Schweiz
Islamischer Staat (IS)

Schweizer Geheimdienst greift in Asylverfahren ein – wegen Terrorgefahr

ARCHIV - ZUM RUECKGANG DER ASYLGESUCHE IM ZWEITEN QUARTAL IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Ein Asylsuchender macht ein Foto, aufgenommen an einem Rundgang im Asy ...
Seit 2010 nimmt die Zahl der Asylgesuche, die der NDB überprüft, laufend zu.Bild: KEYSTONE

Schweizer Geheimdienst greift in Asylverfahren ein – wegen Terrorgefahr

Wie viele potenzielle islamistische Attentäter gelangen als Flüchtlinge getarnt in die Schweiz? Der «Sonntagsblick» nennt Zahlen.
19.03.2017, 11:0819.03.2017, 11:19

Ein unter Führung des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) publizierter Bericht bringt ans Licht: Bei insgesamt 14 Asylbewerbern sahen die Behörden im letzten Jahr ein Sicherheitsrisiko und empfahlen die Ablehnung des Asylgesuches.

Zahlen, die dem SonntagsBlick vorliegen, zeigen zudem: Seit 2010 empfahl der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) bei insgesamt 41 Dossiers die Ablehnung des Asylgesuchs. Dies, weil der Geheimdienst bei den überprüften Personen «relevante Sicherheitsbedenken» hatte.

Der NDB wies deshalb das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf ein «potenzielles Sicherheitsrisiko» hin und empfahl die Ablehnung der Gesuche. Bei den rund 27'000 Asylgesuchen, die im letzten Jahr in der Schweiz eingereicht wurden, schaute der NDB bei 5202 Dossiers ganz genau hin.

Jetzt auf

Seit 2010 nimmt die Zahl der Asylgesuche, die der NDB überprüft, laufend zu: Während es 2010 noch 1870 Dossiers waren, waren es 2014 schon 2488.

Wegweisung trotz Sicherheitsrisiko schwierig

Das SEM «hält sich grundsätzlich an die Empfehlungen des NDB», wie Sprecher Martin Reichlin auf Anfrage von SonntagsBlick sagt. Nach einem negativen Asylentscheid aufgrund der Einschätzung des NDB erhalten die Personen dann einen sogenannten Wegweisungsentscheid. Sie müssen theoretisch das Land verlassen.

Das Problem: Die Wegweisung kann in der Regel nicht vollzogen werden. Etwa weil die Personen aus Ländern wie Syrien stammen. Weil Folter oder Todesstrafe drohen, darf die Schweiz gemäss Völkerrecht niemanden dorthin ausschaffen.

(aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Wo die Mieten in der Schweiz am höchsten sind – und wo am tiefsten
Die Mieten in der Schweiz variieren stark. Dank Daten des Lausanner Unternehmens Lookmove können wir nun aber exklusiv die Mietsituation in allen Schweizer Gemeinden aufzeigen.
Der Anstieg der Wohnkosten scheint in der Schweiz unaufhaltsam zu sein. Laut dem Portal Homegate sind die Angebotsmieten im Jahr 2025 um 2,3 Prozent gestiegen, nachdem sie in den beiden Vorjahren bereits um 3,2 Prozent bzw. 4,7 Prozent gestiegen waren. In einigen Kantonen betrug der Anstieg im letzten Jahr sogar zwischen 6 und 10 Prozent. Hinzu kommt eine akute Wohnungsknappheit, die «den Druck auf einem hohen Niveau hält».
Zur Story