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Das war das letzte Mal Giacobbo/Müller

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Das letzte Mal Giacobbo Müller
Das war es also: Gestern Abend lief auf SRF1 zum letzten Mal die Nachrichtensatire Giacobbo/Müller.
quelle: srf/mirco rederlechner / mirco rederlechner
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Feine Jokes und eine fiese Überraschung – das war das letzte Mal Giacobbo/Müller

12.12.2016, 02:3412.12.2016, 15:40

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Nein, es gab keine Tränen zum Abschied von Giacobbo/Müller.

Zumindest bei den beiden Protagonisten nicht. Im Publikum hingegen dürfte kaum ein Auge trocken geblieben sein. Denn die beiden Entertainer lieferten in ihrer letzten Sendung noch einmal allerfeinste Sonntagabend-Unterhaltung und strapazierten die Lachmuskeln der Zuschauer. 

Tränen gab es weder bei Giacobbo noch bei Müller: Die beiden Satiriker zeigten sich zum Abschluss nochmals ganz professionell. 
Tränen gab es weder bei Giacobbo noch bei Müller: Die beiden Satiriker zeigten sich zum Abschluss nochmals ganz professionell. screenshot: srf

Eine ganz gewöhnliche Sendung

Das Duo legte los mit einem satirischen Feuerwerk gegen die «classe politque». Einer der über die neun Jahre immer wieder ins Visier von Giacobbo und Müller genommen wurde, war FDP-Ständerat Philipp Müller. Und er bekam auch gestern sein Fett weg. «Etz het doch de Philipp Müller die Wuche im Ständerat tatsächli e Lösig aabote. Simmer fäng scho soo wiit? Die sind doch gar nöd a Lösige interessiert!» 

Fehlen durften in der Abschiedsausgabe auch die legendären Sketches nicht. Dr. Klöti hatte einen ebenso fulminanten Auftritt wie Fredi Hinz, der soeben den Jackpot in der russischen Staatslotterie geknackt haben soll.

Fredi Hinz nach seinem Lotteriegewinn beim Finanzberater: «Das sind 82'000 Zweifränkler! Ich weiss gar nöd, wie ich die in Plastiksack bringe.»
Fredi Hinz nach seinem Lotteriegewinn beim Finanzberater: «Das sind 82'000 Zweifränkler! Ich weiss gar nöd, wie ich die in Plastiksack bringe.»screenshot: srf

Neben einem erfrischenden Auftritt des jungen Poetry-Slam Duos «Das Helvetische Dreieck» durfte auch Erfinder Stefan Heuss nochmals ran, der eine ausgefallene Fondue-Maschine präsentierte. Etwas länger als üblich durfte auch der immer griesgrämige «Userrhödler» Dani Ziegler seine musikalischen Fertigkeiten vortragen.

Als letzter Gast wurde Bundesrätin Doris Leuthard ins Studio eingeladen. Die kommende Bundespräsidentin – oder wie Giacobbo sie nennt: «Bundespräsidentin-elect» – legte einen lockeren Auftritt hin und lieferte sich ein charmantes Gespräch mit Giacobbo und Müller. 

Wer zum Abschluss eine grosse emotionale Ansprache erwartete, der irrte sich. Als Überraschungsgast fasste Peter Tate auf Englisch die letzten neun Jahre zusammen, ehe Viktor Giacobbo die Sendung kurz und trocken schloss: «Irgendwo, irgendwenn, a irgendemene Ort gsehmer eus wider. Händ e schöni Ziit, danke vilmal, tschüss zäme.» Und damit war es dann nach neun Jahren vorbei mit Giacobbo/Müller. 

Furzkissen auf Müllers Stuhl

Nur eines muss noch geklärt werden: Nämlich, ob Müller auch in der letzten Sendung die beiden Espressi machen musste. Die Antwort ist: Ja, auch gestern war er dran.

Böse Überraschung beim letzten Mal Kaffeeholen.  
Böse Überraschung beim letzten Mal Kaffeeholen. screenhsot: srf

Und was machte Giacobbo währenddessen? Er legte seinem Kollegen als Dank ein Furzkissen auf den Sessel und lachte sich krumm, als Müller sich darauf niedersetzte. «De Schärz hani scho immer mal wele mache.» Na, das wurde dann auch höchste Zeit ...

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Apropos Schweizer Satire: Die lebt auch nach Giacobbo/Müller weiter ...

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«Bewusst Ängste geschürt»: Grüne teilt nach AKW-Entscheid aus
40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wankt das AKW-Neubauverbot in der Schweiz. Bei Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter ist der Frust gross. Im Interview mit watson spart sie nicht mit Kritik, sagt wie sie die Schweiz mit Strom versorgen will und wann sie ein neues Gaskraftwerk befürworten könnte.
Frau Schlatter, heute jährt sich der Reaktorunfall in Tschernobyl zum 40. Mal. Ausgerechnet jetzt wackelt im Parlament das Neubauverbot für AKW (siehe Box). Die Grünen sind bei einem Kernthema in der Defensive. Wie ist die Stimmung in Ihrer Partei?
Der Frust ist gross. Die jetzige Diskussion wirft uns gefühlt Jahrzehnte zurück. Die Diskussion um AKW hatten wir schon geführt. Nun ist sie wieder da, obwohl das Stimmvolk das Neubauverbot mit der Energiestrategie bestätigt hat. Trotzdem bleibe ich optimistisch. Ich glaube, die Bevölkerung will auch weiterhin keine neuen Kernkraftwerke.
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