Wikipedia
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schriftzug und Logo der freien Internet-Enzyklopädie

Bild: dpa

Dubiose Schweizer Verlage verkaufen Wikipedia-Artikel als Bücher – zu Tausenden!



Wikipedia-Artikel ausdrucken, zusammenbinden, fertig ist das Buch: Verlage machen sich die freien Lizenzbedingungen von Wikipedia zu Nutze und verkaufen Bücher – zu Tausenden.

Über die Webshops von Läden wie Ex Libris und Orell Füssli Thalia verkaufen dubiose Verlage Ausdrucke von Wikipedia-Artikeln. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag» in ihrer aktuellen Ausgabe. Ex Libris hat schon Tausende Wikipeda-Artikel als «on demand»-Produkte verkauft, bestätigt Pressesprecherin Marie-Christine Schindler auf Anfrage. Die Produkte seien korrekt deklariert.

«Offensichtlich können hier auf bequeme Art und weise schöne Margen generiert werden.»

Cécile Thomi, Stiftung für Konsumentenschutz

«Life Journey» nennt sich ein Verlag, der hinter den Wikipedia-Büchern steht. Er ritzt auch die Lizenzbestimmungen des Web-Lexikons. Dank freier Lizenz (Creative Commons) braucht es für die Weiternutzung oder Verbreitung von Wikipedia-Inhalten zwar keine ausdrückliche Erlaubnis der Urheber. Das gilt auch für kommerzielle Zwecke. «Wichtig ist aber, dass die freie Lizenz und die Urheber korrekt angegeben sind», erklärt Patrick Kenel, Präsident und Sprecher von Wikimedia Schweiz. «Source Wikipedia» reicht nicht.

Orell Füssli ist das Problem bekannt

Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert in der «Schweiz am Sonntag» auch den Preis der Bücher. «Dass für ein print-on-demand-Produkt, bei welchem die Herstellungskosten minimal sind, Preise verlangt werden, die annähernd so hoch sind wie die Preise für klassische Bücher, ist nicht nachvollziehbar», sagt dazu Cécile Thomi, von der Stiftung für Konsumentenschutz.

«Offensichtlich können hier auf bequeme Art und Weise schöne Margen generiert werden.» Auch Orell Füssli Thalia verkauft über den Webshop Wikipedia-Artikel «on demand», hat aber seit einiger Zeit ein Auge auf die entsprechenden Verlage. «Das Problem ist uns bekannt», sagt Sprecher Alfredo Schilirò. (dwi)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

PR-Sprache, Manipulationen, subjektive Einträge: Wie glaubhaft ist Wikipedia?

Firmen und PR-Leute haben das Online-Nachschlagewerk längst für sich entdeckt. Für die Leser heisst das: Aufpassen.

Der 3. Januar 2006 war der Tag, an dem Bertrand Meyer unter die Lebenden zurückkehrte. Am Heiligen Abend des Vorjahres soll er gestorben sein, so stand es ab dem 28.12.2005 in seinem Wikipedia-Eintrag. Es stimmte aber nicht. Als der Fehler fünf Tage später gefunden und behoben wurde, war klar: Ein paar Studenten der ETH Zürich hatten sich einen üblen Scherz mit ihrem Informatikprofessor erlaubt, indem sie seinen Eintrag im Online-Nachschlagewerk manipulierten.

In Wikipedia-Artikeln tauchen immer …

Artikel lesen
Link to Article