und Gespräche über ein Abkommen zum Atomprogramm später zu führen, lehne er ab. Zugleich bereite sich das US-Militär dem Bericht zufolge auf neuerliche Luftangriffe vor, um die Verhandlungen voranzubringen. Trump habe einen solchen Einsatz bislang jedoch nicht angeordnet. (sda/dpa)
21:10
Trump: König Charles hätte anders auf Iran-Krieg reagiert
König Charles III. hätte nach Meinung von US-Präsident Donald Trump anders auf den Krieg im Iran reagiert als die britische Regierung. «Wenn es nach ihm ginge, hätte er uns wahrscheinlich in der Iran-Frage geholfen», sagte Trump im Weissen Haus. Der US-Präsident hatte die britische Regierung um Premier Keir Starmer immer wieder für eine aus seiner Sicht zu zögerliche Reaktion auf den Iran-Krieg kritisiert.

Auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg hätte der britische König Trump zufolge eher auf die Anweisungen der USA gehört. Was genau er damit meinte, erläuterte Trump nicht. «Ich finde, er ist ein hervorragender Repräsentant seines Landes. Ich finde, die Menschen im Vereinigten Königreich können stolz auf ihn sein», sagte der US-Präsident.



Charles und Königin Camilla sind derzeit zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Für den Monarchen gilt das als diplomatischer Drahtseilakt, weil die Beziehungen beider Länder zuletzt unter anderem durch den Iran-Krieg strapaziert wurden. (sda/dpa)
17:21
Pentagon: Iran-Krieg kostete bislang 25 Milliarden Dollar
Der Iran-Krieg hat die Vereinigten Staaten nach Angaben eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters bislang circa 25 Milliarden US-Dollar (knapp 19,8 Mrd. Franken) gekostet. Dies seien schätzungsweise alle Ausgaben, die seit Beginn der «Operation Epic Fury» (auf Deutsch etwa: «Operation Epische Wut») angefallen seien, sagte Jules W. Hurst III bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Der grösste Teil des Geldes davon sei für Munition aufgewendet worden.

Hurst kündigte an, dass das Pentagon über das Weisse Haus einen Nachtragshaushalt beantragen werde, «sobald uns eine vollständige Einschätzung der Kosten des Konflikts vorliegt». Dem Nachrichtenportal «Politico» zufolge hatte Hurst zuvor gesagt, dass die erste Woche des Iran-Krieges elf Milliarden Dollar an Kosten verursacht habe.

Am 28. Februar hatten die USA und Israel begonnen, gemeinsam den Iran zu attackieren. Dieser reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und die Golfstaaten und sperrte die für den globalen Rohstoffhandel wichtige Strasse von Hormus weitgehend. Das US-Militär reagierte mit einer eigenen Blockade, die für Schiffe mit iranischem Hafen als Start oder Ziel verhängt wurde. Derzeit herrscht zwischen den Kriegsparteien eine Waffenruhe. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht, nachdem die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten sind. (sda/dpa)
16:08
UN-Menschenrechtschef verurteilt Irans harte Repressionen
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die zahlreichen Festnahmen und Hinrichtungen im Iran in den vergangenen Wochen verurteilt.

Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran vor zwei Monaten seien mindestens neun Menschen wegen Teilnahme an den regierungskritischen Protesten im Januar hingerichtet worden, zehn wegen Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagetätigkeit. Zudem seien seitdem mehr als 4.000 Menschen festgenommen worden. Es gehe immer um Verbrechen gegen die nationale Sicherheit, die aber sehr vage definiert seien.



Folter und Misshandlung

«Ich bin entsetzt darüber, dass zusätzlich zu den ohnehin schon schwerwiegenden Auswirkungen des Konflikts die Rechte des iranischen Volkes von den Behörden weiterhin auf harte und brutale Weise beschnitten werden», teilte Türk mit.

Unter den Festgenommenen seien auch Minderjährige, denen die Todesstrafe drohe, so Türk. In Gewahrsam werde gefoltert und misshandelt, und Festgenommene würden teils vor laufenden Kameras zu Geständnissen gezwungen. In den Gefängnissen gebe es zu wenig Essen, Wasser, Hygieneartikel und medizinische Betreuung. Die Familien wüssten oft nicht, wo ihre Angehörigen sind.

Türk verlangte ein Ende der Vollstreckung der Todesstrafe sowie faire Verfahren und rief die Behörden auf, willkürlich Inhaftierte unverzüglich freizulassen. (sda/dpa)
12:42
Trump droht Iran: «NO MORE MR. NICE GUY»
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Teheran, zu einer Verhandlungslösung mit den USA zu kommen.

Mit einem Post auf seiner Plattform Truth Social drohte er: «Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschliesst. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!»

Dazu postete der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn im Hollywood-Stil im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte, Sonnenbrille und umgehängtem Sturmgewehr zeigt. Dahinter sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft zu sehen. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten: «NO MORE MR. NICE GUY» (etwa: «Jetzt ist Schluss mit lustig»)

Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen.

Die Islamische Republik blockiert unterdessen den wichtigen Schiffahrtsweg durch die Strasse von Hormus und treibt damit den Ölpreis in die Höhe. Die USA reagierten ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen.

Die Äusserungen Trumps schienen eine direkte Auswirkung auf den Ölpreis zu haben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an. (sda/dpa)




11:20
Israel und Hisbollah greifen einander wieder gegenseitig an
Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz gilt eigentlich derzeit eine Feuerpause – es gibt aber weiterhin Gewalt.

Bei einem israelischen Luftangriff in der Nacht seien fünf Mitglieder einer Familie im Süden des Landes getötet worden, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Demnach wurde ein Gebäude getroffen. Israels Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht.



Die NNA meldete zudem weitere israelische Luftangriffe in der Stadt Bint Dschubail, berichtete aber zunächst nicht über Opfer. Der Ort gilt als Hochburg der Hisbollah.

Israel: Hisbollah-Drohne auf dem Weg nach Israel abgefangen

Israels Armee meldete am Vormittag wieder Drohnenbeschuss der Schiitenorganisation aus dem Nachbarland. Eine Drohne sei abgefangen worden, ehe sie nach Israel dringen konnte. In einem israelischen Grenzort heulten die Warnsirenen. Das israelische Militär teilte mit, es habe in mehreren Fällen Abwehrraketen in Richtung «eines verdächtigen Flugobjekts» abgefeuert, das jeweils in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon identifiziert worden sei. Sie warf der vom Iran unterstützten Miliz vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung zu verstossen.

Israelischen Angaben zufolge sollen alle Häuser in grenznahen Dörfern im Südlibanon zerstört werden. Israel will eigenen Angaben nach verhindern, dass die Hisbollah die Gebäude für ihre Zwecke nutzt und von dort aus etwa Angriffe auf Israel ausführt. Kritiker halten dagegen, dass die systematische Zerstörung ganzer Dörfer Kriegsverbrechen darstellen. (sda/dpa)
6:41
Sanktionen gegen Banken: USA wollen Iran den Geldhahn zudrehen
Die US-Regierung will verbliebene Lücken bei den Sanktionen gegen den Iran schliessen und verschärft damit auch die Spannungen mit China. Das Finanzministerium in Washington droht Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in der Volksrepublik machen. So werden vergleichsweise kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet, die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie dem Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Medienberichten zufolge gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.

Seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur des Irans vor, gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die «Schattenflotte» aus Schiffen mit verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen «Teekannen»-Raffinerien, schrieb US-Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Dadurch seien dem Iran Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen. Wer illegale Geschäfte mit dem Iran mache, laufe Gefahr, Ziel von US-Sanktionen zu werden.

China will Rechte seiner Unternehmen verteidigen

Ende vergangener Woche hatte die US-Regierung bereits eine der grössten unabhängigen chinesischen Raffinerien wegen deren Geschäften mit dem Iran sanktioniert. Chinas Führung kritisierte die Strafmassnahmen. Die Volksrepublik werde die Rechte und Interessen ihrer Firmen entschlossen verteidigen, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking.

Während die Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind, setzen sich beide Seiten zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Der Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht. Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. (sda/dpa)


US-Finanzminister Scott Bessent.
6:33
UN: Schiffsverkehr durch Strasse von Hormus fast zum Erliegen gekommen
Seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die die Strasse von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric in New York. Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte er mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lasen.

Meerenge von grosser Bedeutung für Weltwirtschaft
Die Meerenge ist von enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft, vor allem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs. Da kaum noch Schiffe die Strasse von Hormus passieren, sind die Weltmarktpreise für Rohöl und Flüssiggas kräftig gestiegen. Vor dem Krieg hatten Tanker ein Fünftel der weltweit benötigten Ölmenge durch die Strasse von Hormus transportiert.

Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen. Teheran daran zu hindern, eine Atombombe zu bauen, war eines der erklärten Ziele sowohl des aktuellen Kriegs als auch der US-Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen im Juni vergangenen Jahres. (sda/dpa)
12:55
Bahrain entzieht Iran-Unterstützern die Staatsbürgerschaft
Der kleine Golfstaat Bahrain hat Dutzenden Menschen wegen mutmasslicher Unterstützung des Irans die Staatsbürgerschaft entzogen. Die 69 Betroffenen hätten die «feindlichen und abscheulichen Taten des Irans verherrlicht» und ihre «Sympathie dafür» ausgedrückt, teilte das bahrainische Innenministerium mit. Es handle sich um Menschen, die nicht aus Bahrain stammten und die mit «ausländischen Einheiten» zusammengearbeitet hätten. Auch deren Angehörigen sei die Staatsbürgerschaft aberkannt worden.

Bahrain beheimatet unter anderem einen wichtigen US-Marinestützpunkt und geriet im Zuge des Iran-Kriegs unter Beschuss. Die Flugabwehr fing dort Hunderte iranische Drohnen und Raketen ab. Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist in Bahrain wie in den weiteren Golfstaaten stark eingeschränkt.

Die Menschenrechtsorganisation Bahrain Institute for Rights and Democracy (BIRD) kritisiert den Schritt. «Dies markiert den Beginn einer gefährlichen Ära der Unterdrückung», teilte BIRD mit. Es verstosse gegen das Völkerrecht, Menschen die Staatsbürgerschaft zu entziehen und diese damit zu Staatenlosen zu machen.

Staatsbürger bekommen in Bahrain vielfach staatliche Unterstützung zum Wohnen und Bildung, oft kostenlosen Zugang zu Gesundheitsversorgung und steuerliche Vorteile.

Der kleine Inselstaat wird von der sunnitischen Familie von König Hamad bin Isa al-Chalifa beherrscht, die Bewohner sind aber mehrheitlich Schiiten. Schon nach den Aufständen in der arabischen Welt ab 2011 hatte Bahrain laut Menschenrechtlern mindestens 990 Landsleuten die Staatsbürgerschaft entzogen. 2019 kündigte König Hamad an, dass der Schritt bei etwa 550 von ihnen rückgängig gemacht würde. Kritiker sehen den Entzug als Methode, um Abweichler oder auch Angehörige der schiitischen Gemeinde zu unterdrücken. (sda/dpa)
10:31
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah bröckelt weiter
Die gegenseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz einer offiziellen Waffenruhe an. Bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien zwei Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. In dem Gebiet seien Kampfflugzeuge und Drohnen gesichtet worden. Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in der Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen. In Bint Dschubail würden Bodentruppen weiterhin mit Maschinengewehren angreifen.

Die israelische Armee teilte mit, in zwei Fällen sei eine Abwehrrakete auf ein «verdächtiges Flugobjekt» abgefeuert worden, das in der Nähe israelischer Truppen im Südlibanon identifiziert worden sei. Am Montag seien zwei israelische Soldaten beim Angriff einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im Südlibanon verletzt worden, einer davon schwer. Mit dem Angriff habe die proiranische Hisbollah gegen die Waffenruhe verstossen.

Bei dem Einsatz im Südlibanon habe die Armee mehr als 1.000 «Terror-Infrastrukturstätten» zerstört, die von der Hisbollah für Angriffe genutzt worden seien. Dazu gehörten auch mit Sprengfallen versehene Gebäude. Es seien dort auch Hunderte Waffen gefunden worden, darunter Maschinengewehre, Handgranaten, Minen, Panzerabwehrraketen sowie Mörsergranaten. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt offiziell eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump am 16. April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Die anschliessend verlängerte Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei.

Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden nach dortigen offiziellen Angaben allein am Sonntag 14 Menschen getötet, darunter 2 Kinder, und 37 weitere verletzt. Bei einem Hisbollah-Drohnenangriff wurde an dem Tag ein israelischer Soldat getötet.

Bei ersten direkten Gesprächen in Washington zwischen Israel und dem Libanon hat Israel eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, die libanesische Seite einen kompletten Abzug der israelischen Armee von libanesischem Boden. (sda/dpa)
6:30
Medien: Trump skeptisch gegenüber Irans neuem Vorschlag
US-Präsident Donald Trump sieht Teherans jüngsten Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs übereinstimmenden Medienberichten zufolge skeptisch. Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die «New York Times» berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden.

Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Strasse von Hormus und ein Ende des Kriegs vor – über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann erst im Anschluss verhandelt werden.

Strasse von Hormus hat grosse Bedeutung für Weltwirtschaft
Der Iran blockiert weiterhin den internationalen Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Strasse von Hormus. Die Meerenge ist unter anderem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden.

Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Am Wochenende sagte Trump eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig ab. Die Regierung in Islamabad vermittelt zwischen den Konfliktparteien.

Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht auf eine Atombombe. Die Führung in Teheran dementiert Pläne zum Bau von Atomwaffen, besteht aber auf ihrem Recht auf ein ziviles Nuklearprogramm, inklusive des Rechts zur Anreicherung von Uran. (sda/dpa)


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Die Vorgeschichte

  • Israel und die USA starteten am 28. Februar 2026 gross angelegte Angriffe auf Iran. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenattacken gegen Israel sowie US-Stützpunkte in der Region.
  • Irans oberster Führer Ali Chamenei wurde getötet, ebenso zahlreiche Militärs. Sein Sohn Mojtaba wurde Nachfolger, ist aber verletzt und bisher nicht öffentlich aufgetreten.
  • Der Konflikt hat sich auf den Nahen Osten ausgeweitet, mit Angriffen u.a. in Katar, den VAE, Saudi-Arabien und Bahrain sowie Kämpfen im Libanon. Auch US-Soldaten wurden getötet.
  • Die USA geben unterschiedliche Kriegsziele und Rechtfertigungen an – von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms bis hin zu einem möglichen Regimewechsel.
  • Am 8. April einigten sich die Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump verlängerte diese danach einseitig. Die Aufnahme von neuen Verhandlungen stockt weiterhin. Die für die Weltwirtschaft wichtige Strasse von Hormus ist weiterhin blockiert.
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Iran-Proteste 2026
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Jacques #23
28.02.2026 08:18registriert Oktober 2018
Hab erst vor zwei Tagen hier geschrieben, dass Nethanjahu Trump dann schon sagt, was er tun müsse.

Voilà.
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Zanzibar
28.02.2026 08:10registriert Dezember 2015
Hoffentlich gelingt es die Mullahs von der Macht zu drängen und dass die Iranische Bevölkerung wieder frei leben kann, nach europäischem Vorbild.
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SamsonP
28.02.2026 08:08registriert April 2024
Immer am Wochende, damit die Börsen nicht überreagieren. Man kann schon bald darauf gehen. Wäre interessant zu sehen, wie der Gold-Kurs bzw Edelmetalle allgemein reagiert hätten. Schade, immer wenn auch mal die kleinen Anleger hätten profitieren können, wird es sogar auf geopolitischer Ebene verhindert. Jetzt wird klar, warum der Goldpreis gestern Abend bzw bei US-Marktöffnung rapide gestiegen ist, da waren wohl nicht die kleinen Anleger die treibenden Kräfte.
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