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Das Weiterkommen wird beinahe wie ein Meistertitel gefeiert. bild: peter winson

Unvergessen

Nach 18 verlorenen Serien schlagen die Bruins endlich wieder die Canadiens

26. April 1988: Die Rivalität zwischen Montreal und Boston ist eine der grössten in der NHL. Dummerweise für die Bruins ist sie vor allem in den Playoffs recht einseitig. Die Canadiens siegen zwar öfter – aber nicht immer.



Die Montreal Canadiens und die Boston Bruins gehören zu den «Original Six» der NHL, zu den Gründungsteams. Da kommen über die Jahre ganz schön viele Spiele zusammen. 927 Partien sind es bis dato, und die Bilanz ist unausgewogen. Die Canadiens haben 469 Vergleiche gewonnen, die Bruins nur 345; 103 Partien endeten unentschieden.

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Höhepunkte der Rivalität zwischen den beiden Teams. Video: YouTube/NHL

Besonders in den Playoffs ist Montreal fast immer besser. 45 Jahre lang und sagenhafte 18 Serien hintereinander gewinnen stets die Canadiens. Doch 1988 schlagen die «Big Bad Bruins» endlich, endlich wieder einmal zu.

«Jetzt beginnt das Zählen wieder bei Tag 1»

Nachdem Boston die Buffalo Sabres eliminiert hat, kommt es in den Finals der Adams Division zum Traditionsduell mit Montreal. Die «Habs» holen sich den Sieg im ersten Spiel – doch es bleibt ihr einziger. Danach dreht Boston auf und holt sich die Serie mit 4:1 Siegen. Der Fluch ist besiegt!

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Die Zusammenfassung von Spiel 5, das die Bruins 4:1 gewinnen. Video: YouTube/dafoomie

«Jeder fühlt sich unglaublich gut», strahlt Cam Neely hinterher. Wie Steve Kasper erzielt er an diesem Abend zwei Tore. Neely klagt, wie sehr die alte Leier ihn genervt habe: «Wenn dir Tag für Tag jemand sagt, dass wir seit 45 Jahren keine Serie mehr gegen sie gewonnen haben, dann kannst du das irgendwann nicht mehr hören. Jetzt beginnt das Zählen wieder bei Tag 1.»

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In der Kabine steigt die Siegerparty. Video: streamable

Auch Bostons General Manager Harry Sinden zeigt sich erleichtert. Das Weiterkommen sei wie eine Befreiung nach all den frustrierenden Jahrzehnten. «Wir haben viel zu oft versagt.»

Erst Gretzky stoppt die Bären

Die Conference Finals werden danach zu einer engen Kiste. Erst in Spiel 7 fällt die Entscheidung: Boston setzt sich zuhause gegen die New Jersey Devils durch.

Sollte es 1988 gar den ersten Stanley-Cup-Triumph seit 1972 geben? Nein. Die Edmonton Oilers machen einen Strich durch diese Rechnung. Wayne Gretzky führt das Team zum vierten Stanley-Cup-Gewinn in fünf Jahren. Danach verlässt die Nummer 99 Edmonton in Richtung Los Angeles Kings.

Die Boston Bruins müssen sich noch länger auf ihren sechsten Titel gedulden. Erst im Juni 2011 kehrt der Stanley Cup zurück in den US-Bundesstaat Massachusetts. Es ist der bislang letzte Triumph.

Boston Bruins' Zdeno Chara, of Slovakia, hoists the cup following his team's 4-0 win over the Vancouver Canucks in Game 7 of the NHL hockey Stanley Cup Finals on Wednesday, June 15, 2011, in Vancouver, British Columbia. (AP Photo/The Canadian Press, Jonathan Hayward)

Bostons Captain Zdeno Chara stemmt 2011 den Stanley Cup in die Höhe. Bild: AP The Canadian Press

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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