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«Matthew» verwüstet halb Haiti ++ Zahl der Toten steigt auf 339



In Haiti sind durch den Hurrikan «Matthew» mindestens 339 Menschen ums Leben gekommen und damit weit mehr als bislang bekannt. Das teilten die örtlichen Behörden am Donnerstag mit. Vier Tote gab es in der benachbarten Dominikanischen Republik.

Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans weiter von der Aussenwelt abgeschnitten.

Der Wirbelsturm der Kategorie 4 hatte den Karibikstaat am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, und Strassen wurden überschwemmt.

Die besonders stark betroffenen Regionen Sud und Grand'Anse im Südwesten wurden vom Rest des Landes abgeschnitten. Das Ausmass der Katastrophe ist deswegen noch immer schwer abschätzbar. Dutzende Tote gab es nach Aussagen von Helfern allein im Küstenort Les Anglais, den die ersten Helfer erst Tage nach dem Sturm erreichten.

350'000 Menschen benötigen Soforthilfe

Die Hauptstadt der Region Grand'Anse, Jérémie, sei zu weiten Teilen zerstört, sagte der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care, Jean-Michel Vigreux. Alle Telefonverbindungen und die Stromversorgung seien zusammengebrochen. «80 Prozent der Häuser liegen in Trümmern. Die einzige Verbindungsstrasse ist unpassierbar, und den Menschen gehen langsam Nahrung und Geld aus.»

People walk on a street next to destroyed houses after Hurricane Matthew hit Jeremie, Haiti, October 6, 2016. REUTERS/Carlos Garcia Rawlins     TPX IMAGES OF THE DAY

Bild der Verwüstung: Die Stadt Jérémie auf Haiti. Bild: CARLOS GARCIA RAWLINS/REUTERS

Die UNO-Blauhelmmission Minustah veröffentlichte Fotos aus Jérémie, die Strassen voller Schlamm und Schutt sowie eingestürzte Mauern zeigen. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren 1,5 Millionen Menschen in Haiti von dem Hurrikan «Matthew» betroffen, 350'000 benötigten Soforthilfe.

Im völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200'000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften.

Millionen in den USA wappnen sich

Der Sturm bewegte sich in der Nacht zum Freitag über den Nordwesten der Bahamas auf den US-Bundesstaat Florida zu. Dort und in den angrenzenden Bundesstaaten wurden rund drei Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

A bicycle rider makes his way through rain Thursday, Oct. 6, 2016, in Cape Canaveral, Fla., as Hurricane Matthew continues to churn its way toward Florida's east coast., (AP Photo/John Raoux)

Strampeln gegen den Wind: Hurrikan «Matthew» trifft auf Florida. Bild: John Raoux/AP/KEYSTONE

Floridas Gouverneur Rick Scott warnte, wer sich der Anordnung widersetze, riskiere den Tod. «Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben», sagte Scott. Sein Evakuierungsbefehl galt für 1,5 Millionen Menschen.

Shelves formerly holding water bottles sit empty at a supermarket before the arrival of Hurricane Matthew in South Daytona, Florida, U.S., Oct. 6, 2016.   REUTERS/Phelan Ebenhack

Hier waren einmal Wasserflaschen gelagert: Hamsterkäufe in einem Supermarkt in Florida. Bild: PHELAN EBENHACK/REUTERS

Die Regierung in South Carolina ordnete die Evakuierung von mehr als einer Million Bürgern an. US-Präsident Barack Obama erklärte für mehrere Staaten den Notstand, was die unmittelbare Freigabe von Bundesmitteln für Notmassnahmen ermöglichte. In Florida, Georgia und den Carolinas waren die Strassen verstopft, Tankstellen und Supermärkte wurden leergekauft. (cma/sda/dpa/Reuters/afp)

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(pls)

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