International

«Matthew» verwüstet halb Haiti ++ Zahl der Toten steigt auf 339

07.10.16, 03:31 07.10.16, 08:49

In Haiti sind durch den Hurrikan «Matthew» mindestens 339 Menschen ums Leben gekommen und damit weit mehr als bislang bekannt. Das teilten die örtlichen Behörden am Donnerstag mit. Vier Tote gab es in der benachbarten Dominikanischen Republik.

Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans weiter von der Aussenwelt abgeschnitten.

Der Wirbelsturm der Kategorie 4 hatte den Karibikstaat am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, und Strassen wurden überschwemmt.

Die besonders stark betroffenen Regionen Sud und Grand'Anse im Südwesten wurden vom Rest des Landes abgeschnitten. Das Ausmass der Katastrophe ist deswegen noch immer schwer abschätzbar. Dutzende Tote gab es nach Aussagen von Helfern allein im Küstenort Les Anglais, den die ersten Helfer erst Tage nach dem Sturm erreichten.

350'000 Menschen benötigen Soforthilfe

Die Hauptstadt der Region Grand'Anse, Jérémie, sei zu weiten Teilen zerstört, sagte der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care, Jean-Michel Vigreux. Alle Telefonverbindungen und die Stromversorgung seien zusammengebrochen. «80 Prozent der Häuser liegen in Trümmern. Die einzige Verbindungsstrasse ist unpassierbar, und den Menschen gehen langsam Nahrung und Geld aus.»

Bild der Verwüstung: Die Stadt Jérémie auf Haiti. Bild: CARLOS GARCIA RAWLINS/REUTERS

Die UNO-Blauhelmmission Minustah veröffentlichte Fotos aus Jérémie, die Strassen voller Schlamm und Schutt sowie eingestürzte Mauern zeigen. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren 1,5 Millionen Menschen in Haiti von dem Hurrikan «Matthew» betroffen, 350'000 benötigten Soforthilfe.

Im völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200'000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften.

Millionen in den USA wappnen sich

Der Sturm bewegte sich in der Nacht zum Freitag über den Nordwesten der Bahamas auf den US-Bundesstaat Florida zu. Dort und in den angrenzenden Bundesstaaten wurden rund drei Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Strampeln gegen den Wind: Hurrikan «Matthew» trifft auf Florida. Bild: John Raoux/AP/KEYSTONE

Floridas Gouverneur Rick Scott warnte, wer sich der Anordnung widersetze, riskiere den Tod. «Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben», sagte Scott. Sein Evakuierungsbefehl galt für 1,5 Millionen Menschen.

Hier waren einmal Wasserflaschen gelagert: Hamsterkäufe in einem Supermarkt in Florida. Bild: PHELAN EBENHACK/REUTERS

Die Regierung in South Carolina ordnete die Evakuierung von mehr als einer Million Bürgern an. US-Präsident Barack Obama erklärte für mehrere Staaten den Notstand, was die unmittelbare Freigabe von Bundesmitteln für Notmassnahmen ermöglichte. In Florida, Georgia und den Carolinas waren die Strassen verstopft, Tankstellen und Supermärkte wurden leergekauft. (cma/sda/dpa/Reuters/afp)

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Ganz ohne Plastiksäckli: In Zürich öffnet der erste Zero-Waste-Laden der Deutschschweiz

In Zürich eröffnet der erste Laden ganz ohne Abfall. Wer was kaufen will, muss seinen eigenen Behälter mitnehmen, auch für Nudeln, Reis oder Alkohol. «Zero Waste» heisst die Philosophie und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. 

Rüebli, Kartoffeln, Nudeln oder Seife, im Foifi, dem ersten Zero-Waste-Lasten in Zürich, findet man eigentlich alles – ausser eben Plastiksäckli. Der neue Laden steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und setzt sich zum Ziel, keinen Abfall zu produzieren. Der Durchschnittsschweizer produziert im Jahr 344 Kilogramm Abfall – viel zu viel, finden die Betreiber des «Foifi». Der Name ist ein Vermerk auf die fünf Axiome von Zero Waste, aber auch eine Liebeserklärung an den Zürcher …

Artikel lesen