Sport
EM-Qualifikation

Bruder des albanischen Premiers: «Ich habe mit der Drohne nichts zu tun»

In der 42. Minute taucht über dem Stadion in Belgrad eine Drohne mit einer Fahne auf, die ein potenzielles Grossalbanien zeigt. Der serbische Spieler Stefan Mitrovic kann die Fahne an sich reissen.
In der 42. Minute taucht über dem Stadion in Belgrad eine Drohne mit einer Fahne auf, die ein potenzielles Grossalbanien zeigt. Der serbische Spieler Stefan Mitrovic kann die Fahne an sich reissen.Bild: MARKO DJURICA/REUTERS
Serbien – Albanien: Spielabbruch wegen Flagge

Bruder des albanischen Premiers: «Ich habe mit der Drohne nichts zu tun»

Das EM-Quali-Spiel zwischen Serbien und Albanien muss kurz vor der Pause abgebrochen werden. Sowohl Spieler als auch Zuschauer sollen handgreiflich geworden sein, nachdem eine albanische Flagge per Drohne ins Stadion geflogen worden war. 
15.10.2014, 13:2015.10.2014, 13:22

Während der ersten Halbzeit im Spiel zwischen Albanien und Serbien ist eine Drohne über das Stadion geflogen, die eine Albanien-Fahne über dem Stadion in Belgrad kreisen liess. Daraufhin kam es zu Tumulten, die zum Spielabbruch führten. Mittendrin die Super-League-Spieler Taulant Xhaka, Amir Abrashi, Burim Kukeli und Ermi Lenjani 

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Ausschreitungen bei Serbien gegen Albanien
Beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien fliegt am 14. Oktober 2014 kurz vor der Pause eine Drohne mit gross-albanischer Flagge über das Spielfeld. Spieler und Zuschauer rasten aus, der Schiedsrichter muss die Partie abbrechen.
quelle: epa/epa / koca sulejmanovic
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Der Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama ist vorübergehen im Stadion festgenommen worden. Das berichtete der serbische TV-Sender RTS unter Berufung auf die Polizei. Olsi Rama soll die Drohne vom VIP-Bereich aus per Fernbedienung gesteuert haben.

Später konnte Rama, der Medienberichten zufolge auch einen US-Pass besitzt, schliesslich zusammen mit der albanischen Mannschaft nach Tirana zurückreisen. Weshalb Rama nicht in Gewahrsam genommen werden konnte, wurde in Belgrader Justizkreisen mit dem seit gut einem Monat anhaltenden Anwältestreik begründet.

Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Vorwürfe: «Ich habe mit der Drohne nichts zu tun. Ich weiss nicht, wo diese Geschichte herkommt. Ich bin auch weder festgenommen noch verhört worden», sagte Olsi Rama.

Und so begann das Drama: Der serbische Spieler Stefan Mitrovic hat die Fahne mit dem Adler heruntergerissen, worauf unter anderem die beiden in der Schweizer tätigen Albaner Xhaka und Abrashi handgreiflich wurden. 

Hier kreist die gross-albanische Flagge über dem Stadion.video:youtube/FoootboolTV
Prügeleien auf dem Rasen. Sogar mit Stühlen gehen die Parteien aufeinander los. Die Spieler, unter ihnen auch die Super-League-Legionäre Taulant Xhaka, Amir Abrashi, Ermir Lenjani und Burim Kukel ...
Prügeleien auf dem Rasen. Sogar mit Stühlen gehen die Parteien aufeinander los. Die Spieler, unter ihnen auch die Super-League-Legionäre Taulant Xhaka, Amir Abrashi, Ermir Lenjani und Burim Kukeli, müssen sich in die Kabine retten.Bild: KOCA SULEJMANOVIC/EPA/KEYSTONE

Das Publikum geriet nach diesem Vorfall ebenfalls in Rage und ging auf die albanischen Spieler los, die in die Kabinen flüchten mussten. Die Partie musste zuerst unterbrochen, dann ganz abgebrochen werden.

Die Ausschreitungen in Belgrad

Video: youtube/FNTV - FootballNewsTV1
video: youtube/acascentrala

Nach einer Stunde Unterbrechung kehrten die serbischen Fussballer noch einmal kurz auf den Rasen zurück, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Nach serbischen Berichten sollen sich die albanischen Spieler geweigert haben, das Match fortzusetzen. Sie hätten als Bedingung verlangt, dass alle Zuschauer das Stadion verlassen.

Die Sicherheit stand bereits vor der Partie Serbien gegen Albanien zur Diskussion, herrschen seit den Kriegen in den 90er Jahren doch immer noch grosse Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Auf Empfehlung der UEFA waren keine albanischen Anhänger zu dem Länderspiel gereist. Im Gegenzug würden auch keine serbischen Fans zum Rückspiel im nächsten Jahr nach Tirana reisen. Darauf hatten sich die nationalen Verbände geeinigt.

Heissblütige Fans der Serben vor dem Anpfiff.
Heissblütige Fans der Serben vor dem Anpfiff.Bild: Marko Drobnjakovic/AP/KEYSTONE

«Die genauen Umstände» würden nun der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA gemeldet, teilte die Europäische Fussball-Union noch am Dienstagabend auf ihrer Internetseite mit.

Immer wieder Probleme

Es waren nicht die ersten gewalttätigen Ausschreitungen mit Beteiligung Serbiens. Kurz vor Ende und nach dem Schlusspfiff der U21-Partie gegen England am 16. Oktober 2012 in Belgrad war es zu Randalen auf den Rängen sowie handgreiflichen Auseinandersetzungen auf dem Rasen gekommen. Die englischen Spieler beklagten dabei, auch rassistisch beleidigt worden zu sein.

Schon im Februar 2011 hatte UEFA-Präsident Michel Platini Serbien bei weiteren Krawallen mit dem Ausschluss von kontinentalen Wettbewerben gedroht. Im Oktober 2010 war das EM-Qualifikationsspiel gegen Italien in Genua wegen der Randale serbischer Anhänger abgebrochen worden. (rey/cma/kub/si/dpa)

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