Aargau
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Extremsportler Freddy Nock wegen versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagt

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat den Extremsportler aus Uerkheim wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens und mehrfacher versuchter Körperverletzung angeklagt. Am Mittwoch steht er in Zofingen vor Gericht.

Noemi Lea Landolt / CH Media



Wo immer Freddy Nock hoch in der Luft über ein Seil balanciert, stockt Zuschauerinnen und Zuschauern der Atem. Im Oktober hat der Hochseilartist einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er lief in Thun in 30 Metern Höhe vom Schloss zur Kirche. Es sind solche Aktionen, mit denen der Mann aus dem Kanton Aargau Schlagzeilen macht. Dieses Mal ist es anders.

Der Schweizer Hochseilartist, Stuntman und Extremsportler Freddy Nock kurz vor seinem Start zum 25 Stunden Weltrekordversuch im und auf dem

Freddy Nock. Bild: KEYSTONE

Wie Recherchen von «Tele M1» zeigen, muss sich Freddy Nock am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Zofingen AG verantworten. Zehn Stunden dauert der Prozess. Vorgeworfen wird ihm versuchte vorsätzliche Tötung, mehrfache Gefährdung des Lebens und mehrfache versuchte Körperverletzung.

Er soll ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben

Die Vorfälle sollen sich zwischen 2008 und 2014 abgespielt haben. Freddy Nock wird vorgeworfen, seine Frau mehrmals angegriffen zu haben. Er soll sie fast über ein Treppengeländer geworfen haben, sie an den Schultern gepackt und ihren Kopf an die Wand geschlagen haben. Einmal – so der Vorwurf – soll er der Frau das Kissen so lange aufs Gesicht gedrückt haben, bis sich diese tot stellte.

epa04671589 Swiss tightrope artist Freddy Nock walks on a rope towards Piz Prievlus, with the Piz Bernina and Biancograt ridge in the background, in Graubuenden, eastern Switzerland, 20 March 2015. He covered 350 meters of distance in an altitude of 3500 meters.  EPA/GIAN EHRENZELLER

So kennt man Freddy Nock: Auf dem Seil. Bild: EPA/KEYSTONE

Es sind happige Vorwürfe. Welche Strafe die Staatsanwaltschaft für den Hochseilartisten fordert, gibt sie erst am Mittwoch vor Gericht bekannt. Für Freddy Nock gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Der Hochseilartist äusserte sich gegenüber «Tele M1» nicht zu den Vorwürfen, bestätigte aber, dass er sich am Mittwoch vor Gericht verantworten muss. Auch gegenüber dem «Sonntagsblick» deutete er den bevorstehenden Gerichtstermin an, blieb aber vage, was die Vorwürfe betrifft. Sie seien massiv, sagte er nur.

Jahrelanger Sorgerechtsstreit

Der Artikel im «Sonntagsblick» drehte sich um den Sorgerechtsstreit, den er seit Jahren mit seiner Frau führt. Die beiden heirateten 2013. Zwei Jahre später verliess sie ihn. Sie kamen noch einmal zusammen. Im Sommer 2017 trennten sie sich definitiv. Seither streite das Paar noch unerbittlicher um den gemeinsamen Sohn, schreibt der «Sonntagsblick». Die Unterlagen sollen 30 Bundesordner füllen. Vier Anzeigen soll seine Frau gegen Freddy Nock eingereicht haben. Er selber hat zwei Strafanzeigen gegen sie eingereicht. Auch hier geht es um häusliche Gewalt und Tätlichkeiten.

Im «Sonntagsblick» sagte Freddy Nock, er fühle sich im Sorgerechtsstreit als Vater benachteiligt. «Scheinbar sind Väter nur im Gesetz, nicht aber in der Praxis mit Müttern gleichgestellt und gleichberechtigt.» Seine Frau habe immer wieder ein Kontaktverbot zwischen ihm und seinem Sohn erwirkt. Sie könne weinend zur Polizei gehen und behaupten, was sie wolle. «Ihr wird geglaubt, mir nicht.»

Ungesicherter Balanceakt in 3500 Meter Höhe: Seiltänzer Freddy Nock schafft im Engadin einen neuen Weltrekord

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Umpalumpa 09.12.2019 22:43
    Highlight Highlight "Es gilt die Unschuldsvermutung" und die Medien berichten eifrig darüber...
  • Roger Rüebli 09.12.2019 19:59
    Highlight Highlight Ich frage mich eher, ob das Bezirksgericht Zofingen dieser Aufgabe gewachsen ist.
    • troop5444 10.12.2019 06:51
      Highlight Highlight Nur weil die Gutachten und Berichte, die heutzutage zu so einem Fall angefertigt werden, endlos sind und zu überbordernder Bürokraktie führen, muss man nicht infrage stellen, Fälle weiterhin auf kleinstmöglicher Stufe zu lösen.

  • glointhegreat 09.12.2019 19:54
    Highlight Highlight Bin auch geschieden.... Das Sorgerecht haben wir gemeinsam und entscheiden alles wichtige was unseren sohn angeht zusammen. Ich bezahle gerne meinen (nicht gerade kleinen) teil. Meine ex legt mir dafür ab und zu abendessen in den briefkasten. Das leben ist viel zu kurz um sich lange zu streiten, wenns nicht passt ists halt so. Ich find meine exfrau trotzdem super und sie mich auch. .... Aber schon klar, wenn sich eine(r) quer stellt funktioniert es nicht. Gebt euch trotzdem mühe, es lohnt sich...
    • Adumdum 10.12.2019 02:50
      Highlight Highlight Ja, da habt ihr anscheinend bei der Partnerwahl alles richtig gemacht damals - auch wenn es zusammen nicht mehr passt. Leider sind nicht alle so klug / glücklich / voraussehend.

      Partner für einen selbst ist eine Sache - Partner zum gemeinsam Kinder haben erfordert noch ein paar ganz andere Kriterien...
  • Garp 09.12.2019 19:25
    Highlight Highlight Der arme Bub, der in so ein krankes Partnersystem hineingeboren wird.

    Richter möchte ich in dem Fall auch nicht sein.
  • Konda2 09.12.2019 19:24
    Highlight Highlight "Die Vorfälle sollen sich zwischen 2008 und 2014 abgespielt haben" "Die beiden heirateten 2013" . Ohne jetzt die Details zu kennen, wieso heiratet sie ihn trotz angeblicher mehrfacher Gewaltanwendung?
    • Heini Hemmi 09.12.2019 22:43
      Highlight Highlight Weil die Gewaltanwendung eben angeblich ist, also zwar nicht real, aber ausreichend, um den Kampf um das Kind zu gewinnen.
  • p3kko 09.12.2019 18:42
    Highlight Highlight Ich habe zu Beginn meiner Anwaltstätigkeit relativ viele Scheidungen begleitet und meine Erfahrungen lehrten mich leider, dass selbst schwerwiegendste Anschuldigungen während dieser Phase mit Vorsicht zu geniessen sind. Mütter, die Väter falsch beschuldigen, kommen praktisch immer straffrei davon, da die Väter im Zweifelsfall irgendwann ihr Desinteresse an der Strafverfolgung erklären, damit die Kinder nicht unter der Bestrafung der Mutter leiden. Das wissen die Rechtsvetreter der Mütter und agieren entsprechend.
    • feuseltier 09.12.2019 20:17
      Highlight Highlight Traurig. .
    • Knäckebrot 11.12.2019 10:13
      Highlight Highlight Hey, das erlebe ich bei meiner Arbeit auch!!!
      Habe schon jemanden, der die Frau anklagte weil sie ihm nachstellte, ihn Schlug und mit dem Messer auf der Strasse angriff. Sie machte Gegenanzeige, drehte es um, das Resultat: Er kam ins Gefängnis, sie kam davon.
      Ein anderer ging zum KESB, weil die Mutter den Sohn mit dem Gürtel schlage etc. sie drehte es um, Resultat: 1 Jahr konnte er das Kind nicht sehen.

      Ich habe mit beiden Fällen so intensiv zu tun, dass ich die Urteile def. als Fehlurteile sehe.

      Aber ich habe keine Weisheit, wie damit umgehen... Was machst du, in so Situationen?
  • Schlaf 09.12.2019 18:24
    Highlight Highlight Mir tut in erster Linie der Sohn leid. Was müssen das für Zustände gewesen sein?!
    Hoffentlich beruhigt sich das Ganze bald..
    • Ra_Do 09.12.2019 20:18
      Highlight Highlight solange man das als einen einzelfall behandelt wirt das nie aufhören. problematischer weise schenkt man meistens nur beachtung wenn es sich um personen handelt die einen "höheren status" haben als ein normal bürger.
  • EnteEnteEnte 09.12.2019 17:57
    Highlight Highlight Mir tut der Sohn Leid. Eltern, die nur streiten und sich nur noch vor Gericht treffen sind eine grosse Belastung für Kinder.
    • Antinatalist 09.12.2019 19:33
      Highlight Highlight Normalfall. Alltag. Geht's nicht vor Gericht, findet die Tortur einfach zuhause statt.

      Don't get involved. Don't make kids. Problems solved.
  • HugiHans 09.12.2019 17:32
    Highlight Highlight WOW, Auge um Auge, Zahn um Zahn wörtlich genommen. Es ist einfach tragisch wenn solch erbitterte Kämpfe auf dem Buckel der Kinder ausgetragen werden ...
  • Fumia Canero 09.12.2019 17:19
    Highlight Highlight So oder so ist der Sohn jetzt schon traumatisiert; er tut mir leid.
  • Patho 09.12.2019 17:18
    Highlight Highlight Das was er sagt bezüglich der systematischen Benachteiligung der Männer bei Sorgerechtsfragen mag stimmen, aber das wäre kein Grund jemanden umbringen zu wollen – sollten die Anschuldigungen stimmen – sondern die Gesetze mal endlich in Richtung Gleichberechtigung von Mann und Frau anzupassen!! Wenn solche Anschuldigungen (oder Taten) nicht Warnzeichen genug sind, was dann?
    • Evan 09.12.2019 20:43
      Highlight Highlight Wer sagt dir, dass die Anschuldigung gerechtfertigt ist?
    • Aglaya 09.12.2019 21:33
      Highlight Highlight Das Scheidungsrecht ist nicht (mehr) so männerfeindlich wie oft behauptet wird. Heute ist das geteilte Sorgerecht bei einer Scheidung der Normalfall. Die Obhut erhält der Elternteil, der während der Ehe die Kinder hauptsächlich betreut hat, was in den meisten Fällen halt einfach die Mutter ist. Die Väter haben es selbst in der Hand, die Kinderbetreuung schon während der Ehe gerecht aufzuteilen, dann kann auch eine gemeinsame Obhut ausgesprochen werden, solange die Eltern noch gut genug miteinander auskommen, um das auch tatsächlich durchziehen zu können.
    • ibu75 09.12.2019 23:05
      Highlight Highlight So ein Dummgeschwätz bzgl Obhut. Es gibt nach Bundesgericht 2 relevante Kriterien, nach welchen die Obhutszuteilung stattfinden muss. Punkt! Dass die Väter während der Ehe beschriebene Möglichjeiten haben sollen, ist auch falsch, da die Richterin dann entscheiden wird, dass dieser Mann seine Situation hinsichtlich einer kommenden Scheidung entsprechend geplant hätte! Die gemeimsame Obhut kann auch ausgesprochen werden, wenn die Eltern nicht mehr miteinander reden können! Auch wenn es das Gesetz grundsätzlich anders vorsehen würde ... Aber zugunsten einer Mutter ist man ideenreich ...
  • Bowerick Wowbagger 09.12.2019 17:01
    Highlight Highlight (...)Für Freddy Nock gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.(...)

    Warum schreibt das die Presse immer? Gilt das nicht sowieso und generell? Gibts Ausnahmen?
    • judge 09.12.2019 17:10
      Highlight Highlight Weil man das muss, ansonsten müsste man x-mal "mutmasslich" verwenden:

      https://www.presseausweis.de/service/presserecht/unschuldsvermutung
    • Tarzipan 09.12.2019 17:11
      Highlight Highlight Doch die Unschuldsvermutung gilt selbstverständlich immer, die Zeile dient mehr dem Selbstschutz des Mediums gegen Klagen wegen Persönlichkeitsverletzung, Üble Nachrede/Verleumdung etc.
    • Marshawn 09.12.2019 17:12
      Highlight Highlight Weil, wenn so etwas in den Medien kommt, häufig davon ausgegangen wird, die Person sei schuldig. Die Leser sind das Problem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 09.12.2019 16:36
    Highlight Highlight Es ist nicht alles Gold was glänzt!
    • MahatmaBamby 09.12.2019 20:48
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