International
Gesellschaft & Politik

Lukaschenko macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht

Alexander Lukaschenko, Pr
Bild: sda

Lukaschenko macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht – Hunderte Gläubige stecken fest

Mitten in der Krise hat Staatschef Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen.
17.09.2020, 22:4518.09.2020, 14:19

Mitten im Machtkampf in Belarus (Weissrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen. Das sagte er am Donnerstagabend der Staatsagentur Belta zufolge in Minsk. Zudem sei der Grenzschutz in Richtung Ukraine verstärkt worden. «Wir sind gezwungen, Truppen von den Strassen abzuziehen», meinte der 66-Jährige.

An der südlichen Staatsgrenze hängen derzeit Hunderte ultraorthodoxe jüdische Pilger fest, die wegen eines in Kiew verhängten Einreisestopps nicht in die Ukraine einreisen dürfen. Sie wollten am jüdischen Neujahrsfest zum Grab des Rabbi Nachman pilgern.

epaselect epa08672971 Hasidim pilgrims wait because they get no permissions to cross the border from Ukrainian officials, in a neutral zone between Noviye Yarylovichi and Novaya Guta checkpoints on th ...
Chassidische Juden warten an der ukrainisch-weissrussischen Grenze auf Einlass.Bild: keystone

«Stoppt eure Politiker»

Zu den Menschen in den drei Nachbarländern sagte der belarussische Präsident bei einem Frauenforum: «Stoppt Eure verstandslosen Politiker, lasst sie keinen Krieg entfesseln.» In Litauen und der Ukraine werden derzeit Militärmanöver mit Nato-Truppen abgehalten. Parallel dazu trainiert die belarussische Armee mit russischen Streitkräften im Westen von Belarus an der EU-Grenze.

Dieses Manöver wird Lukaschenko zufolge nun verlängert. Angesichts der aktuellen Situation werde es eine zweite Phase geben, sagte er. Ursprünglich sollte die Übung Freitag nächster Woche beendet sein.

Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten. Lukaschenko liess sich 80.1 Prozent der Stimmen zusprechen und will nun eine sechste Amtszeit antreten. Die Sicherheitskräfte gehen hart gegen Demonstranten vor. Lukaschenko meinte vor den Frauen in Minsk: «Wissen Sie, ich bin kein Angreifer, ich bin ein sehr friedlicher Mensch. Ich bin im Dorf aufgewachsen, wo jeder den anderen verteidigte.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Belarus neue Proteste 13. September
1 / 20
Belarus neue Proteste 13. September
quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Gewalt gegen Protester in Belarus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Greifen die USA den Iran an? Experte schätzt Kriegsgefahr ein
Vor dem Iran hält sich eine grosse US-Armada bereit. Ein Angriff scheint denkbar. Urs Vögeli, Leiter eines Thinktanks für Geopolitik, ordnet die Lage ein und erklärt, wie die Olympischen Spiele mit einem möglichen Krieg in Nahost zusammenhängen.
Herr Vögeli, seit Anfang Jahr hat US-Präsident Donald Trump immer wieder gedroht, im Iran zu intervenieren. Passiert ist bisher nie etwas. Greifen die USA dieses Mal an?
Vor dem Iran ist alles mobilisiert. Eine riesige Armada an Schiffen, U-Booten, zwei Flugzeugträger und mehrere hundert Kampfflugzeuge warten. Die USA haben die Schlagringe angezogen. Es wirkt so, als wollten die Amerikaner ihre Mittel nun auch einsetzen. Man darf aber nie vergessen: Noch laufen die Verhandlungen über Teherans Atomprogramm, das Washington einschränken möchte. Trump ist ein Dealmaker. Und für den weiteren Verlauf der Ereignisse können viele Motive und Faktoren eine Rolle spielen.
Zur Story