International

Er kann es nicht lassen: «Ich möchte auch zu Euch sprechen ohne den Filter der Fake News»

19.02.17, 11:12

Trump in Florida Video: watson.ch

Bei einem kämpferischen Auftritt vor tausenden Anhängern hat US-Präsident Donald Trump Kritik an seiner Amtsführung rundweg zurückgewiesen. «Im Weissen Haus läuft es so reibungslos, so reibungslos», sagte Trump bei einer Veranstaltung im Wahlkampfstil.

«Ich möchte auch zu Euch sprechen ohne den Filter der Fake News», sagte Trump zu seinen Anhängern in einem Hangar des Flughafens von Melbourne im US-Bundesstaat Florida. «Die unehrlichen Medien, die eine falsche Geschichte nach der anderen veröffentlichen, ohne Quellen... sie wollen einfach nicht die Wahrheit berichten.»

Dadurch seien die Medien «ein grosser Teil des Problems» und ein «Teil des korrupten Systems», kritisierte der Präsident.

Trump wiederholte bei dem an seinen Wahlkampf erinnernden Auftritt seine Wahlkampfversprechen. Dabei beklagte er die «Dummheit» von Washingtoner Politikern und den «Schlamassel», den ihm die Obama-Vorgängerregierung hinterlassen habe.

Trump schimpft über die (fiesen) Medien. Video: YouTube/CBS News

Er versprach einen «grossartigen» neuen Krankenversicherungsplan, den baldigen Baubeginn einer «grossartigen» Grenzmauer zu Mexiko und Millionen «schöner» Jobs. «Ich werde liefern», rief er unter dem Jubel der Zuhörer aus.

Reihe von Problemen

Vor dem Versammlungsort hatte sich bereits gegen 4.00 Uhr am Morgen eine Schlange von Trump-Anhängern gebildet, die den Auftritt des US-Präsidenten nicht verpassen wollten. Das Weisse Haus hatte die Veranstaltung als «Versammlung einer Kampagne für Amerika» angekündigt.

Seit seinem Amtsantritt am 20. Januar hat Trump bereits eine Reihe von Rückschlägen erlitten. So wurde nach der Klage zweier Bundesstaaten sein Einreisedekret ausgesetzt, das Bürgern aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage die Einreise untersagte.

Die Veranstaltung in voller Länge

Video: YouTube/DONALD TRUMP SPEECHES & PRESS CONFERENCE

Vor einigen Tagen trat Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zurück. Er zog damit die Konsequenzen aus Medienenthüllungen, wonach es in seinen Telefonaten mit dem russischen Botschafter noch vor Antritt der Trump-Regierung entgegen Flynns Darstellung um die vom damaligen Präsidenten Obama verhängten Sanktionen gegen Russland gegangen war. Dazu war Flynn gemäss US-Recht nicht befugt, da er noch nicht der Regierung angehörte.

«Feind des amerikanischen Volkes»

Bereits zuvor hatte Trump via Twitter seinem offensichtlichen Unmut über die Berichterstattung der Medien nach seiner jüngsten Pressekonferenz Luft gemacht. Die «Fake news media» seien nicht «mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes», schrieb der Republikaner am Samstag. Namentlich nannte Trump dabei die «New York Times» und die Sender NBC News, ABC, CBS und CNN.

Kritik an diesem Tweet kam indes auch aus den eigenen Reihen. Mit solchen Äusserungen hätten «Diktatoren angefangen», sagte der prominente republikanische Senator John McCain dem Sender NBC News. «Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann haben Diktatoren als erstes die Presse mundtot gemacht. Ich sage nicht, dass Präsident Trump versucht, ein Diktator zu sein. Ich sage nur, dass wir aus der Geschichte lernen müssen.» (aeg/sda/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Informant 19.02.2017 12:36
    Highlight Unrecht hat er ja nicht. Watson/20min/Tagi/NZZ und Konsorten sind ein gutes Beispiel wie extrem einseitige Berichterstattung abläuft. Jetzt multipliziert man das mit 10 und man hat annähernd die Situation in den USA.
    Sorry to say, aber die Weltwoche ist einiges ausgewogener als ihr es seid. Dort kommen auch mal Autoren zu Wort, die entgegen der "Weltwoche-Linie" schreiben.
    Ihr habt während der Präsidentschaftswahlen den Fehler gemacht, ausschliesslich auf Eure "Quellen" zu hören und seid auf die Fresse gefallen. Und nun tut ihr es wieder. Das gibt irgendwann ein böses Erwachen.

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  • lilie 19.02.2017 11:44
    Highlight Jajaja, Trump will nicht, dass die Medien Fake News verbreitet, das nimmt er lieber selber in die Hand. 🙈
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  • Linus Luchs 19.02.2017 11:40
    Highlight Ein Guru schwafelt wirres Zeug, die Schäfchen jubeln und glauben jedes Wort, und ausserhalb ihrer Gemeinschaft sehen sie nur Dummköpfe und Feinde. Trump und seine Anhänger funktionieren wie eine Sekte.
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  • dF 19.02.2017 05:11
    Highlight "Dabei beklagte er die «Dummheit» von Washingtoner Politikern [...]."

    Blöd nur, gehört er doch nun selbst zu diesen «Dummen».
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    • sowhat 19.02.2017 19:33
      Highlight Kommt uns doch bekannt vor *hm*
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