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Im Schwarzen Meer wird Erdöl gewonnen. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Erdölkonzern ExxonMobil hat keine Lust auf Russland-Sanktionen und beantragt Ausnahme

20.04.17, 02:52 20.04.17, 04:29

Der Erdölkonzern ExxonMobil hat bei der US-Regierung einem Medienbericht zufolge um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Russland gebeten. Hintergrund des Antrages sei die Zusammenarbeit mit dem Staatskonzern Rosneft.

Konkret gehe es dem amerikanischen Konzern um gemeinsame Erdölprojekte im Schwarzen Meer, berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Lukrative Partnerschaft

ExxonMobil und Rosneft hatten im Jahr 2012 eine Partnerschaft geschlossen, um Energievorkommen in der Arktis und im Schwarzen Meer auszubeuten. Im Gespräch sind Investitionen von 500 Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 erliessen dann die EU und die USA unter anderem wegen der Annexion der ukrainischen Krim Strafmassnahmen gegen Russland.

Ein Exxon-Sprecher sagte nun, man äussere sich grundsätzlich nicht zu Verhandlungen mit Behörden. Allerdings habe das US-Finanzministerium in der Vergangenheit schon erlaubt, das Joint Venture mit Rosneft trotz der Sanktionen weiterzuführen.

Die Anfrage von Exxon dürfte auf Argwohn von Kongressabgeordneten stossen, die ohnehin Verbindungen zwischen dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump und Russland vermuten. Der Fall dürfte zudem Aufsehen erregen, weil der frühere Exxon-Chef Rex Tillerson der heutige amerikanische Aussenminister ist. (sda/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • roger.schmid 20.04.2017 06:47
    Highlight wenn das durchkommt, ist dies der entgültige Beweis für die Kollaboration der Trump-Regierung mit dem Kreml.
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    • Siebenstein 20.04.2017 08:06
      Highlight Man darf auch ruhig Putin einmal beim Namen nennen, nur keine Scheu...
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